Lebensdaten
1908 bis 1989
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Schauspieler
Konfession
katholisch,konfessionslos
Normdaten
GND: 117134724 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Moog, Heinrich Gustav Eduard
  • Moog, Heinz
  • Moog, Heinrich Gustav Eduard

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Zitierweise

Moog, Heinz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117134724.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Jakob Paul, Polizeiwachtmeister in F.;
    M Katharina Kasper;
    Wien 1948 Annette, Tänzerin, T d. Ludwig Geisen u. d. Else N. N.;
    1 S Thomas (* 1950), Maler.

  • Leben

    Noch während des Besuchs der Oberrealschule begann M. 1925 mit einer Schauspielausbildung am Hochschen Konservatorium in Frankfurt und bei Alfred Auerbach. Nach dem Abitur und dem Abschluß dieser Ausbildung erhielt er im Herbst 1927 sein erstes Engagement am Frankfurter Künstlertheater für Rhein und Main. Es folgten Engagements bei den Marburger Festspielen (1928), am Kleinen Theater in Kassel (1928–33), am Stadttheater in Plauen (1933–35) und seit 1935 am Deutschen Nationaltheater in Weimar. Kennzeichnend für diese Jahre ist sein vielseitiges Rollenrepertoire, das von Bonvivants, alten Männern und Greisen über klassische Heldenrollen wie Macbeth bis zu komischen Shakespeare-Rollen (wie Zettel und Malvolio) und dem Frosch in der „Fledermaus“ reichte. 1939 sah ihn der Regisseur Saladin Schmitt und engagierte ihn sofort an eines der damals führenden Theater im deutschen Sprachraum, die Städtischen Bühnen Bochum. Schmitt erkannte M.s Fähigkeiten zum ernsthaften Charakterdarsteller und setzte ihn dementsprechend ein. Zu einer der Glanzleistungen in Bochum wurde sein Rudolf II. in Grillparzers „Bruderzwist in Habsburg“, mit dem er u. a. in Wien (1941) und Weimar gastierte. Im Februar 1943 wurde M. vorerst auf drei Jahre für „Charakter- und individuelle Rollen“ an das Wiener Burgtheater verpflichtet. Bis zu Beginn der 60er Jahre gehörte er dort zu den meistbeschäftigten Schauspielern. Im Dezember 1969 kündigte M. erstmals, trat aber 1976 dem Ensemble wieder bei, um 1978 endgültig das Burgtheater zu verlassen. M. war mit seiner unverwechselbaren Sprache und scharf zeichnenden Nuancierungskunst einer der markantesten Schauspieler der Wiener Theaterszene. Bekannt vor allem für seine überzeugende Interpretation düsterer und zwielichtiger Charaktere (z. B. Wurm, Mephisto oder Melchior Kiesel im „Bruderzwist“), setzte er doch in seinen komischen, menschlich zutiefst berührenden Rollen, etwa des Kesselflickers Sly in Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“, des Just in Lessings „Minna von Barnhelm“ oder des Kolieski in der Uraufführung von J. B. Priestleys „Schafft den Narren fort“ (1955) die Höhepunkte seiner Darstellungskunst. Daneben wirkte M. schon sehr früh auch im Rundfunk und in rund 75 deutschsprachigen und internationalen Filmen (u. a. in L. Viscontis „Sehnsucht“ und „Ludwig II.“) mit. In seinen letzten Lebensjahren trat M. mit großem Erfolg am Theater in der Josefstadt und am Wiener Volkstheater auf; in über 100 Produktionen arbeitete er vor allem für das deutschsprachige Fernsehen (etwa in P. Patzaks „Der Strawanzer“, 1983).|

  • Auszeichnungen

    Kammerschausp. (1955); Österr. Ehrenkreuz 1. Klasse f. Wiss. u. Kunst (1960), Josef-Kainz-Medaille (1977), Ehrenmitgl. u. Ehrenring d. Wiener Burgtheaters (1978).

  • Literatur

    H. Ihering, Von Josef Kainz bis Paula Wessely, 1942;
    A. Kaun, Berliner Theater-Alm. 1942;
    M. A., H. M., in: Die Presse v. 14.3.1951;
    E. Wurm, H. M., in: Neue Wiener Tagesztg. v. 30.1.1955;
    J. Handl, H. M., in: Schausp. d. Burgtheaters, 1955;
    D. Sommer, H. M., Menschengestalter am Wiener Burgtheater, Diss. Wien 1972 (P);
    Wiener Bühne, 1948, H. 4;
    Die Bühne, Juni 1989, S. 106;
    Die Presse v. 10. u. 11.5.1989;
    Wiener Ztg. v. 10. u. 11.5.1989;
    Kurier v. 11.5.1989;
    Kosch, Theater-Lex.;
    Glenzdorfs Internat. Filmlex., 1961;
    Das gr. Buch d. Österreicher, hrsg. v. W. Kleindel, 1987;
    Dt. Bühnenjb. 1989/90, S. 668;
    Wi. 1958-85;
    Gorzny.

  • Autor/in

    Edith Marktl
  • Empfohlene Zitierweise

    Marktl, Edith, "Moog, Heinz" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 67 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117134724.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA