• Genealogie

    V N. N.;
    M N. N.;
    Sophie Haas.

  • Leben

    M. besuchte das Lyceum in Karlsruhe und begann 1851 das Studium der Medizin in Heidelberg, wo er, nach Studienaufenthalten in Prag und Wien, 1856 promoviert wurde. Seine Dissertation bildete die Antwort auf eine Preisaufgabe der Heidelberger Medizinischen Fakultät zum Thema „Über den Harnstoff- und Kochsalzgehalt des Urins in verschiedenen Krankheiten, insbesondere im Typhus und im Intestinalcatarrh“. Nach seiner Promotion ließ sich M. als praktischer Arzt nieder, übernahm jedoch bald darauf eine Assistentenstelle an der Heidelberger Medizinischen Klinik bei Karl Ewald Hasse. Mit einer Arbeit „Untersuchungen und Beobachtungen über den Einfluss der Pfortaderentzündung auf die Bildung der Galle und des Zuckers in der Leber“ habilitierte sich M. 1859 für Innere Medizin. Sein Interesse richtete sich immer stärker auf die damals als eigenständiges Fachgebiet der Medizin noch kaum hervorgetretene Ohrenheilkunde (Otologie); 1862 begann er einschlägige Vorlesungen zu halten. Zunächst in seiner eigenen Wohnung, später in einem kleinen Raum der Klinik richtete M. ein Ambulatorium zur Behandlung von Ohrenleiden ein. 1866 erfolgte seine Ernennung zum ao. Professor, die 1876 in eine Fachprofessur für Ohrenheilkunde umgewandelt wurde (1891 o. Honorarprof.). 1870/71 fungierte M. als Lazarettarzt. Von 1873 bis zu seinem Tod stand er als Leiter|einer staatlichen Poliklinik in Heidelberg vor. Mit dem Extraordinariat für Ohrenheilkunde erhielt er 1876 auch die Mittel zur Errichtung eines kleinen Instituts für Otiatrie. Aufgrund seiner zahlreichen pathologischen, pathologisch-anatomischen und auch histologischen Arbeiten gelang es M., den Stellenwert der Ohrenheilkunde in der Medizin wesentlich zu steigern. M. gehört als einer der Begründer der modernen Otologie zu den bedeutendsten Vertretern dieses Faches.|

  • Auszeichnungen

    Hofrat (1889).

  • Werke

    Klinik d. Ohrenkrankheiten, Ein Hdb. f. Studierende u. Ärzte, 1866;
    Btrr. z. normalen u. patholog. Anatomie u. z. Physiol. d. Eustachischen Röhre, 1875;
    Über Meningitis cerebrospinalis epidemica (Genickkrampf), insbes. üb. d. nach derselben zurückbleibenden kombinierten Gehörs- u. Gleichgewichtsstörungen, 1881. – Mithrsg.: Archiv f. Augen- u. Ohrenheilkde. (1869–78, auch engl.: The Archives of Ophthalmology and Otology, New York), seit 1879 als Zs. f. Ohrenheilkde. weitergeführt.

  • Literatur

    Index-Catalogue of the Library of the Surgeon-General's Office, United States Army, 1888, S. 442;
    A. Politzer in: Archiv f. Ohrenheilkde. 40, 1895, S. 27-30;
    ders., Gesch. d. Ohrenheilkde., 2 Bde., 1913, S. 247 f.;
    H. Steinbrügge in: Mschr. f. Ohrenheilkde. 1895, Nr. 11, S. 1-6 (W-Verz.);
    Bad. Biogrr. V, 1906, S. 916;
    Drüll, Heidelberger Gel.lex. I;
    BLÄ.

  • Portraits

    Phot. (Inst. f. Gesch. d. Med. d. Univ. Wien;
    Univ.-Archiv Heidelberg).

  • Autor/in

    Judith Bauer
  • Empfohlene Zitierweise

    Bauer, Judith, "Moos, Salomon" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 75 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117135593.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA