Lebensdaten
1862 bis 1937
Geburtsort
Dormagen bei Düsseldorf
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Bibliothekar
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117038881 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nörrenberg, Constantin
  • Nörrenberg, C.
  • Nörrenberg, Konstantin

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Zitierweise

Nörrenberg, Constantin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117038881.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus e. Fam. westfäl. Freibauern; – V Constantin (1811–87), Ger.vollzieher, S d. Johann Caspar (* 1756), Kaufm. in Waldbröl, u. d. Carolina Krumm;
    M Mathilde (1827–1912), T d. Johann Spannagel (* 1794), Hofbes. in Immelscheidt, u. d. Friederike Plate (* 1800) aus Kierspe;
    Kiel 1896 Elsa (Elisabeth Louise Ottilie) (1869–1952), T d. Hermann Stange (1835–1914), Prof. Dr. h. c., Organist, akad. Musikdir. in Kiel, u. d. Dorothea Petersen (1843–71) aus Flensburg; kinderlos.

  • Leben

    N. besuchte das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Köln, studierte in Bonn und Berlin Germanistik und promovierte 1884 mit „Studien zu niederrhein. Mundarten“ bei W. Braune in Gießen, die ihm auch zur ersten Anstellung bei den Vorarbeiten zur Herausgabe des Deutschen Sprachatlas unter Georg Wenker in Marburg/Lahn verhalfen. 1886 wurde N. Hilfsarbeiter an der Universitätsbibliothek Marburg und edierte innerhalb der „Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jh.“ die Geschichte der Belagerung von Neuß des Christian Wierstraat. 1889 ging er als Assistent an die Kgl. Bibliothek nach Berlin. Seine publizistische Kritik an der Personal- und Etatpolitik der Regierung führte zu seiner zeitweiligen Entlassung. 1891 wurde er Kustos an der Universitätsbibliothek in Kiel. 1893 ließ er sich zu einer Studienreise in die Vereinigten Staaten beurlauben. Als deutscher Kommissar nahm er am zweiten bibliothekarischen Weltkongreß sowie an der Tagung der American Library Association teil und besuchte 45 Bibliotheken in allen Teilen der USA. Als Reaktion auf seine Berichte bemühte sich eine Anzahl von Verbänden in Deutschland um eine Verbesserung der Erwachsenenbildung. N.s Vorträge über die öffentlichen Bibliotheken (public libraries) in den Vereinigten Staaten sowie seine programmatische Hamburger Rede 1895 vor der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung forderten ergänzend zur Schule eine neue Form der öffentlichen Bibliothek in|Deutschland mit freier Benutzung, ausreichenden Öffnungszeiten, einem guteingerichteten Lesesaal und der Leitung durch ausgebildete Bibliothekare. Besonders die Comenius-Gesellschaft nahm sich dieser Forderungen an. 1896 konnte N. im Reichstagsgebäude sein Programm vortragen und prägte die Bezeichnung „Bücherhalle“, ein Jahr später „Einheitsbibliothek“. 1899 richtete N. die erste Hamburger Bücherhalle ein, 1901/02 die Stadtbücherei in Elberfeld. 1904 wechselte er als Stadtbibliothekar zur Landes- und Stadtbibliothek Düsseldorf (1911 Direktor), baute sie zur bedeutendsten Bibliothek des nördlichen Rheinlands aus und errichtete hier das Heine-Archiv. 1906 gründete er mit A. Keysser als erste regionale Vereinigung den Verband rhein. Bibliotheken, dessen Geschäfte er 1909-28 führte. 1910 wurde die erste Beratungsstelle für das Büchereiwesen im Regierungsbezirk Düsseldorf eingerichtet und N. übertragen. An den Vorbereitungen und an der Gründung des Verbandes Deutscher Volksbibliothekare 1921/22 hatte N. aktiven Anteil. Neben diesen organisatorischen Arbeiten befaßte er sich intensiv mit Fragen der Bibliothekstechnik und wirkte erfolgreich für die Normung im Bibliotheks- und Buchwesen. Im „Richtungsstreit“ um eine „Bücherei der gebundenen Ausleihe“ neigte N. der liberalen Position von Erwin Ackerknecht (1880–1960) zu, versuchte aber als anerkannte Autorität, zur Schule von Walter Hofmann (1879–1954) zu vermitteln.|

  • Auszeichnungen

    Vors. d. Düsseldorfer Geschichtsver. (1906–28); Mitgl. d. Ausschusses d. Ver. dt. Bibliothekare (1914–22); Obmann d. Ver. Rhein.-Westfäl. Bibliothekare (1909–28).

  • Werke

    u. a. Die Volksbibl., 1906, 21928 (W-Verz.);
    Btrr. in Hdb. d. Bibl.wiss., hg. v. F. Milkau, 1931-33;
    Hg.:
    Düsseldorfer Jb., 1906-28.

  • Literatur

    J. Heyderhoff, in: Düsseldorfer Jb. 40, 1938, S. 331-33;
    M. Gf. v. Schmettow, in: 200 J. Landes-u. Stadtbibl. Düsseldorf, 1970, S. 29-52 (P);
    Wi. 1905-35;
    Rhdb. (P);
    A. Habermann u. a., Lex. dt. wiss. Bibliothekare 1925-1980, 1985;
    LGB.

  • Autor/in

    Johannes Buder
  • Empfohlene Zitierweise

    Buder, Johannes, "Nörrenberg, Constantin" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 317 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117038881.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA