Lebensdaten
1875 bis 1955
Geburtsort
Bydgoszcz
Sterbeort
Schloß Pilsach bei Neumarkt (Oberpfalz)
Beruf/Funktion
Schriftstellerin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116924802 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Höffner, Klara (eigentlich, verheiratete)
  • Gutsche, Klara (geborene)
  • Hofer, Klara
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Zitierweise

Hofer, Klara, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116924802.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich Gutsche, Schulrat, Kreisschulinsp. in B., aus schles. Fam.;
    M Luise Krethlow, aus Rügenscher Fam.;
    Gnesen 1897 Johannes Höffner (1868–1929), Pfarrer, Hrsg. d. Zs. „Daheim“ 1907-21, Mithrsg. v. Velhagen u. Klasings Mhh., Schriftsteller u. freier Mitarbeiter versch. Berliner Ztgg. (s. Kosch, Lit.-Lex.), S d. Gymnasial-Oberlehrers Willibald Höffner u. d. Hulda Block;
    1 S, 1 T, u. a. Hans Höffner (* 1901), General.

  • Leben

    H. besuchte die höhere Mädchenschule. Nach ihrer Heirat ging sie 1899 nach Cottbus, wo ihr Mann kurze Zeit als Strafanstaltspfarrer tätig war, und von dort nach Berlin. Ein Romanpreisausschreiben der von ihrem Mann|herausgegebenen Zeitschrift „Daheim“ gab ihr den ersten Anstoß zum Schreiben und legte ihr zugleich das Pseudonym Klara Hofer nahe, das sie fortan beibehielt. Sie lebte als freie Schriftstellerin bis Anfang der 20er Jahre in Berlin, danach bis zum Tode auf dem ursprünglich als Alterssitz für ihre Eltern erworbenen Schloß Pilsach.

    H. schrieb Romane und Erzählungen; darüber hinaus veröffentlichte sie auf Quellenstudien basierende, stark von persönlichem Engagement getragene Darstellungen Charlotte von Steins, Christiane Vulpius' (beide in „Goethes Ehe“, 1920) und Kaspar Hausers. Ihre größten Erfolge hatte sie während und nach dem 1. Weltkrieg. Weite Verbreitung in zum Teil recht hohen Auflagen fanden vor allem ihre biographischen Romane, unter anderem „Alles Leben ist Raub, Der Weg Friedrich Hebbels“ (1913, zu Hebbels 100. Geburtstag, bis 1943 ständig neu gedruckt). Das Interesse H.s galt nicht so sehr den äußeren Lebensumständen als vielmehr der „Geschichte einer Seele“ (so der Titel des Kaspar Hauser-Buches, 1924), das heißt der psychischen Eigenart und inneren Entwicklung des Helden; sie variierte am Beispiel Hebbels, Goethes, Strindbergs und anderen das Thema der tragisch einsamen, genialen und – wie im Fall Kaspar Hausers – den Verletzungen durch die Umwelt ausgesetzten Persönlichkeit. – H. liebte die betont romanhafte Ausgestaltung des Überlieferten; dabei machte sie sich weitgehend moderne Stilmittel, wie erlebte Rede und inneren Monolog, zunutze.

  • Werke

    Weitere W Der Lebende hat Recht, 1909;
    Weh dir, daß du ein Enkel bist, 1910;
    Maria im Baum, 1912;
    Bruder Martinus, 1917;
    Sonja Kowalewsky, Die Gesch. e. geistigen Frau, 1926;
    Der Büßer, 1928;
    Frühling e. dt. Menschen, Die Gesch. d. jungen Goethe, 1932;
    Das letzte Jahr, Roman um Th. Körner, 1934.

  • Literatur

    G. Heine, K. H.s Hebbeldichtung u. d. Frage d. biograph. Romans, in: Persönlichkeit 1, 1914;
    P. A. Merbach, Rezension v. H.s „Alles Leben ist Raub“, in: Jberr. f. neuere dt. Lit.gesch. 25, 1914;
    K. Bruchmann, Rezension v. H.s „Goethes Ehe“, in: Archiv f. Frauenkde. u. Eugenetik 8, 1922;
    O. Jungmann, Kaspar Hauser, Stoff u. Problem in ihrer literar. Gestaltung, Diss. Frankfurt/M. 1934, S. 88-91;
    Kosch, Lit.-Lex. (unter Höffner).

  • Portraits

    Phot. in: Kürschner, Lit.-Kal., 1939, n. S. 607.

  • Autor/in

    Ingrid Mittenzwei
  • Empfohlene Zitierweise

    Mittenzwei, Ingrid, "Hofer, Klara" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 381 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116924802.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA