Lebensdaten
1870 bis 1939
Geburtsort
Petershagen (Westfalen)
Sterbeort
Chemnitz
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 117210358 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Normann, Wilhelm

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Zitierweise

Normann, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117210358.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Mütterlicherseits aus Herforder Fam.;
    V Julius, Lehrer u. Schulrektor in P. u. Kreuznach, Kaufm. in H., S d. Carl, Webermstr. in Berlin, u. d. Auguste Wilhelmine Wendschu;
    M Luise, T d. Otto Wilhelm Albert Siveke, Kaufm. in H., u. d. Juliane Wilhelmine Friederike Menge;
    Ur-Gvm Camerarius Johann Hermann Menge, Oekonom u. Mühlenbes. in H.;
    - 1916 Martha Uflerbäumer; 1 S.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Herforder Friedrich-Gymnasiums trat N. 1888 mit der Primareife (also ohne Abitur) in die hiesige Maschinenfett- und Ölfabrik Leprince und Siveke ein. 1890 begann er seine chemischen Studien am Laboratorium Fresenius in Wiesbaden, kehrte aber nach einem Jahr wieder zurück in den Herforder Betrieb. Während der nächsten Jahre besuchte er Kurse über Öl-Prüfung an der Kgl. Mechanisch-technischen Versuchsanstalt in Berlin-Charlottenburg. 1895-1900 studierte er Chemie an der Univ. Freiburg und promovierte bei Adolf Claus zum Dr. phil.

    In seinem alten Betrieb, in den er nach dem Studium wieder eintrat, erfand er um 1901 die sog. Fetthärtung von flüssigem Fett durch Hydrierung mittels eines Nickel-Katalysators (DRP 141029 von 1902). Da sich keine deutsche Firma bereitfand, seine Erfindung technisch umzusetzen, suchte er sich engl. Partner. Zusammen mit Crosfields & Sons Ltd. in Warrington entwickelte er sein Verfahren bis zur technischen Anwendungsreife, wozu er mehrfach in England weilte. 1909 verließ N. die Firma Leprince und Siveke, blieb aber weiterhin beratend für sie tätig. 1911-22 war er wissenschaftlicher Leiter der vom holländ. Jurgens-Konzern gegründeten Ölwerke Germania in Emmerich, die die Margarineherstellung nach seinem Verfahren betrieben. Während der Kriegs- und Inflationsjahre verlor N. sein Vermögen. 1926 wirkte er als Berater und technischer Leiter der heimatlichen Fabrik in Herford, 1927-29 bei der Societé anonyme d'Huiles, Graisses et Produits Africain (SAPA), in Antwerpen, und 1929-38 bei der Böhme AG, Chemnitz. Ohne Zweifel ist die Erfindung der Fetthärtung die bedeutendste wissenschaftlich-technische Leistung N.s, wenngleich er selbst keinen nachhaltigen ökonomischen Nutzen aus dieser Erfindung zog. Nicht nur die Grundlagen der Margarineherstellung, auch die Erschließung an sich ungenießbarer Fette (etwa des Walöls) sind ihm zu verdanken. Neben der technischen Fettchemie hat N. auch Fragen der Molmassen-, Dichte-, Konsistenz- und Viskositätsbestimmung sowie andere fettanalytische Probleme bearbeitet und darüber publiziert. – Liebig-Gedenkmünze d. Ver. Dt. Chemiker (1922); Ehrenmitgl. d. Dt. Ges. f. Fettforsch. (1939); Dr. h. c. (Münster 1939).

  • Werke

    u. a. Katalyt. Wasserstoffanlagerung an ungesättigte Verbindungen, in: Chemiker-Ztg. 39, 1915, S. 577 ff.;
    Fortschritte auf d. Gebiet d. Fetthärtung, ebd. 59, 1935, S. 253 ff.;
    Gehärtete Fette, in: Ullmanns Enz. d. techn. Chemie V, 21930, S. 169 ff.;
    Die Härtung v. Walöl u. d. Verwendung v. gehärtetem Walöl in d. Margarine-Herstellung, in: Fette u. Seifen 45, 1938, S. 73 ff.;
    mehrere Patente.

  • Literatur

    H. P. Kaufmann, in: Fette u. Seifen 46, 1939, S. 259 ff. (P);
    J. Hefele, 50 J. Fetthärtung, in: Chemiker-Ztg. 76, 1952, S. 769 ff.;
    W. Pötsch, in: Lex. bedeutender Chemiker, 1988;
    Pogg. VI.

  • Autor/in

    Klaus Ruthenberg
  • Empfohlene Zitierweise

    Ruthenberg, Klaus, "Normann, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 344 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117210358.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA