Lebensdaten
1878 bis 1940
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Wernigerode (Harz)
Beruf/Funktion
Astronom
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116954744 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Neugebauer, Paul Viktor
  • Neugebauer, Paul
  • Neugebauer, Paul Viktor

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Zitierweise

Neugebauer, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116954744.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Paul (1848–1918), Dr. phil., Oberlehrer u. Astronom, Assistent an d. Sternwarte in B., führte f. d. Sternwarte Düsseldorf u. d. Astronom. Recheninst. in Berlin Bahnrechnungen v. Planetoiden aus (s. Pogg. IV u. VI);
    M Valeska Groetschel.

  • Leben

    N. studierte an der Univ. Breslau Astronomie, Mathematik und Physik. In seiner Dissertation (Die Bahn des Kometen v. 1684, 1874) entwickelte er eine Methode der Berechnung von Störungen für den speziellen Fall kleiner Exzentrizitäten und Bahnneigungen von Planetoiden. Auch als er 1896 zunächst als Hilfsrechner, 1914 als Observator in den Dienst des Astronomischen Recheninstituts Berlin trat, blieb längere Zeit die Berechnung von Planetoidenbahnen sein Arbeitsgebiet. 1911-35 leistete er als Schriftleiter des „Astronomischen Jahresberichts“ der wissenschaftlichen Forschung wertvolle Dienste.

    N. hat erkannt, daß für Untersuchungen auf dem Gebiet der historischen Chronologie die von den Astronomen benutzten Tafeln der Bewegungen von Sonne, Mond und Planeten von geringem Nutzen sind. Tatsächlich ist der durchschnittliche Historiker wegen unzureichender astronomischer Ausbildung weder in der Lage, diese Tafeln anzuwenden, noch ist die Genauigkeit, die sie liefern, für historische Anwendungen erforderlich. So gab N. zunächst 1904/05 „Abgekürzte Tafeln der Sonne und der großen Planeten“ und „Abgekürzte Tafeln des Mondes“ heraus. Bis 1914 folgten Tafeln der Positionen von Fixsternen (u. a. der Sonne) sowie von Mond und Planeten für die Zeit zwischen 4000 v. und 3000 n. Chr. 1925 erschien der dritte Band seiner „Tafeln zur astronomischen Chronologie“ mit Hilfstafeln für die Berechnung bestimmter Himmelserscheinungen. Schließlich veröffentlichte N. 1929 ein zweibändiges Lehrbuch der „Astronomischen Chronologie“, das die einschlägigen Grundbegriffe und Arbeitsvorschriften in verständlicher Form erläutert. Viele Untersuchungen, besonders zur Geschichte des alten Ägypten und der präkolumbianischen Kulturen Mittel- und Südamerikas, deren Ziel die astronomische Datierung historischer Ereignisse war, wurden durch N.s Tafelwerke und Handbücher ermöglicht. – 1935 beantragte N. aus gesundheitlichen Gründen die vorzeitige Pensionierung. Er verlegte seinen Wohnsitz nach Wernigerode, wo er noch einige für die Chronologie wichtige Arbeiten vollenden konnte.

  • Literatur

    F. Colin, In: Astronom. Nachrr. 208, 1919, S. 247;
    G. Stracke, ebd. 270, 1940, S. 151 f.;
    ders., in: Vj.schr. d. Astonom. Ges. 75, 1940, S. 185-96;
    R. Hiller, in: Das Weltall 40, 1940, S. 166-68;
    Pogg. IV u. VI.

  • Autor/in

    Felix Schmeidler
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmeidler, Felix, "Neugebauer, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 122 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116954744.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA