Lebensdaten
1880 bis 1965
Geburtsort
Montabaur
Sterbeort
Bonn
Beruf/Funktion
katholischer Kirchenhistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116985135 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Neuß, Wilhelm

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Zitierweise

Neuß, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116985135.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph (1847–1913), Dr. phil., aus Köln, zuletzt Dir. d. Realgymnasiums in Aachen, S d. Johann Josef (* 1817) u. d. Josefa Becker (* 1815);
    M Maria Glandorff ( 1938);
    Gr-Om Christoph Bernhard Schlüter (1801–84), Philosoph, Schriftst. (s. ADB 31).

  • Leben

    N., der in Aachen aufwuchs, studierte nach dem Abitur (1899) in Münster, München, Bonn und Freiburg (Br.) Theologie. Daneben befaßte er sich intensiv mit Geschichte und Kunstgeschichte. 1903 zum Priester geweiht, war er zunächst Kaplan, dann Religionslehrer (1905–17) in Köln. 1911 wurde er in Bonn mit der Dissertation „Das Buch Ezechiel in Theologie und Kunst bis zum Ende des 12. Jh., mit besonderer Berücksichtigung der Gemälde in der Kirche Schwarzrheindorf“ (1912) zum Doktor der Theologie promoviert. Damit löste er das bis dahin umstrittene ikonographische und theologiegeschichtliche Problem der Fresken der Schwarzrheindorfer Doppelkirche. Zwei Jahre später habilitierte er sich in Bonn mit einer Arbeit über „Die katalanischen Bibelillustrationen“ (1913) für Kirchengeschichte. 1917 wurde N. zum ao., drei Jahre später zum o. Professor in Bonn ernannt. Seit 1927 vertrat der außerordentlich beliebte und pädagogisch begabte Hochschullehrer sowohl die Fächer Mittlere und Neuere Kirchengeschichte als auch Geschichte der christlichen Kunst (1949 Emeritierung). Während des Dritten Reichs gelang es N., der einem Widerstandskreis angehörte, zahlreichen gefährdeten Personen, u. a. dem Historiker Wilhelm Levison, zu helfen.

    Das wissenschaftliche Werk N.s, das ca. 250 Titel umfaßt, weist zwei Schwerpunkte auf: die frühchristliche, insbesondere die frühspan. Kunst und die Kirchengeschichte des Rheinlands, speziell Kölns. Seine Untersuchungen auf dem Gebiet der frühchristlichen katalan. Kunst sind bahnbrechend. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er bekannt durch sein Werk „Kampf gegen den Mythus des 20. Jh.“ (1947), das zu einer grundlegenden weltanschaulichen Neuorientierung nach dem Ende des Dritten Reichs aufrief.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. v. acht wiss. Institutionen; Domkapitular (Köln 1936); Päpstl. Hausprälat (1953); Gr. BVK.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Kunst d. alten Christen, 1926;
    Apokalypse d. hl. Johannes in d. altspan. u. altchristl. Bibelill., Das Problem d. Beatushss., 1931;
    Die Anfänge d. Christentums im Rheinlande, 1923, 21933;
    Das Problem d. MA, 1944;
    Die Kirche d. MA, 1946, 21950;
    Die Kirche in d. Neuzeit, 1954, 21959;
    Gesch. d. Erzbistums Köln, I, 1964 (mit F. W. Oediger).

  • Literatur

    E. Hegel (Hg.), Festgabe f. W. N., 1947 (P);
    ders., in: HJb. 87, 1967, S. 147-51;
    ders., in: Archiv f. mittelrhein. KGesch 18, 1966, S. 371-74;
    A. Franzen, in: Theol. Revue 46, 1950, Sp. 164 f.;
    R. Haaß u. J. Hoster (Hg.), Zur Gesch. u. Kunst im Erzbistum Köln, FS f. W. N., 1960 (W-Verz., L, P);
    G. Adriányi, in: Unitas 121, H. 1, 1981, S. 6-15 (P);
    ders., in: Unitas-Hdb. I, hg. v. W. Burr, 1995, S. 283-89 (P);
    Nassau. Biogr.

  • Autor/in

    Gabriel Adriányi
  • Empfohlene Zitierweise

    Adrianyi, Gabriel, "Neuß, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 185-186 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116985135.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA