Lebensdaten
1775 bis 1843
Geburtsort
Gerdauen (Ostpreußen)
Beruf/Funktion
preußischer Beamter ; Staatsmann ; Publizist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116899875 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hippel, Theodor Gottlieb (bis 1790)
  • Hippel, Theodor Gottlieb von
  • Hippel, Theodor Gottlieb (bis 1790)
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Zitierweise

Hippel, Theodor Gottlieb von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116899875.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gotthard Frdr. (1743–1809), Pfarrer, S d. Rektors Melchior in G. u. d. Eleonore Timm;
    M Henriette Stögler;
    Ov Theodor Gottlieb (s. 4);
    - Grunau 1798 Johanna (1783–1840), T d. Franz v. Rosenberg-Gruszczynski (1721–92), poln. Gen.-Major u. Gen.-Adj., u. d. Albertine Gfn v. Rittberg;
    4 S, 5 T, u. a. Johanna ( Hans Eduard Frhr. v. Schleinitz, 1869, Oberpräs. d. Prov. Schlesien), Friederike ( Frdr. v. Heyden, 1851, Schriftsteller, s. NDB IX).

  • Leben

    H. wurde von seinem gleichnamigen Onkel früh nach Königsberg gezogen und wuchs hier in einer geistig anregenden Atmoshäre auf. Mit E. T. A. Hoffmann verband ihn lebenslange Freundschaft. Seit 1791 studierte er Rechts- und Staatswissenschaften, unter anderem bei Chr. Kraus, und hörte auch Kant. Er ging 1795 als Auskultator zur „Regierung“ (damals Gerichtsbehörde) in Marienwerder, wurde 1797 Referendar und war bis 1804 in verschiedenen Beamtenstellungen tätig. Unterdessen erbte er 1796 von seinem Onkel ein Vermögen, unter anderem die Güter Gr.-Leistenau. Seit 1804 widmete er sich der Landwirtschaft. Seine Güter litten durch den Krieg 1806/07 und dessen Folgen; sie wurden 1835 verkauft. H. nahm bereits 1798 als ritterschaftlicher Deputierter am Landtag in Königsberg teil, kam als solcher 1811 nach Berlin. Er verfaßte eine Anzahl von staatswirtschaftlichen Denkschriften. Als Nachfolger Friedrichs von Raumer wurde er 1811 zum Vortragenden Rat im Staatsministerium ernannt. Die folgenden Jahre sind durch seine Teilnahme an der Reform des preußischen Staates der Höhepunkt seines Lebens. Er verfaßte unter anderem den Aufruf Friedrich Wilhelms III. vom 17.3.1813 „An mein Volk“. H. ging nicht immer mit Hardenberg konform, so nicht in der Verfassungsfrage. Auf eigenen Wunsch schied er 1814 aus seinem Amt in der Zentrale, wurde Präsident der Regierung in Marienwerder und machte sich verdient um die Neuordnung der Verwaltung in diesem Bezirk. Hardenberg berief ihn nochmals 1821 nach Berlin zur Beratung der Verwaltungsreform. Mit dem Oberpräsidenten von Schön in Gegensatz geraten, wurde H. 1823 von Marienwerder nach Oppeln versetzt. Er schied hier 1837 aus, seitdem war er schriftstellerisch tätig.

  • Werke

    Biogr. s. Onkels in dessen Sämtl. Schrr. XII. -
    Mitarb. an J. E. Hitzigs Biogr. E. T. A. Hoffmanns, 1823 (hier auch Briefwechsel mit Hoffmann);
    Btrr. z. Charakteristik Friedrich Wilhelms III., 1840;
    Sendschreiben üb. einzelne Mängel in d. preuß. Schulverwaltung, 1840;
    Gelegenheitsworte, in versch. Freimaurerlogen gesprochen, 1842; Auszüge aus d. ungedr. Nachlaß
    in: Aus H.s Nachlaß, in: Dt. Mus. 21, 1863;
    Aus Th. G. v. H.s hs. Nachlasse, Wiss. Beil. z. Progr. d. Falkrealgymnasiums zu Berlin, Nr. 96 f., 1886 f.

  • Literatur

    ADB XII;
    Th. Bach, Th. G. v. H., d. Vf. d. Aufrufs „An mein Volk“, 1863 (Auszüge aus ungedr. Nachlaß);
    H. v. Müller, E. T. A. Hoffmann im persönl. u. briefl. Verkehr, 1. Bd.: Hoffmann u. H., das Denkmal einer Freundschaft. 1912;
    J. L. Dortans, Die Verwaltung d. westpreuß. Reg.-Bez. Marienwerder in d. J. 1815–29, Diss. Bonn 1964;
    Altpreuß. Biogr.

  • Portraits

    Bildnis v. Saint, 1814, danach Stich v. Niedermann (Privatbes.), Abb. b. W. Oncken, Das Za. d. Rev., d. Kaiserreichs u. d. Befreiungskriege II, 1887, S. 593, u. b. E. Berner, Gesch. d. preuß. Staates, 1890 f., S. 538.

  • Autor/in

    Kurt Forstreuter
  • Empfohlene Zitierweise

    Forstreuter, Kurt, "Hippel, Theodor Gottlieb von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 203 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116899875.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hippel: Theodor Gottlieb v. H., Neffe des Vorigen, Sohn von Gotthard Friedrich H., welcher Prediger erst in Gerdauen, später in Arnau bei Königsberg war. Er war geboren 1775. Er lebte in dem Hause des berühmten Oheims und widmete sich dem Studium der Rechte und Cameralwissenschaft. Eine genaue Freundschaft verband ihn mit dem als romantischen Humoristen berühmten Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, welche sich jedoch später löste, als bei Hoffmann die geniale Liederlichkeit, an der er zu Grunde ging, mehr und mehr hervorat. Nach Vollendung seiner Studien ging H. 1795 nach Marienwerder, um bei dem dortigen Gerichte in die Praxis eingeführt zu werden. Allein seines Oheims Tod 1796 verschaffte ihm den Besitz von dessen Vermögen, das in den Leistenau'schen Gütern im Kreise Marienwerder angelegt wurde. In Folge dessen verließ H. den Staatsdienst und übernahm die Bewirthschaftung derselben, ohne jedoch Erfolg damit zu haben, da er kein praktischer Landwirth war. So mußten die Güter später verkauft werden. H. hat nicht als Schriftsteller geglänzt, sein Verdienst lag auf dem Gebiete des öffentlichen Wirkens und zwar in der hingebenden aufopfernden Thätigkeit für das Vaterland. In den Zeiten des Franzosendruckes, in den Jahren der Erhebung hat es keinen gegeben, der sich H. an Opferwilligkeit und rastloser Arbeitsfreudigkeit voranstellen ließe. Er trat nicht so hervor wie die leitenden Persönlichkeiten, aber er gehört in den Kreis der Männer hinein, die wie Dohna, Schön, Auerswald in Ostpreußen die eigentlichen Führer der Bewegung waren und ward von ihnen als Gleicher, als Freund gekannt und geschätzt. Zu Hardenberg trat er in ein persönliches Freundschaftsverhältniß und durch den ward er dann auch zum Staatsrath ernannt, später nach dem Kriege ward er Regierungspräsident in Marienwerder, dann in Oppeln, zuletzt lebte er in Bromberg, wo er 1843 starb. Verfaßt wurden von ihm eine große Anzahl von Denkschriften über Fragen des öffentlichen Wohles und des Staatswesens, die zum großen Theil ungedruckt blieben, aber von seiner Einsicht und seiner trefflichen Gesinnung das schönste Zeugniß gaben. Von allgemeinster Wirkung wurde nur eins seiner schriftlichen Erzeugnisse. H. ist nämlich der Verfasser des berühmten Aufrufes „An mein Volk“ vom 17. März 1813, welcher ja im vollsten Sinne Wunder wirkte und in seiner ganzen Fassung zeigt, daß die Sprache wirklicher Begeisterung dem Verfasser zu Gebote stand.

    • Literatur

      Theodor Bach, Theodor Gottlieb v. Hippel, der Verf. des Aufrufes „An mein Volk“. Breslau 1863.

  • Autor/in

    Brenning.
  • Empfohlene Zitierweise

    Brenning, "Hippel, Theodor Gottlieb von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 466 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116899875.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA