Lebensdaten
1854 bis 1921
Geburtsort
Schiedam (Niederlande)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Sinologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116866020 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • de Groot, Jan Jacob Maria
  • Groot, Jan Jacob Maria de
  • de Groot, Jan Jacob Maria

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Zitierweise

Groot, Jan Jacob Maria de, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116866020.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Seraphinus Matthias (1824–1912), Fabr. u. Kaufm.;
    M Helena Wilh. Elis. Beukers (1830–1920); ledig.

  • Leben

    Fernweh und Reiselust weckten in früher Jugend in G. den Wunsch, Marineoffizier zu werden. Aus gesundheitlichen Gründen abgewiesen, wandte er sich dem Studium der ostasiatischen Sprachen zu, um dadurch seine Sehnsucht nach fremden Ländern zu erfüllen, und studierte 1873-76 in Leiden. 1874 verließ er die katholische Kirche. Eine Studienreise führte ihn 1876-78 nach China. 1878 trat er als Dolmetscher in den niederländischen Kolonialdienst, kehrte aber schon 1883 krankheitshalber nach Holland zurück und promovierte 1884 in Leipzig bei Georg von der Gabelentz mit dem 2-bändigen Werk „Jaarlijksche feesten en gebruiken van de Emoy-Chineezen“ (Batavia 1881, französisch 1886), der Frucht seiner 1. Studienreise. 1886-90 unternahm er eine 2. Studienreise nach China. 1890 wurde er Lehrer für Malaiisch und Chinesisch an der öffentlichen Handelsschule zu Amsterdam, im selben Jahre Professor für Landes- und Volkskunde Niederländisch Indiens in Leiden und|1904 Professor für Sinologie ebenda als Nachfolger seines Lehrers G. Schlegel. – 1900 unterrichtete er die Königin Wilhelmina in Volks- und Landeskunde Niederländisch Indiens. – 1912 folgte er dem (1904 schon einmal) an ihn ergangenen Rufe nach Berlin als ordentlicher Professor für Sinologie. Dort begründete er das Sinologische Seminar der Universität.

    Wenn auch seine vielfach in eigenwilliger und schroffer Form vorgetragenen Ansichten nicht immer die ungeteilte Zustimmung der Fachgenossen fanden (A. Forke und O. Franke), so zeigt doch die stattliche Reihe monumentaler Werke und die Fülle der Ehrungen, daß G. zu den großen Wegbereitern der europäischen Sinologie gehört. Seine Lebensarbeit galt der religiösen Volkskunde, dagegen stand er der Philologie, Schönen Literatur und Kunst ablehnend gegenüber. Sein offenes Eintreten für Deutschland im 1. Weltkrieg – er stellte bei Kriegsausbruch die Hälfte seines Gehaltes dem Staate zur Verfügung und half, wo er konnte – trug ihm in Deutschland hohes Ansehen, bei seinen niederländischen Landsleuten Mißbilligung ein. Nachdem er sich für Deutschland entschieden hatte, hing er mit rührender Treue an seiner Wahlheimat und am preußischen Herrscherhaus.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Amsterdam (1888), d. Royal As. Society (1903), d. Société Asiatique (1905), d. Inst. de France (1908), d. Preuß. Ak. d. Wiss. (1912), Prix Stanislas Julien d. Inst. de France (1894, 1898, 1902), Dr. h. c. (Princeton 1911).

  • Werke

    Weitere W u. a. Le code du Mahayana en Chine, Amsterdam 1893;
    Religious System of China, 6 Bde., Leiden 1894-1910;
    Sectarianism and Religious Persecution in China, 2 Bde., Amsterdam 1903 f.;
    Rel. in China, Universism, New York 1912 (erweiterte dt. Ausg. 1918);
    Der Thūpa, das heiligste Heiligtum d. Buddhismus in China, 1919;
    Chines. Urkk. z. Gesch. Asiens, 2 Bde., 1921-26 (in II Vorwort v. O. Franke).

  • Literatur

    M. W. de Visser, Levensber. van Prof. Dr. J. J. M. de G., in: Handelingen van de Maatschappij der Nederlandsche Letterkunde, Leiden 1922;
    A. Forke, de G.s Lebenswerk, in: Ostasiat. Zs. 9, 1922 (P);
    O. Franke, in: SB d. Preuß. Ak. d. Wiss., 1923, S. 117-26;
    E. Haenisch, Die Sinol. an d. Berliner Friedrich-Wilhelms-Univ., in: Studium Berolinense, 1960, S. 556-59;
    DBJ III (Tl. 1921, L).

  • Autor/in

    Hans O. H. Stange
  • Empfohlene Zitierweise

    Stange, Hans O. H., "Groot, Jan Jacob Maria de" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 130-131 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116866020.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA