Lebensdaten
1900 bis 1967
Geburtsort
Freudenstadt (Schwarzwald)
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
Pharmazeut
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116912936 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Merz, Kurt Walter

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Zitierweise

Merz, Kurt Walter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116912936.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1872–1948), Apotheker in Haslach, S d. Gustav (1842–1929), Gärtner in Freiburg, u. d. Marie Freund (1852–1931);
    M Sofie Josefine (1879–1938), T d. Friedrich Leo Schmid (1839–1910), Weinhändler in Freiburg, u. d. Karoline Mußler (1847–1913);
    Brunskappel (Sauerland) 1929 Maria (1906–88), T d. Bankdir. Franz Müller (1876–1929) u. d. Katharina Gebühr (1883–1967);
    1 S, 2 T.

  • Leben

    Nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium in Offenburg wurde M. als Fahnenjunker 1918 eingezogen. Nach Kriegsende begann er seine pharmazeutische Lehre in der väterlichen Apotheke in Haslach. 1921 legte M. in Karlsruhe das pharmazeutische Vorexamen ab und nahm nach einem praktischen Jahr an der Univ. Freiburg (Breisgau) das Studium der Pharmazie auf. Dem Staatsexamen 1924 folgte das Studium der Chemie an der Univ. Frankfurt/Main bei C. Mannich. Mit einer Arbeit „Über einige vom l-Phenyl-3-aminobutan sich ableitende Phenolbasen“ wurde M. 1926 zum Dr. phil. nat. promoviert. Ein bereits in Frankfurt begonnenes Medizinstudium setzte er zunächst in Würzburg und später als Assistent am Physiologischen Institut der Univ. Heidelberg fort. 1928 legte er dort die medizinische Staatsprüfung ab und wurde zum Dr. med. promoviert. Die Approbation als Arzt wurde ihm 1929 erteilt, nachdem er bereits im Vorjahr die Approbation als Apotheker erhalten hatte. Für ein Jahr ging M. nach München zu W. Straub, um sich auf dem Gebiet der Pharmakologie zu betätigen. 1930-36 war er als Assistent bei Mannich am Pharmazeutischen Institut der Univ. Berlin tätig. Hier habilitierte er sich 1932 für Pharmazeutische Chemie und erhielt 1936 von der Univ. Königsberg einen Ruf zur vertretungsweisen Übernahme des dortigen Lehrstuhls für Pharmazeutische Chemie. Seit 1937 war er dort Ordinarius und Direktor des Pharmazeutischen Instituts. Im 2. Weltkrieg wurde er als Arzt einberufen, konnte aber daneben weiterhin sein Institut betreuen. 1945 kam M. in russ. Kriegsgefangenschaft, war 1946-48 als praktischer Arzt in Stuttgart tätig und erhielt 1948 einen Ruf an die Univ. Freiburg (Breisgau) als o. Professor für Pharmazeutische Chemie und Direktor des Pharmazeutischen Instituts, um dessen Wiederaufbau er sich verdient machte. 1959/60 war M. Rektor.

    Angeregt durch Mannich, hat sich M. auf den Gebieten der Arzneimittelsynthese (Kondensationsreaktionen von Carbonylverbindungen und deren Derivaten; Purine), der Konstitutionsaufklärung und Synthese verschiedener Glycoside (z. B. Aesculin, Linarin, Skopolin), der Pharmakologie (Lanata-Glycoside, Resorption von Salicylaten aus Salben, Prüfmethoden für Antibiotika) beschäftigt, außerdem auch auf dem Gebiet der pharmazeutischen Analytik für das Deutsche Arzneimittelbuch VII und das Internationale Arzneibuch. Von M. erschienen ca. 100 Arbeiten in den wichtigsten pharmazeutischen und chemischen Fachzeitschriften. Sein „Lehrbuch der Pharmakologie für Apotheker, Chemiker und Biologen“, das 1943-65 neun Auflagen erlebte, war ein bedeutendes Standardwerk für Pharmazeuten, für die M. eine obligatorische Ausbildung in diesem Fach forderte. 1958-61 war M. Präsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Leopoldina (1965).

  • Literatur

    K. G. Bergner, in: Dt. Apotheker-Ztg. 100, 1960, S. 766 (P);
    H. Kaiser, in: Archiv d. Pharmazie 293/65, 1960, Nr. 7, S. 13-15 (P);
    K. G. Krebs, in: Pharmazeut. Ztg. 105, 1960, S. 745 f. (P);
    ebd. 112, 1967, S. 1077 f. (P);
    R. Schmitz, Die dt. Pharmazeut.-chem. Hochschulinstitute, 1969, S. 127 f., 229 f.;
    |Kürschner Gel.-Kal. 1966;
    Dt. Apotheker-Biogr., Erg.-Bd., 1986, S. 308 f. (H.-D. Schwarz);
    Pogg. VII.

  • Autor/in

    Holm-Dietmar Schwarz
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwarz, Holm-Dietmar, "Merz, Kurt Walter" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 203 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116912936.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA