Lebensdaten
1886 bis 1954
Geburtsort
Neukenroth (Oberfranken)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
klassischer Philologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116951494 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hofmann, Johann Baptist

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Zitierweise

Hofmann, Johann Baptist, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116951494.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Michael, Webermeister;
    M Marie Bayer;
    Wally Hornauer ( 1959); kinderlos.

  • Leben

    H. studierte 1904-09 in München klassische Philologie und vergleichende Sprachwissenschaft (Staatsexamen und Promotion 1909); vor allem F. Vollmer und W. Streitberg wurden für seine wissenschaftliche Arbeit bestimmend. Bereits in seiner Dissertation „De verbis quae in prisca Latinitate extant deponentibus“ (1910) wertete er das Material des Thesaurus linguae Latinae aus. Noch vor dem Rigorosum machte Vollmer ihn zum Mitarbeiter am Thesaurus (1909); hier blieb er bis zuletzt tätig. 1927-51 war er Redaktor des I-Bandes; zu seinen vielen klar gegliederten und konzentrierten, dabei persönlich geprägten Artikeln gehört „et“, wo hunderttausende von Belegen aufgearbeitet sind. Für die Latinistik und die Sprachwissenschaft unentbehrlich geworden sind seine 3 Hauptwerke. Zunächst ist zu nennen die um zahlreiche Entsprechungen aus anderen indogermanischen Sprachen erweiterte Neubearbeitung von A. Waldes „Lateinischem etymologischem Wörterbuch“, die ihm Streitberg 1924 übertrug (21920-38, 31940-54). Ein ganz neues Werk wurde auch H.s Neubearbeitung der „Syntax und Stilistik“ von J. H. Schmalz (1928, in der „Lateinischen Grammatik“ des Handbuchs der Altertumswissenschaft), worin der Gesichtspunkt der historischen Syntax, die konsequente Linienführung vom Altlatein bis zum Spätlatein, die methodische Exaktheit bestimmend sind (vergleiche H.s Einleitung „Entwicklung und Stand der lateinischen Sprachforschung“). Daneben steht das grundlegende, aus souveräner Materialkenntnis schöpfende, aufs feinste nuancierende Buch „Die lateinische Umgangssprache“ (1926, 31951). Durch körperliche Leiden am unmittelbaren Lehren gehindert (ein noch während des Studiums einsetzendes Gehörleiden führte zu fast völliger Taubheit; ein Schenkelhalsbruch 1947 machte ihn schwer beweglich), hat H., in der gelehrten Welt hochangesehen, voller Arbeitsbesessenheit alle Kraft an den Thesaurus und an seine wissenschaftlichen Werke (und an eine umfassende wissenschaftliche Korrepondenz) gewandt.|

  • Auszeichnungen

    Korr. Mitgl. d.|Ak. d. Wiss. Berlin (1939), Leibniz-Medaille, o. Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1948.

  • Werke

    Weitere W Etymolog. Wb. d. Griechischen, 1950;
    Lat. Grammatik auf sprachwiss. Grundlage, 1929, 31952 (mit H. Rubenbauer);
    Wb. d. grammat. u. metr. Terminol., 1950 (mit dems.);
    Lat. Wortkde., 1940, 61954 (mit M. Leitschuh). -
    Nachruf auf W. Heraeus, in: Bursian-Jberr. 271, 1940, S. 16-32. -
    Zahlr. Besprechungen, z. B. in: Gnomon;
    Dt. Lit.-ztg.;
    Forschungsberr. üb. Italische Sprachen, in: Idg. Jb. 1 ff., 1914 ff. (ab 1913);
    Altitalische Sprachdenkmäler (1931–37), in Bursian-Jberr. 270, 1940, S. 1-122, Forts. in: (K. Büchner-)H., Die lat. Lit. u. Sprache in d. Forschung seit 1937, 1951, S. 241-84. -
    Hrsg.: W. Heraeus, Kleine Schrr., 1937.

  • Literatur

    H. Rubenbauer, in: Gnomon 26, 1954;
    P. Lehmann, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1954 (P).

  • Portraits

    Zeichnung im Thesaurus Linguae Latinae (München).

  • Autor/in

    Carl Becker
  • Empfohlene Zitierweise

    Becker, Carl, "Hofmann, Johann Baptist" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 455 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116951494.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA