Lebensdaten
1832 bis 1875
Sterbeort
Gries bei Bozen
Beruf/Funktion
Geiger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116865407 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Laub, Ferdinand

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Zitierweise

Laub, Ferdinand, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116865407.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Erasmus (1794–1865), Musiklehrer in P., S d. Pelzmachers Antonin Vojtech u. d. Susanna Frische;
    M Josefa (1795–1863), T d. Jan Watterse, Schmied u. Händler in Bzová, u. d. Anna Zeman;
    1854 Anna (1834–99), T d. Schichtmeisters Frantisek Maresch in Nova Hut u. d. Thekla Cerny;
    2 S, 3 T, u. a. Váša (1857–1911), Komponist u. Pianist, seit 1881 Chor- u. Orchesterleiter in Rußland, Klavierlehrer in Moskau (s. W), Isabella ( Jan Hřimalý, 1844-1915, Geiger, Lehrer am Konservatorium in Moskau).

  • Leben

    Das Geigenstudium begann L. bei seinem Vater und setzte es am Prager Konservatorium bei Moritz Mildner 1843-46 fort. Schon frühzeitig wurden Hector Berlioz und Heinr. Wilh. Ernst auf ihn aufmerksam. Erste Kunstreisen führten ihn in deutsche Städte und nach Wien, wo er mit dem Orchester des Theaters an der Wien solistisch auftrat und noch bei Simon Sechter Kontrapunkt studierte (1848-50). Bei den National Concerts im Rahmen der Londoner Weltausstellung (1851) errang er Triumphe, durch Konzerte in Paris, Berlin und Petersburg festigle sich sein Ansehen. In der Nachfolge Joseph Joachims wirkte er 1853-55 als Konzertmeister in Weimar und kam hierdurch in nähere Verbindung zu Franz Liszt. Seine anschließenden Berliner Jahre 1855-62 waren gekennzeichnet durch die Unterrichtstätigkeit am Sternschen Konservatorium und an Theodor Kullaks „Neuer Akademie der Tonkunst“, sowie durch die Kammermusikabende, die er gemeinsam mit Hans v. Bülow, Robert Radecke und Richard Wüerst veranstaltete. In der Berliner Hofkapelle kam er trotz des ihm verliehenen Ehrentitels „Kgl. Preuß. Kammervirtuose“ als Solist kaum jemals zum Zuge. Dennoch erreichte in jener Zeit seine Solistenkarriere den Höhepunkt mit Konzerten in vielen europ. Ländern, in Prag, Wien sowie in deutschen Städten. Der darauf folgende längere Aufenthalt in Wien 1862-66 bestätigte in vielem die bisherigen Aktivitäten L.s, der auch hier (zum Teil in Verbindung mit J. Hellmesberger) die kammermusikalischen Belange keineswegs vernachlässigte. 1866-74 war L. dann in Moskau tätig; er versah dort nicht nur das Amt eines Violin-Professors am Konservatorium, sondern war auch Konzertmeister und Primarius des Quartetts der kaiserl. Russ. Musikgesellschaft.

    L. konzertierte mit vielen führenden Musikern seiner Epoche, so mit Clara Schumann, Hans v. Bülow, Alfred Jaëll, Theodor Leschetizky, Anton Rubinstein, Adelina Patti und, des öfteren, mit Joseph Joachim. Mit Smetana war er befreundet; Tschaikowsky widmete 1876 seinem Andenken das 3. Streichquartett op. 30. L.s Repertoire war sehr groß. Virtuose Anforderungen bereiteten ihm keinerlei Schwierigkeit, so daß er die Violinkonzerte von Mendelssohn, Joachim, Ernst, Paganini und Spohr mustergültig wiedergeben konnte. Seine eigenen, nicht eben zahlreichen Kompositionen sind demgegenüber kleinformatiger gehalten; aber in der Einbeziehung spieltechnischer Probleme weisen sie in die gleiche Richtung. Im Zentrum seiner Bemühungen um die Kammermusik standen speziell die späten Quartette Beethovens; daneben setzte er sich auch für die Schöpfungen der damaligen Moderne, z. B. Tschaikowskys ein. Für Beethovens Violinkonzert (für das es Kadenzen von ihm gibt) ist er immer wieder eingetreten. Als einer der ersten Interpreten überhaupt hat er sich um die Ausführung der Bachschen Violinsonaten bemüht. L. gehörte zu den besten Geigern des 19. Jh.; zur absoluten Beherrschung des Instruments trat ein schönes Temperament hinzu, das seinen Vortrag unwiderstehlich machte.

  • Werke

    3 Konzert-Etüden op. 13 f. Violine solo;
    Elegie op. 3, Rondo scherzoso op. 6, Grand Duo brillant, Concert-Polonaise op. 8, Quatre Morceaux op. 12, Trois Morceaux op. 14, sämtl. f. Violine u. Klavier;
    Streichquartett cis-moll;
    Lieder (tschech. u. dt.). Von d. sonst verschollenen Violinkonzert a-moll sind 28 Takte d. 1. Satzes in d. Urschr. erhalten geblieben (Prag, Musikabt, d. Nat.mus.). -
    Zu S Váša: Hektor u. Andromache, Ouvertüre f. Orchester op. 15;
    Serenade f. Streichorchester op. 28;
    Slaw. Lieder.

  • Literatur

    A. Moser, Geschichte d. Violinspiels, 1923, S. 492 f.;
    F. Farga, Geigen u. Geiger, 1940, S. 281 f.;
    F. Židek, F. L., 1946;
    S. L. Ginzburg, F. L., 1951;
    B. Šich, F. L., 1951 (P);
    F. J. Fétis, Biogr. universelle des musiciens, 2V, 1875;
    Česko slovenský hudebnî slovnîk, Svazek prvý 1., 1963 (Tschechoslowak. Musikwb.) (W, L);
    The New Grove X;
    MGG VIII (W, P);
    Riemann.

  • Portraits

    16 Abb. z. Leben, Werk u. Umkreis in: B. Šich, s. L;
    Lith. v. P. Mateescu, 1850, Abb. in MGG VIII;
    J. Kriehuber, 1858;
    Denkmal v. V. Sapik, 1912 (Prag, Seminargarten).

  • Autor/in

    Werner Bollert
  • Empfohlene Zitierweise

    Bollert, Werner, "Laub, Ferdinand" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 687 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116865407.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA