Lebensdaten
1873 bis 1936
Geburtsort
Bückeburg
Sterbeort
Ospedaletti (Ligurien)
Beruf/Funktion
Medizinhistoriker
Konfession
jüdisch,evangelisch
Normdaten
GND: 117004758 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer, Theodor (bis 1910)
  • Meyer-Steineg, Theodor
  • Meyer, Theodor (bis 1910)
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Meyer-Steineg, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117004758.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Aron M. (1836-92), Bankier, S d. Nathan (1795–1892), seit 1851 Bürger in B., u. d. Julie Simon (1805–62) aus Salzkotten;
    M Bertha Stein;
    Bielefeld 1899 Toni (1874–1944), T d. Kaufm. Adolf Stern u. d. Henriette N. N.;
    2 T, u. a. Eleonore (* 1900), Augenärztin in Luzern.

  • Leben

    M. studierte in München und Kiel Medizin. Nach dem Staatsexamen und der Promotion 1896 war er zunächst als Assistenzarzt an der Stuttgarter Charlotten-Heilanstalt und später als niedergelassener Augenarzt in Detmold tätig. 1901 begann er, nach Aufgabe der ärztlichen Praxis, ein Studium der Rechtswissenschaften in Kiel und wurde 1905 an der Rostocker Universität zum Dr. iur. promoviert. 1907 habilitierte sich M. an der Medizinischen Fakultät der Univ. Jena für Geschichte der Medizin. 1911 erfolgte die Ernennung zum ao. Professor und 1924 die Übertragung eines unbesoldeten Lehrauftrages für Geschichte der Medizin. M. gehörte somit zu den ersten eigenständigen akademischen Vertretern des sich zu dieser Zeit an deutschen Universitäten etablierenden Faches. Unter seiner Leitung erfolgte 1911 die Errichtung einer „Anstalt für Geschichte der Medizin“ an der Univ. Jena. Besondere Verdienste erwarb er sich jedoch 1909 durch die Begründung der Jenaer Medizinhistorischen Sammlung. Diese international bedeutende Sammlung enthält neben antiken medizinischen Instrumenten und Weihegaben vor allem ärztliches Instrumentarium des 18. und 19. Jh. (im Bes. der Univ. Jena). 1912-32 gab M. die aperiodisch erscheinenden „Jenaer medizinhistorischen Beiträge“ heraus. Die gemeinsam mit Karl Sudhoff erarbeitete und 1921 erschienene „Geschichte der Medizin im Überblick mit Abbildungen“ zählt zu den bedeutenden deutschsprachigen medizinhistorischen Übersichtswerken. Neben akademischer Lehre und medizinhistorischer Forschung, vor allem zur antiken Medizin, betrieb M. seit 1913/14 in Jena eine private Augenklinik und beschäftigte sich vorwiegend mit der konservativen Therapie des beginnenden Altersstars. Von musikhistorischem Interesse sind seine, dem damaligen Zeitgeist entsprechenden, Vertonungen von Gedichten und Balladen für Klavier und Laute (verlegt bei E. Diederichs, Jena in 7 Heften u. mehrfachen Aufl.). Nach 1933 rassischen Verfolgungen ausgesetzt, verbrachte M. die letzten Lebensmonate in Italien.

  • Werke

    Weitere W Theodor Priscianus u. d. röm. Med., 1909, Nachdr. 1967;
    Thessalos v. Tralles, in: Archiv|f. Gesch. d. Med. 4, 1911, S. 89-108;
    Chirurg. Instrumente d. Altertums, Ein Btr. z. antiken Akiurgie, 1912 (P);
    Das med. System d. Methodiker, e. Vorstufe zu Caelius-Aurelianus „De morbis acutis et chronicis“, 1916;
    Gesch. d. Med. im Überblick mit Abb., 1921 (mit Karl Sudhoff, P), 5. durchges. u. erw. Aufl., hrsg. v. R. Herrlinger u. F. Kudlien, 1965 u. d. T. „Illustrierte Gesch. d. Medizin“ (P).

  • Literatur

    H. Reichwage, Th. M.-S., Leben u. Wirken d. Begründers d. Inst. f. Gesch. d. Med. d. Univ. Jena, Diss. Jena 1966 (P);
    O. Leitholf, Der Medizinhistoriker Th. M.-S. (1873–1936) im Lichte neuer Unterss., in: Wiss. Zs. Halle 23, 1974, S. 45-49;
    S. Zimmermann. Biogr. Th. M.-S., in: Th. M.-S. (1873–1936) – Arzt, Historiker, Sammler, Ausst.kat., hrsg. v. C. Habrich, Dt. Medizinhist. Mus. Ingolstadt, 1991, S. 9-13 (P);
    Fischer. – Eigene Archivstud.

  • Portraits

    Ölgem. v. G. Fischer, 1921 (Univ. Jena).

  • Autor/in

    Susanne Zimmermann
  • Empfohlene Zitierweise

    Zimmermann, Susanne, "Meyer-Steineg, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 385 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117004758.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA