Lebensdaten
1865 bis 1920
Geburtsort
Danzig
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Fabrikant ; Kunsthistoriker
Konfession
jüdisch,evangelisch
Normdaten
GND: 117178721 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Münsterberg, Oskar
  • Muensterberg, Oskar
  • Münsterberg, Oscar

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Münsterberg, Oskar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117178721.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Moritz (s. Gen. 1);
    M Anna Bernhardy;
    Halb-B Emil (s. 1), Otto (s. Gen. 1);
    B Hugo (s. 2);
    1913 Helen (1886–1960), T d. Edward R. Rice ( 1912) u. d. Mary F. N. N. ( 1915);
    1 S Hugo (* 1916), Prof. f. Kunstgesch. in New York (s. BHdE II; W), 2 T.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums in Danzig studierte M. bis 1896, unterbrochen durch eine Tätigkeit als Fabrikant in Detmold 1886–93, Volkswirtschaft und Kunstgeschichte in München und Freiburg (Breisgau). 1906 wurde er Direktor der Deutschen National-Zeitung in Berlin, drei Jahre später übernahm er eine Verlagsleitung in Leipzig und kehrte 1912 als Direktor der W. Hagelberg A. G. nach Berlin zurück. Auf berufsbedingten Reisen, die M. unter anderem nach Ostasien führten, konnte er auch intensiver seinen geisteswissenschaftlichen Neigungen nachgehen. M.s Publikationen befaßten sich einerseits mit wirtschaftlichen, andererseits mit kunsthistorischen Themen. In seiner Freiburger Dissertation „Japans Edelmetallhandel 1542-1854“ (erweitert u. d. T. „Japans auswärtiger Handel von 1542 bis 1896“, 1896) behandelte er einen Ausschnitt der japan. Wirtschaftsgeschichte. Hiervon ausgehend wandte M. sich der Kunst zu und verfaßte sein erstes Hauptwerk, die „Japanische Kunstgeschichte“ (3 Bde., 1904–07). Der Abhandlung „Die Reform Chinas, Ein historisch-politischer und volkswirtschaftlicher Beitrag zur Kenntnis Ostasiens“ (1895), ließ er sein zweites grundlegendes Werk, die „Chinesische Kunstgeschichte“ (2 Bde., 1910–12, 21924) folgen.

    Obwohl M. nach Generation und Ausbildung nicht zu der sich erst formierenden und von Otto Kümmel (1874–1957) angeführten Zunft der ostasiatischen Kunstgeschichte gehörte, handelt es sich bei seinen Werken – noch vor den in der Konzeption ähnlichen „Epochs of Chinese and Japanese Art“ von E. F. Fenollosa (1818/19-1908) – um die ersten umfassenden Darstellungen ihrer Art. M. beherrschte zwar keine ostasiatische Sprache, er machte sich jedoch die Ergebnisse der neuen Ostasienwissenschaften und deren Japan- und Chinabild zu eigen, so daß er sich weitgehend auf der Höhe des Wissens seiner Zeit befand. Bemerkenswert ausführlich behandelte er das Kunsthandwerk, aber auch der Malerei widmete er schon den ihrem Rang entsprechenden breiten Raum. Die methodische Anlage ist in beiden Werken dieselbe; M. wandte sich von der bloßen Materialsammlung ab, wie sie noch S. W. Bushells „Chinese Art“ (1906) aufweist, und versuchte, eine Stilgeschichte der chines. Kunst zu schreiben – trotz geteilten Urteils ein bedeutender Schritt für die Entwicklung der ostasiatischen Kunstwissenschaft des Westens.

  • Werke

    Weitere W Japans Kunst, 1895, 21909;
    Die japan. Kunst u. d. japan. Land, 1896;
    Das Ostasiat. Mus. in Berlin, 1910;
    Neudtld.s Wirtsch., 1918;
    Aufsätze u. a. in: Kunst u. Handwerk, 1908 u. 1911;
    Revue des études ethnographiques et sociologiques, 1909;
    Oriental. Archiv, 1911;
    Zs. f. bildende Kunst, NF 20, 1909. – W-Verz.: Ostasiat. Zs. 7, 1920/21, S. 272. – Zu Hugo (* 1916): A Short History of Chinese Art, 1949;
    The Arts of Japan, 1957;
    Zen and Oriental Art, 1965;
    Art of the Far East, 1968, dt. 1970. – W-Verz.: Directory of American Scholars I, hrsg. v. J. C. Press, 61974;
    The T. L. Yuan Bibliography of|Western Writings on Chinese Art and Archaeology, hrsg. v. H. A. Vanderstappen, 1975.

  • Literatur

    Kunstchronik 55, NF 31, 1920, S. 574;
    Wi. 1905-20;
    DBJ II, Tl.;
    Altpreuß. Biogr. IV.

  • Autor/in

    Gert Naundorf
  • Empfohlene Zitierweise

    Naundorf, Gert, "Münsterberg, Oskar" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 543 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117178721.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA