Lebensdaten
1796 bis 1844 oder 1842
Geburtsort
Billigheim bei Bergzabern (Pfalz)
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Literaturhistoriker ; Pädagoge
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 116943017 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hoffmeister, Karl

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Zitierweise

Hoffmeister, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116943017.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Philipp (um 1762–1842), Pfarrer, seit 1801 in Hunspach/Elsaß, S d. Joh. Valentin (1734–1802),|Pfarrer, seit 1774 Insp. u. Konsistorialrat in Schwetzingen, u. d. Joh. Katharina N. N.;
    M Caroline (* um 1763), T d. Pfarrers Abraham Exter u. d. Margarete Falkenstein (Falkeysen) aus Basel;
    Groß-Om Friedrich Exter ( 1787), Numismatiker u. Päd. (s. NDB IV);
    - 1) Moers 1823 Joh. Ottilia ( 1824), T d. Gerh. Frdr. Arnold Wintgens u. d. Joh. Henr. Siebel, 2) ebd. 1825 Joh. Sophie (* 1803), T d. Joh. Samuel Matthei u. d. Dor. Sophia Wilh. Bredt;
    2 S, 4 T aus 2).

  • Leben

    H. studierte 1813 in Straßburg Theologie, 1814 in Heidelberg dazu auch Philologie und Philosophie. Nach Jena folgte er dem Philosophen Jakob Friedrich Fries. Nach der Promotion zum Dr. phil. in Jena nahm er 1817 in Krefeld eine Hauslehrerstelle an, legte 1821 in Münster sein Oberlehrerexamen ab und wurde Rektor des Progymnasiums in Moers, das er reorganisierte. 1831 erhielt er die Ernennung zum Oberlehrer am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Köln, 1834 die zum Direktor des Gymnasiums in Bad Kreuznach. Einem Krankheitsurlaub in Südfrankreich und Italien im Frühjahr 1841 folgte die Berufung zum Direktor des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Köln, dem H. als Protestant unter Querelen seiner katholischen Kollegen bis zu seinem Tode vorstand.

    Als Autor trat H. zuerst als Anonymus hervor. Seine Teilnahme am Wartburgfest veranlaßte ihn zum Druck einer „Beschreibung des Festes auf der Wartburg, Ein Sendschreiben an die Gutgesinnten“ (1818). Pädagogische und altphilologische Aufsätze in Schulprogrammen sowie die fiktive Erziehungsschrift „Romeo, oder Erziehung und Gemeinschaft aus den Papieren eines nach Amerika ausgewanderten Lehrers“ (1831-34) begleiteten, vor allem in Moers, seine Tätigkeit als Philologe. Die größte Beachtung fand H. mit Recht durch sein 5bändiges Werk „Schiller’s Leben, Geistesentwickelung und Werke im Zusammenhange“ (1838-42), eine, wie H. in der Vorrede ankündigte, „wissenschaftliche Naturgeschichte des Schiller’schen Geistes“. Diese Arbeit ist der Versuch einer Monographie des Dichters, die, von Quellen ausgehend, persönliche Entwicklung und Oeuvre in ihrer Einheit und ihrem Wechselverhältnis darzustellen versucht. Über einer popularwissenschaftlichen Arbeit zu Schiller starb H.

  • Werke

    Weitere W Erörterungen d. Grundsätze d. Sprachlehre - als Prolegomena zu jeder künftigen allg. Grammatik, 2 Bde., 1830;
    Die Weltanschauung d. Tacitus, 1831;
    Sittlich-rel. Lebensansicht d. Herodotus, 1832;
    Schiller’s Leben f. d. weiteren Kreis s. Leser, 3 Bde., 1846, 31856 (besorgt v. H. Viehoff).

  • Literatur

    ADB XII;
    Biogrr. d. berühmtesten u. verdienstvollsten Pädagogen u. Schulmänner a. d. Vergangenheit, hrsg. v. J. B. Heindl, 1860, S. 541-44;
    Kosch, Lit.-Lex.

  • Autor/in

    Gerhard Hay
  • Empfohlene Zitierweise

    Hay, Gerhard, "Hoffmeister, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 441 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116943017.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hoffmeister: Karl H., Philolog und Litterarhistoriker, wurde als der Sohn eines Pfarrers, der 1842 zu Hunspach bei Weißenburg im Elsaß starb, den 15. August 1796 zu Billigheim bei Landau in der bairischen Pfalz geboren, wo damals sein Vater als Prediger stand. Nachdem er den ersten Schulunterricht in Brummat und Bergzabern empfangen, dann auf dem Gymnasium zu Karlsruhe, wo unter Anderem Hebel sein Lehrer war, beendigt hatte, bezog er 1813 als 17jähriger Jüngling die Universität Straßburg, dann Heidelberg, wo er neben Theologie auch Philologie und Philosophie studirte, sodann Jena, wohin er seinem Lehrer Fries folgte und woselbst er sich auch die philosophische Doctorwürde erwarb. Das Wartburgsfest, an welchem H. mit aller Begeisterung eines zwanzigjährigen Herzens Theil nahm, wurde ihm Veranlassung zur Herausgabe|seiner ersten anonym erschienenen Schrift „Beschreibung des Festes auf der Wartburg 1818“. Kurz darauf bekleidete er vier Jahre lang eine Hauslehrerstelle zu Crefeld, ward dann 1821 Rector des Progymnasiums zu Mörs, 1832 Oberlehrer des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums zu Cöln, 1834 Director des Gymnasiums zu Kreuznach und endlich 1841 solcher des Gymnasiums zu Cöln, als welcher er daselbst in den Jahren der besten Manneskraft, den 14. Juli 1844, starb. Unter Hoffmeister's philologischen Schriften verdienen besondere Erwähnung seine „Weltanschauung des Tacitus“ (1831) sowie die „Sittlich-religiöse Lebensansicht des Herodot“ (1832). Einen Ehrenplatz in der deutschen Litteratur aber hat sich H. gesichert durch das als Muster der Erfassung eines litterarischen Charakters, seines geistigen Wachsthums und seiner allmähligen Entfaltung dastehende Werk „Schiller's Leben, Geistesentwickelung und Werke im Zusammenhange“ (1838—1842, 5 Thle.), das, als die erste größere Biographie Schiller's aus den Quellen und weil H. auch seine ganze Aesthetik eingeflochten hatte, schon nach dem Erscheinen des ersten Theiles die höchste Aufmerksamkeit erregte. Hieran schlossen sich an „Supplemente zu Schiller's Werken. Erste Abtheilung“ (1840—1841, 4 Bde.), sowie eine zweite kürzere Biographie Schiller's, die jedoch durch Hoffmeister's Tod unterbrochen und unter dem Titel „Schiller's Leben für den weiteren Kreis seiner Leser“ (1846, 3 Bdchen., 3. Ausg. 1856, neu bearbeitet 1876) durch H. Viehoff besorgt wurde.

    • Literatur

      Heindl, Biographien der Pädagogen u. Schulmänner, S. 211—214 (mit Verzeichniß der sämmtlichen Schriften).

  • Autor/in

    J. Franck.
  • Empfohlene Zitierweise

    Franck, Jakob, "Hoffmeister, Karl" in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 617-618 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116943017.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA