Lebensdaten
1880 bis 1967
Geburtsort
Danzig
Sterbeort
Corseaux-sur-Vevey (Kanton Vaud)
Beruf/Funktion
Dirigent
Konfession
-
Normdaten
GND: 117311332 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schuricht, Carl Adolph
  • Schuricht, Carl
  • Schuricht, Carl Adolph
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Zitierweise

Schuricht, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117311332.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Conrad (1856–80), Organist, Orgelbauer in D.;
    M Amanda Wusinowska. aus poln. Fam., Oratoriensängerin, Pianistin;
    Zürich 1944 Martha Banz.

  • Leben

    S. siedelte früh mit seiner Mutter nach Wiesbaden über, wo er nach Selbstunterricht auf der Violine und dem Klavier erste Kompositions- und Dirigierversuche unternahm. 1901-03 studierte er an der Hochschule für Musik in Berlin Klavier bei Ernst Rudorff sowie Komposition bei Heinrich van Eyken|und Engelbert Humperdinck; weitere Studien bei Max Reger in Leipzig folgten. Nach Korrepetitorenstellen in Mainz (1901), Dortmund, Bad Kreuznach und Goslar sowie einer Tätigkeit als Operettenkapellmeister 1907/08 in Zwickau übernahm S. 1909 die Leitung des Rühlschen Gesangvereins in Frankfurt/M. Seit 1912 wirkte er als Musikdirektor in Wiesbaden, 1922 erfolgte die Ernennung zum Generalmusikdirektor. Gastauftritte führten S. zu den bedeutenden Orchestern Europas sowie 1927 erstmals in die USA. 1933/34 leitete er als Nachfolger von Siegfried Ochs den Philharmonischen Chor Berlin, 1937-44 war er außerdem erster Gastdirigent des Radio-Sinfonie-Orchesters Frankfurt und 1943-44 in derselben Position bei den Dresdner Philharmonikern. 1944 wurde er zum musikalischen Leiter der Dresdner Philharmoniker ernannt, übersiedelte aber im selben Jahr in die Schweiz. Nach dem Krieg übernahm S. keine Chefposition mehr, entfaltete aber eine rege Tätigkeit als Gastdirigent; eine enge Beziehung bestand v. a. zu dem Radio-Sinfonie-Orchester Stuttgart, dem l'Orchestre de la Suisse Romande sowie den Wiener Philharmonikern, die er 1946 bei der Wiedereröffnung der Salzburger Festspiele sowie bei deren erster USA-Tournee 1956 leitete.

    S.s Interpretationen verbanden Detailgenauigkeit und strukturelle Klarheit mit emotionalem Impetus. Sein Ruhm gründete sich auf seine späten Interpretationen des dt. klassisch-romantischen Repertoires, insbesondere der Werke Mozarts, Beethovens, Brahms' und Bruckners. Er setzte sich jedoch auch für die zeitgenössische Musik ein, führte Werke u. a. von Debussy, Delius, Pierné, Hindemith, Strawinsky und Schönberg auf. S. war einer der ersten Dirigenten, der sich nachhaltig dem Werk Gustav Mahlers widmete; bereits 1913 setzte er in Wiesbaden die 8. Symphonie aufs Programm, 1923 initiierte er dort ein Mahler-Fest.

    Erste Schallplatteneinspielungen erfolgten bereits in Wiesbaden. 1957/58 zeichnete er mit dem Orchestre de la Société des Concerts du Conservatoire die neun Symphonien Beethovens sowie mit den Wiener Philharmonikern einige Bruckner-Symphonien auf.

  • Auszeichnungen

    Internat. Bruckner-Medaille (1949); Ehrenmitgl. d. Wiener Philharmoniker (1960); Ehrenbürger (1953) u. Goldene Ehrenplakette d. Stadt Wiesbaden; Gr. BVK.

  • Werke

    u. a. frühe Komp.: Orchesterwerke, Klaviermusik u. Lieder;
    Aufnahmen
    aus d. Archiv d. SWR: C. S. Collection, 1950–66, 18 CDs, 2004 (Hänssler Classic).

  • Literatur

    F. Oeser, in: Zs. f. Musik 101, 1934, S. 17;
    B. Cavoty u. R. Hauert, C. S., 1954;
    F. Wohlfahrt, in: Neue Zs. f. Musik 118, 1957, S. 226 f.;
    M. Chauvy, C. S., Le rêve accompli, destin d'un chef d'orchestre, 2004 (P);
    FAZ v. 9.1.67;
    Wi. 1935-67;
    Altpreuß. Biogr. III;
    Riemann mit Erg.bd.: Nassau. Biogr.;
    Frankfurter Biogr.;
    Schweizer Lex.;
    Munzinger.

  • Autor/in

    Stephan Hörner
  • Empfohlene Zitierweise

    Hörner, Stephan, "Schuricht, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 761-762 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117311332.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA