Lebensdaten
1803 bis 1871
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Wasserbautechniker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117036552 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hübbe, Heinrich
  • Huebbe, H. W. C.
  • Hübbe, H.
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Zitierweise

Hübbe, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117036552.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1771–1847), Schiffsregistrator u. Notar, S d. Perückenmachers Joh. Michael u. d. Eva Marg. Frieder. Sandhagen;
    M Maria Christine (1774–1842), T d. Eisenkramers Peter Anton Heyer in H. u. d. Sara Hauschildt;
    Hamburg 1831 Elisabeth (1809–90), T d. Amtsvogts Heinr. Diedrich Clemens Wasmann in Wennigsen u. d. Dor. Christine Woltmann;
    6 S (2 früh †), u. a. Heinrich (1834–1907), Stadtbaudir. in Schwerin, Siegmund Andreas (1838–59), Maler.

  • Leben

    H. empfing die ersten fachlichen Unterweisungen von den Hamburger Wasserbaudirektoren Reinke und Woltmann, bevor er in Gotha Schüler des Astronomen Encke sowie 1822-23 Mitarbeiter an Stielers Atlas wurde und 1824 an der Berliner Bauakademie, namentlich bei den Professoren Ohm, Berghaus und Dietlein, studierte. Der Studienabschluß führte ihn nach Hamburg zurück, wo er unter Woltmann erste praktische Arbeiten in Angriff nahm, H. C. Schumacher bei geodätischen Vermessungen unterstützte und dann 1828 als leitender Beamter beim Straßenbau, 1832 beim Wasserbau in Cuxhaven angestellt wurde. Seine amtliche Tätigkeit unterbrach er 1836 zugunsten einer Studienreise nach Holland, Frankreich, England und Irland. 1839 wurde er ad interim als hamburg. Wasserbaudirektor berufen und 1843 wirklich gewählt. Im Mittelpunkt des neuen Aufgabenbereiches standen Strom- und Hafenbau in Hamburg und an der Unterelbe; daneben arbeitete H. in verschiedenen hydrotechnischen Kommissionen der Elbuferstaaten mit, gehörte der technischen Kommission für den Wiederaufbau der durch den Großen Brand von 1842 zerstörten Stadtteile Hamburgs an und trat durch viele fachliche Veröffentlichungen hervor. Zu seiner Zeit zählte er zu den anerkannten Kapazitäten seines Faches, die häufig von auswärtigen Regierungen als Gutachter konsultiert wurden.

    Politisch sehr konservativ eingestellt, widersprach H. mit einigen Freunden energisch allen nach 1848 unternommenen Versuchen, die revisionsbedürftige hamburg. Verfassung zu reformieren, und wirkte 1851 angesichts eines als Kompromiß vorgelegten und von den zuständigen städtischen Gremien weitgehend akzeptierten Verfassungsentwurfes beim Frankfurter Bundestag und – über die Brüder Gerlach – bei der preußischen Regierung sogar auf eine Intervention zugunsten der alten Verfassung hin. Den dadurch drohenden Komplikationen glaubte man in Hamburg nur durch Vertagung der Verfassungsfrage entgehen zu können. Der Senat erteilte H. einen Verweis. Das Vertrauensverhältnis blieb fortan getrübt. Zum Bruch kam es schließlich, als H. 1856 einen Senatsantrag an die Bürgerschaft zur Hafenerweiterung durch öffentliche Polemik zu Fall brachte. Es stand dieser Vorgang im Zusammenhang mit der Kontroverse, ob Hamburg zu einem Dock- oder Tidehafen ausgebaut werden sollte. H. trat für einen Dockhafen nach dem Vorbild Londons ein und hatte 1845 einen entsprechenden Hafenplan vorgelegt, den er nun durch die Senatsvorlage gefährdet sah. Die technische Entwicklung und die hydrotechnischen Erkenntnisse waren indes weitergegangen, und H.s Hafenplan wurde in der Folgezeit ganz zugunsten des für Hamburg zukunftsträchtigeren Konzepts eines Tidehafens aufgegeben. Der Senat versetzte H. wegen des neuerlichen Affronts in den einstweiligen Ruhestand und pensionierte ihn nach langwierigen Gerichtsverfahren 1863. H. trat noch im selben Jahr als Bauverwalter der hinterpommerschen Häfen in preußische Dienste, wurde 1865 Baurat zu Köslin und 1866 Vortragender Rat im Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Berlin.

  • Werke

    Reisebemerkungen hydrotechn. Inhalts … Ber. üb. d. Mittel z. Vertiefung d. Ströme im Fluthgebiete …, 1844;
    Btrr. z. Kunde d. Fluthgebietes d. Elbe, 1845;
    Erfahrungen u. Beobachtungen im Gebiete d. Strombaukunst, 1853;
    Die kaiserl. Commissionen in Hamburg, 1856.

  • Literatur

    ADB 13;
    Stammbaum d. Fam. H. u. Wasmann in Hamburg, 1889;
    E. Baasch, Gesch. Hamburgs 1814-1918, I, 1924, S. 140 ff.;
    P. E. Schramm, Hamburg, Dtld. u. d. Welt, 1943;
    Lex. d. hamburg. Schriftsteller III, 1857;
    Pogg. I, III;
    Dt.GB 127 (P).

  • Portraits

    Ölgem. v. H. H. Porth, Abb. in Dt.GB 127.

  • Autor/in

    Hans-Dieter Loose
  • Empfohlene Zitierweise

    Loose, Hans-Dieter, "Hübbe, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 711-712 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117036552.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hübbe: Heinrich H., Hydrotechniker, geb. zu Hamburg den 23. Sept. 1808, ein Sohn des Notars J. H. H., und Neffe des Pastors H. (s. u.). In seinem Fach anfänglich unterwiesen durch die Hamburger Wasserbaudirectoren Reinke und Woltmann, sodann ein Schüler des Astronomen Encke, damals in Gotha, woselbst er auch (1822 und 23) als Mitarbeiter an Stieler's Kartenwerk beschäftigt war, besuchte er später die Bauakademie in Berlin. — Nach verschiedenen praktischen Arbeiten in Hamburg wurde er im J. 1828 als Conducteur beim Straßenbau, sodann 1832 als Wasserbauconducteur in Cuxhaven angestellt. Nach einer im J. 1836 unternommenen wissenschaftlichen Reise in Holland, England und Irland wurde er 1839 Wasserbaudirector in Hamburg, in welcher Eigenschaft er auch Theil nahm an den Arbeiten der hydrotechnischen Commission der Elbuferstaaten zu Dresden 1842. Gleichzeitig war er Mitglied der technischen Commission für den Wiederaufbau der abgebrannten Stadttheile Hamburgs. — Seine hervorragende Bedeutung in seinem Beruf, anerkannt von vielen deutschen Regierungen, wie von den Fachgenossen aller Länder, wird auch durch seine Schriften beurkundet. — Als warmer Anhänger der alten Verfassung seiner Vaterstadt, gerieth er später in Conflikt mit den Reformbestrebungen, welchen er als Bürger widersprechen zu müssen glaubte, während die Behörden ihm dem Beamten solch Verhalten nicht gestatten konnten. Aus diesem politischen Grunde wurde er suspendirt und im J. 1863 mit Pension in den Ruhestand versetzt. Hierauf mehrfach als technischer Consulent für das königl. preußische Wasserbauwesen beschäftigt, starb er in Hamburg den 1. Juni 1871.

    • Literatur

      S. Hamb. Schriftsteller-Lexikon, Bd. III, S. 398 ff.

  • Autor/in

    Beneke.
  • Empfohlene Zitierweise

    Beneke, Otto, "Hübbe, Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 13 (1881), S. 227 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117036552.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA