Lebensdaten
1883 bis 1919
Geburtsort
Sankt Petersburg
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
sozialistischer Politiker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 11696507X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Goldberg (Pseudonym, Mädchenname der Mutter)
  • Leviné, Eugen
  • levine, eugen
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Zitierweise

Leviné, Eugen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11696507X.html [23.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Julius ( 1886), Kaufm.;
    M Rosalie Goldberg (* 1859);
    1915 Rosa Broido (1890–1983, 2] 1920 Ernst Meyer, 1887–1930, kommunist. Politiker), T e. Rabbiners in Grodek b. Bialystock;
    1 S.

  • Leben

    L. übersiedelte 1897 nach Deutschland, besuchte das Gymnasium in Wiesbaden, nahm 1903 das Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg auf und studierte 1904/05 in Berlin. Im Sept. 1905 ging er nach Rußland und nahm an der Revolution teil. L. war Mitglied der Sozialrevolutionären Partei, er wurde 1906 und erneut 1908 verhaftet und mißhandelt. 1909 konnte er nach Deutschland zurückkehren. Er schloß sein Studium der Nationalökonomie in Heidelberg mit der Promotion ab. Seine Dissertation behandelte das Thema „Typen und Etappen in der Entwicklung gewerkschaftlich organisierter Arbeiter“. Unter dem Pseudonym „Goldberg“ (dem Mädchennamen seiner Mutter) arbeitete er für die SPD-Presse und war in der SPD und im Mannheimer „Karl-Marx-Klub“ radikaler Sozialdemokraten aktiv. 1913 wurde L. bad. Staatsbürger; er übersiedelte nach Berlin, wurde im Krieg zum Landsturm eingezogen und war Dolmetscher in einem Kriegsgefangenenlager. 1916 vom Wehrdienst entlassen, schloß er sich der USPD an. 1918 war L. Angestellter der russ. Telegraphenagentur ROSTA. Nach der Novemberrevolution war er für den Spartakusbund im Rheinland tätig, die Arbeiter in Essen sandten ihn als Delegierten zum 1. Reichsrätekongreß. L. war auch Delegierter auf dem Gründungsparteitag der KPD im Dez. 1918/Jan. 1919. Er nahm an den Januarkämpfen 1919 in Berlin teil und war dann in Braunschweig und im Ruhrgebiet aktiv. Im März 1919 ging er nach Bayern und wurde Führer der KPD in München. Unter seiner Leitung lehnte die KPD die Beteiligung an der „Scheinräterepublik“ (7.-13.4.) ab, am 13.4. übernahm L. die Führung der kommunistischen Münchener Räterepublik (13.4.-3.5.1919), die er bis zum 27.4. leitete. Nach der Niederschlagung der Räterepublik ging er auf Beschluß der Parteiführung in die Illegalität. Am 13.5. verhaftet, verteidigte L. vor dem Münchner Sondergericht mutig seine kommunistische Überzeugung. Er wurde zum Tode verurteilt und trotz zahlreicher Proteste erschossen.

  • Werke

    Stimmen d. Völker z. Krieg, 1924;
    Skizzen, Reden vor Gericht u. anderes, 21925.

  • Literatur

    P. Werner (d. i. Paul Frölich), E. L., 1922;
    Rosa Leviné, Aus d. Münchener Rätezeit, 1925;
    Rosa Meyer-Leviné, L., Leben u. Tod e. Revolutionärs, Erinnerungen, 1972 (P);
    Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung, Biogr. Lex., 1970, S. 287 f.

  • Autor/in

    Hermann Weber
  • Empfohlene Zitierweise

    Weber, Hermann, "Leviné, Eugen" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 400 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11696507X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA