Lebensdaten
1884 bis 1943
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Mineraloge
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116893710 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Himmelbauer, Alfred

Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Himmelbauer, Alfred, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116893710.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1852–95), Postsparkassenbeamter, S d. Handelsmanns Ferdinand u. d. Franziska Granser;
    M Leopoldine (1855–1928), T d. Tischlermeisters Ignaz Peckert in Horn/Nd.österr. u. d. Anna Steinböck;
    1921 Dorothea (* 1881), T d. Ing. Karl Fogy u. d. Maria Henriette Czagel; kinderlos.

  • Leben

    Seine Universitätsstudien absolvierte H. unter G. von Tschermak-Seysenegg und F. Becke in Wien. 1906 wurde er zum Dr. phil. promoviert. 1910 habilitierte er sich für Mineralogie und Petrographie an der Universität Wien, wo er anfangs Demonstrator am mineralogisch-petrographischen, seit 1907 Assistent am mineralogischen und dann am mineralogisch-petrographischen Institut war. Knapp vor der Ernennung zum Professor der Geognosie an der Hochschule für Bodenkultur in Wien folgte er im Mai 1914 einer Einladung, an einer russischen Expedition zum Studium der sibirischen Radiumvorkommen östlich des Baikalsees teilzunehmen. Seine Zivilverhaftung bei Beginn des 1. Weltkrieges brachte ihm ein wechselvolles, an Aufregungen und Entbehrungen reiches Schicksal, bis er 1920 von Taschkent aus über Moskau in die Heimat fliehen konnte. 1921 erfolgte seine Ernennung zum außerordentlichen, 1924 zum ordentlichen Professor für Geognosie an der Hochschule für Bodenkultur in Wien. 1927 wurde er als ordentlicher Professor an die Universität Wien berufen (Nachfolger von Becke). Hier baute er das mineralogisch-petrographische Institut aus, unter anderem unter Schaffung einer röntgenkristallographischen Abteilung.

    H.s wissenschaftliche Arbeiten zeugen von seiner vollkommenen Beherrschung der kristallographischen, physikalischen und chemischen Untersuchungsmethoden. Sie umfassen unter anderem paragenetische, kristallographische, mineralchemische, kristalloptische, lagerstättenkundliche Themen. Seine zahlreichen Untersuchungen über Salzlagerstätten hat er in Beiträgen zu Sammelwerken verwertet. Er betonte die Bedeutung der Kolloidchemie für die Mineralogie. Bei der mineralogischpetrographischen Erforschung des Waldviertels erwarb er sich Verdienste um Förderung des Bergbaus und der Wasserversorgung in diesem Gebiet. Bis in seine letzten Tage widmete er sich seinem Lieblingsgebiet, den orientierten Verwachsungen, den Strukturbeziehungen, die beim Aufwachsen von Mineralien oder künstlichen Verbindungen auf Flächen anderer Kristalle bestehen.|

  • Auszeichnungen

    Mitbegründer d. Wiener Mineralog. Ges.; Mitgl. d. Österr. Ak. d. Wiss. (korr. 1929, wirkl. 1931).

  • Werke

    u. a. Resultate d. Ätzmethode bei Kupferkies, in: Tschermaks mineralog. u. petrogr. Mitt. 27, 1908;
    Orientierte Verwachsungen im Mineralreiche, ebd. 47, 1936, 54, 1942;
    Zur Kenntnis d. Skapolithgruppe, in: SB d. Ak. d. Wiss. Wien, math.-naturwiss. Kl., Abt. I, 119, 1910;
    Magnesit u. Talk, in: O. Stutzer, Wichtigste Lagerstätten d. Nichterze V, 1933. -
    Mitarbeiter: Hdb. d. Mineralchemie, hrsg. v. C. Doelter, Bd. 1-4, 1912-29;
    - Mithrsg.: Tschermaks mineralog. u. petrogr. Mitt., 1928-43.

  • Literatur

    K. H. Scheumann, in: Tschermaks mineralog. u. petrogr. Mitt. 55, 1943, S. I-II (P);
    A. Marchet, ebd., S. III-VIII (W-Verz.);
    F. Raaz, in: Neues Jb. f. Mineral., Geol., Paläontol., Mhh., Abt. A, 1943;
    H. Tertsch, in: Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien 93, 1943 (P);
    L. Waldmann, in: Mitt. d. Geol. Ges. Wien 36/38, 1943/45;
    Pogg. VI, VII a.

  • Autor/in

    Felix K. L. Machatschki
  • Empfohlene Zitierweise

    Machatschki, Felix K. L., "Himmelbauer, Alfred" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 171 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116893710.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA