Lebensdaten
1906 bis 1988
Geburtsort
Stuttgart
Sterbeort
Höchenschwand (Schwarzwald)
Beruf/Funktion
Theaterhistoriker ; Kritiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116872764 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Melchinger, Siegfried
  • Fugger, Peter
  • Keyn, Ulrich
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Melchinger, Siegfried, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116872764.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V August (1879–1960), Postamtmann, S d. August Friedrich (1855–84) aus Metzingen, Seminarlehrer in Lorch, u. d. Marie Grieb (1855–1936) aus Peterzell;
    M Gerda (1877–1916), T d. Forstinspektors August Friedrich Wilhelm Keyn in Ebeleben u. d. Johanna Marie Emilie Kiesewetter;
    Frankfurt/M. 1934 Maria Hajnalka ( 1984), T d. Stephan Johann Novotny u. d. Maria Sütö;
    1 S.

  • Leben

    M. studierte Germanistik und klassische Philologie in Tübingen und München. Nach der Promotion zum Dr. phil. 1927 mit einer Arbeit über „Die Dramaturgie des Sturm und Drang“ (1929) wandte er sich dem Journalismus zu. Er arbeitete als Zeitungsredakteur in Stuttgart, Frankfurt, Berlin und Wien. Vom Militärdienst krankheitshalber freigestellt, war Melchinger bis 1948 als Theaterkritiker für das Neue Wiener Tagblatt tätig, danach bis 1950 als Dramaturg und stellvertretender Direktor des Theaters in der Josefstadt.|Nach kurzer Journalistentätigkeit in München 1950/51 übernahm er 1952 das Feuilleton der „Stuttgarter Zeitung“, das er bis 1962 leitete und zu einem der führenden deutschsprachigen Zeitungsfeuilletons machte. Er beschränkte die Berichterstattung nicht auf lokale Kritiken, sondern ließ durch seine Rezensenten das internationale Theater beobachten und werten.

    Seit 1963 gehörte M. zu den Mitherausgebern der Zeitschrift „Theater heute“. Von 1963 bis zu seiner Emeritierung 1973 hatte er eine Professur zur „Theorie des Theaters“ an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart inne. Sein pädagogisches Talent bezeugt die Reihe namhafter Kritiker und Publizisten, die ihre Ausbildung an der „Stuttgarter Zeitung“ oder an der Hochschule erhalten haben. Neben der Tagesarbeit als Kritiker veröffentlichte M. zahlreiche Untersuchungen zu Fragen des Theaters. In „Theater der Gegenwart“ (1956) erörterte er die Position des Theaters nach 1945 in ihren verschiedenen Aspekten. Diesem Thema widmete er sich auch in zahlreichen anderen Veröffentlichungen. M. schrieb Autorenporträts und Analysen von Theaterstücken, Wertungen einzelner Aufführungen, Schauspieler und Regisseure sowie eine Werkanalyse des Bühnenbildners Caspar Neher (1966).

    Aus Vorlesungen von 1970/71 ging die umfassende „Geschichte des politischen Theaters“ (1971) hervor. Vom Theater der klassischen Antike über das Mittelalter bis zur Moderne verfolgte M. hier die Wechselbeziehungen zwischen Theater und Politik und betrachtete politisches Theater als „historisches Phänomen …, nicht als Postulat einer Doktrin (Ideologie, Philosophie)“.|

  • Auszeichnungen

    Sigmund-Freud-Preis f. wiss. Prosa (1978).

  • Werke

    Weitere W Modernes Welttheater, 1956;
    Drama zw. Shaw u. Brecht, 1957 (Überss.);
    Gründgens Faust (mit G. Gründgens), 1959;
    Keine Maßstäbe? Kritik d. Kritik, 1959;
    Harlekin (mit W. Jäggi), 1959;
    Musiktheater (mit W. Felsenstein), 1961;
    Sphären u. Tage (Städte, Spiele, Musik), 1962;
    Gründgens – Schauspieler, Regisseur, Theaterleiter, 1963;
    Shakespeare auf d. modernen Welttheater, 1964;
    Schauspieler (mit Photos v. Rosemarie Clausen), 1965;
    Sophokles, 1966;
    Euripides, 1967;
    Rolf Hochhuth, 1967;
    Tschechow, 1968;
    Das Theater d. Tragödie: Aischylos, Sophokles, Euripides auf d. Bühne ihrer Zeit, 1974;
    Die Welt als Tragödie I/II, 1979/80;
    Shakespeare, 1986.

  • Literatur

    H. Rüdiger, in: Jb. d. Dt. Ak. f. Sprache u. Dichtung 1978, S. 60-63;
    FAZ v. 22.11.1986;
    Kürschner, Lit.-Kal. 1981 u. 1984;
    Kosch, Lit.-Lex.3.

  • Autor/in

    Gertraude Wilhelm
  • Empfohlene Zitierweise

    Wilhelm, Gertraude, "Melchinger, Siegfried" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 5 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116872764.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA