Lebensdaten
1904 bis 1995
Geburtsort
Luckenwalde (Brandenburg)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Schauspielerin
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116995084 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schweikart, Maria (in 2. Ehe verheiratete)
  • Kraushaar, Maria (geborene)
  • Nicklisch, Maria
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Zitierweise

Nicklisch, Maria, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116995084.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Jakob Peter Anton Kraushaar;
    M Elise Eisfeld (1885–1967) aus Harzgerode (Anhalt);
    1) 1930 ( 1930) Helmut Nicklisch, 2) 1930 ( 1940) Hans Schweikart (1895–1975), Regisseur; kinderlos.

  • Leben

    N. begann ihre Karriere 1934 am Münchener Staatsschauspiel und wurde 1935 Mitglied des Ensembles der Münchener Kammerspiele, dem sie bis zu ihrem Tod angehörte. Sie war zeit ihres Lebens eine der ersten Schauspielerinnen dieser renommierten Bühne. Kurzzeitig scheint sie auch am Deutschen Theater in Berlin und 1941-44 am Theater in der Josefstadt in Wien engagiert gewesen zu sein. In jungen Jahren spielte sie die Cressida in Shakespeares „Troilus und Cressida“ (1936), die Susanne in Beaumarchais' „Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit“ (1937, neben O. E. Hasse) und die Ophelia in „Hamlet“ (1939, neben Horst Caspar). In den vierziger, fünfziger und sechziger Jahren übernahm N. die großen Frauenrollen: so die Lady Milford in Schillers „Kabale und Liebe“ (1949), die Julia in Shakespeares „Komödie der Irrungen“ (1960), die Claire in Albees „Empfindliches Gleichgewicht“ (1967), die Ranjewskaja in Tschechows „Kirschgarten“ (1962), die Arkadina in „Die Möwe“ (1966). Seit den siebziger Jahren wandte sie sich den großen Alten zu: Dorothea Merz in Tankred Dorsts „Auf dem Chimborazo“ (1976), Fonsia in Coburns „Gin-Rommé“ (1978), Maria Wassiljewna in „Onkel Wanja“ (1987), die Hexe in Goethes „Faust I“ (1987). Sie arbeitete mit den bedeutendsten Regisseuren, mit Paul Verhoeven, Harry Buckwitz, Hans Schweikart, Leonard Steckel, August Everding, Hans Lietzau, Robert Wilson und Dieter Dorn. Der Kritiker Ivan Nagel bestätigte ihr als Gräfin Laroche in Lenz/Kipphardts „Die Soldaten“ (1970) „schauspielerische Klugheit und Meisterschaft“. N., eine kleine, zierliche Frau mit einer unverwechselbaren, immer ein wenig flirrenden Stimme, schaffte es, selbst den einfachsten Frauen einen großbürgerlichen Touch zu geben. Sie beherrschte den überlegenen, ein wenig ironisch-hochnäsigen Ton. Sie verfügte über Grazie, natürliches Selbstbewußtsein und diskreten Humor. Die Geschöpfe, denen sie Leben gab, spielte sie stets mit Distanz, verfremdete und kommentierte deren Verhalten durch ihren Gestus.|

  • Auszeichnungen

    Kultureller Ehrenpreis d. Stadt München (1985).

  • Literatur

    H.-R. Müller, D. Dorn u. E. Wendt, Theater f. München, Ein Arbeitsbuch d. Kammerspiele 1973-1983, 1983;
    Ch. Bandmann u. J. Hembus, Klassiker d. dt. Tonfilms, 1983, S. 219;
    C. B. Sucher, Theaterzauber, Schauspieler, 40 Porträts, 1988;
    ders., in: SZ v. 22.11.1995 (P);
    G. Stadelmaier, in: FAZ v. 23.11.1995 (P);
    Kosch, Theater-Lex.

  • Autor/in

    C. Bernd Sucher
  • Empfohlene Zitierweise

    Sucher, C. Bernd, "Nicklisch, Maria" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 200 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116995084.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA