Lebensdaten
1842 bis 1923
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
lutherische Familie
Normdaten
GND: 117323446 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lutteroth, Ascan
  • Lutteroth, Askan

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Zitierweise

Lutteroth, Ascan, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117323446.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ascan (1812–67), Bgm. in H., S d. Ascan (s. 1);
    M Sophie (1821–94), T d. Emil Lutteroth, Rittergutsbes. in Kloster-Zelle, u. d. Friederike Röbling;
    Schw Anna ( Theodor Eimer, 1898, Prof. d. Zool. in Tübingen, s. NDB IV);
    - Hamburg 1873 Elisabeth (1851–1932), T d. Kaufm. Conrad Warncke u. d. Elisabeth Schüder;
    2 S (früh †), 2 T.

  • Leben

    L. verlebte seine Kindheit in Hamburg. 1859-61 studierte er Landwirtschaft in Lockerley (England), 1861 begann er mit Malereistudien in Genf bei Alexandre Calame, 1864-67 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf bei Oswald Achenbach. 1868-70 folgte ein Italienaufenthalt, der ihn nachhaltig prägte. 1870-77 lebte L. in Berlin und kehrte dann nach Hamburg zurück, um sich hier endgültig niederzulassen. 1883 wurde er im Auftrag der Hamburger Kunsthalle nach London geschickt, um die Sammlung Schwabe zu begutachten, die der Stadt Hamburg geschenkt werden sollte. 1886 fiel sein Gemälde „Isola Bella“ mit der Schwabe-Stiftung der Hamburger Kunsthalle zu, im selben Jahr erwarb die Nationalgalerie in Berlin einen „Abend am Mittelmeer“ (verschollen), das Rudolphinum in Prag die „Röm. Villa“ (verschollen), die Gemäldegalerie Magdeburg „Monterosa und Orter See“ (verschollen). L.s größter Auftrag waren drei Bilder für das Waisenzimmer im Hamburger Rathaus, die 1897 fertiggestellt wurden. 1890 verlieh Kaiser Wilhelm II. L. den Professortitel. Die Kaiserin Viktoria wurde Patin seiner Tochter Viktoria; L. war zu jener Zeit mit Kronprinz Friedrich Wilhelm eng befreundet.

    L. war Vorstandsmitglied aller bedeutenden Kunst-, Kultur- und Künstlervereinigungen Hamburgs. Seine Bilder waren in den damals bedeutenden internationalen und nationalen Kunstausstellungen vertreten. Die Gemälde sind stark romantisierend und eklektizistisch ausgeprägt und entsprechen den idealisierenden Geschmacksnormen der damaligen Zeit. Die freiesten Ausdrucksformen erreichte er in Ölskizzen, besonders in den Jahren 1866–72. Seine Begabung zu einer spontanen, unmittelbaren malerischen Umsetzung von Landschaft und Naturerscheinungen entfaltete er jedoch nur kurz, da er sich hauptsächlich der Produktion größerer Gemälde mit zumeist ital. Motiven widmete. Diese Werke verkaufte er erfolgreich an die wohlhabenden Hamburger Bürgerfamilien. Seine Malerei wurde bei diesem Publikum immer beliebter, so daß er sich schließlich auf routinemäßige Arbeiten einließ. Später malte er auch Motive aus der Umgebung Hamburgs (seit 1892 die Lühe-Landschaft), allerdings mit einer stark südländischen Atmosphäre.

  • Literatur

    F. v. Boetticher, Malerwerke d. 19. Jh., 1891, S. 907 ff.;
    R. Muther, Gesch. d. Malerei im 19. Jh., III, 1893, S. 276;
    Lichtenberg u. Jaffé, 100 J. Dt.-Röm. Landschaftsmalerei, Ausst.kat. Berlin 1907, S. 183, 202, 205 f.;
    A. Lichtwark, Briefe an d. Komm. f. d. Verwaltung d. Hamburger Kunsthalle II, 1924, S. 164, 465;
    H. J. Brand, Das Hamburger Rathaus, 1957, S. 87, 90, 131 f., 1973;
    T. Osterwold, Der Hamburger Maler A. L. als Vertreter d. spätbürgerl. Eklektizismus, Diss. Innsbruck 1969;
    W. Hofmann u. T. Osterwold, Ein Geschmack wird untersucht, 1970;
    ThB.

  • Portraits

    in: Dt.GB 18.

  • Autor/in

    Tilman Osterwold
  • Empfohlene Zitierweise

    Osterwold, Tilman, "Lutteroth, Ascan" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 565 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117323446.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA