Lebensdaten
1863 bis 1921
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117065862 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jahnke, Eugen

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Zitierweise

Jahnke, Eugen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117065862.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst ( 1874), Schutzmann in B.;
    M Albertina Boche (1835–1917); ledig.

  • Leben

    J. wuchs in bedrängten wirtschaftlichen Verhältnissen auf. Seine Mutter ermöglichte ihm dennoch den Besuch eines Realgymnasiums. Seit 1881 studierte er an der Univ. Berlin Mathematik und Naturwissenschaften, wo K. Weierstraß und K. L. Fuchs, auf dessen Anregung hin er 1889 mit einer Arbeit über Differentialgleichungen zum Dr. phil. promovierte, den größten Einfluß auf ihn ausübten. 1886 legte er die Staatsprüfung für das höhere Lehramt in Mathematik und Physik ab. Durch Zusatzprüfungen in mehreren Fächern hoffte er die für ihn sonst äußerst ungünstigen Anstellungsaussichten für Oberlehrer zu verbessern, mußte sich jedoch 6 Jahre lang als Hilfslehrer an Realschulen mit Nebenbeschäftigungen an Privat- und Fortbildungsschulen durchschlagen, bevor er 1892 eine entsprechende Anstellung an einer Real-, 1900 an der Friedrichwerderschen Oberrealschule in Berlin fand. Anfang der 90er Jahre trat J. in nahe Beziehung zu F. Caspary, unter dessen Einfluß mehrere Arbeiten, insbesondere über Thetafunktionen, entstanden, durch die er u. a. die Anerkennung F. Kötters erwarb. 1900, noch vor J.s 1901 an der TH Berlin erfolgten Habilitation, setzte sich Kötter dafür ein, ihn als seinen Nachfolger zum o. Professor für Mathematik und Mechanik an die Bergakademie zu berufen, was aber erst 1905 geschah. Auf Casparys Anregung geht auch J.s Beschäftigung mit den Methoden der Graßmannschen Ausdehnungslehre zurück, der sich seine „Vorlesungen über die Vektorrechnung“ anschlossen. Nach der Vereinigung der Akademie mit der Technischen Hochschule (1916) blieb J. wegen seines zunehmenden Interesses für Fragen der Technik an der Bergbauabteilung (Rektor 1919). Sein letztes Arbeitsgebiet wurde die Fördertechnik. Er erfand eine Vorrichtung zur Fahrtkontrolle des Förderkorbes. – J., glänzend als Pädagoge und Hochschullehrer, setzte sich nachhaltig für die Belange und Nöte seiner Studenten ein. Seit seinem Eintritt in den Lehrkörper der Bergakademie beschäftigte er sich viel mit Fragen der mathematischen Pädagogik und erwarb sich um den mathematischen und physikalischen Unterricht große Verdienste, vor allem als langjähriger Herausgeber (1901–18) des „Archivs für Mathematik und Physik“ und der „Mathematisch-Physikalischen Schriften für Ingenieure und Studierende“, ebenso als Schriftleiter von „Dinglers Polytechnischem Journal“ (seit 1912). Sein Organisationstalent und sein Fleiß kamen zahlreichen Gesellschaften und Vereinigungen zugute, insbesondere gründete er zusammen mit H. Kneser 1901 die Berliner Mathematische Gesellschaft.|

  • Auszeichnungen

    Geh. Bergrat; Mitgl. d. Leopoldina (1910).

  • Werke

    Weitere W u. a. Zur Integration v. Differentialgleichungen erster Ordnung, in welchen d. unabhängige Veränderliche explizite nicht vorkommt, durch eindeutige doppeltperiod. Funktionen, Diss. Halle 1889;
    Über e. allg. aus Thetafunktionen v. zwei Argumenten gebildetes Orthogonalsystem u. s. Verwendung in d. Mechanik, in: Die Berliner Math. Ges., Berr., 1896, S. 1023–30.

  • Literatur

    St. Jolles, in: Jber. d. Dt. Mathematiker-Vereinigung 31, 1922, S. 177-84 (W-Verz., P);
    A. Baruch, in: SB d. Berliner Math. Ges. 21, 1922, S. 30-39 (P);
    Pogg. IV-VI,

  • Autor/in

    Eberhard Knobloch
  • Empfohlene Zitierweise

    Knobloch, Eberhard, "Jahnke, Eugen" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 307 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117065862.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA