Lebensdaten
1890 bis 1978
Geburtsort
Neisse (Oberschlesien)
Sterbeort
Würzburg
Beruf/Funktion
Historiker ; Lehrer ; Publizist ; Kulturpolitiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116852739 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sczodrok, Karl Paul Anton
  • Schodrok, Karl
  • Sczodrok, Karl Paul Anton
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Zitierweise

Schodrok, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116852739.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Robert, aus d. Kr. Cosel (Oberschlesien), Insp. in e. Armen-Arbeitshaus in N.;
    M Anna Scheithauer, aus e. Bauernfam. im Kreis N.;
    Breslau 1919 Stephania John;
    2 T.

  • Leben

    Nach dem Besuch der Kath. Volksschule in Neisse 1896-1904 war S. bis 1907 Präparand, anschließend Schüler am Preuß. Lehrerseminar in Ziegenhals (Kr. Neisse). Nach der Ersten Lehramtsprüfung 1910 wurde er Volksschullehrer in Bolatitz (Kr. Ratibor). Hier bestand er 1913 die Zweite Lehramtsprüfung und wurde 1914 nach Gleiwitz versetzt. 1915-18 leistete er in den Vogesen und auf dem Balkan Kriegsdienst. Danach wurde er nach Oppeln, 1923 nach Kolonnowska (Kr. Groß Strehlitz) versetzt, wo er bis 1930 als Rektor tätig war. 1930-45 lebte und arbeitete er in Oppeln, bis 1936 als Rektor, danach als Schulrat. Nach der Vertreibung ließ sich S. in Regensburg nieder. Im Anschluß an ein 1947 beendetes Entnazifizierungsverfahren konnte er die Stelle des Bezirksschulrats in Neumarkt (Oberpfalz) antreten (1957 pensioniert Die letzten beiden Jahrzehnte seines Lebens verbrachte er in Würzburg.

    S. gehört zu den bedeutendsten Vertretern des oberschles. Kulturlebens im 20. Jh. Seine erfolgreiche Wirksamkeit als Publizist und Kulturpolitiker begann nach dem 1. Weltkrieg. Während des Abstimmungskampfs gab er die Wochenschrift „Der Schwarze Adler“, das auflagenstärkste dt. Plebiszitblatt, heraus (Kattowitz 1919–21). 1923 übernahm er als Herausgeber und Chefredakteur die in Oppeln erscheinende Monatsschrift „Der Oberschlesier“, die als führende Kulturzeitschrift Oberschlesiens galt (1940-42 u. d. T. „Schles. Stimme“). In seinem Wirken nahm von Anfang an Joseph v. Eichendorff einen besonderen Platz ein. S. war Mitbegründer und Herausgeber (bis 1969) des Eichendorff-Almanachs „Aurora“, der unter seiner Federführung 1929-43 erschien und von ihm 1953 in Neumarkt wiederbelebt wurde. 1931 gründete S. in Neisse die Eichendorff-Stiftung und vier Jahre später das Eichendorff-Museum, für das ihm die Übernahme der umfassenden Sammlung Carl v. Eichendorffs (1863–1943), des Dichterenkels, gelang. Nach der Restitution der Eichendorff-Stiftung 1952 war er bis zu deren Umwandlung in die heutige Eichendorff-Gesellschaft 1969 ihr Vorsitzender. Maßgeblich beteiligte sich S. 1952 an der Gründung des Kulturwerks Schlesien, das er bis 1965 leitete (mit Sitz in Neumarkt, seit 1957 in Würzburg). Als Herausgeber und Schriftleiter zeichnete S. bis 1977 (Jgg. I-XXII) für das 1956 gegründete Organ des Kulturwerks, die Vierteljahresschrift „Schlesien“, verantwortlich.

  • Auszeichnungen

    BVK am Bande (1955) u. I. Kl. (1959); Oberschles. Kulturpreis d. Landes NRW (1972); Goldenes Stadtsiegel (Würzburg 1968).

  • Werke

    Oberschlesiens Schicksalsstunde, 1919;
    Gedanken u. Lieder, Eichendorffs rel. Bekenntnis, 1950;
    „Keinen Dichter noch ließ seine Heimat los“, Eichendorffs Heimatbekenntnis, 1950;
    Das Erlebnis d. oberschles. Volksabstimmung, 1951;
    Joseph v. Eichendorff, Leben u. Werk, 1955;
    |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Stiftung Kulturwerk Schlesien, Würzburg.

  • Literatur

    E. G. Schulz, K. S. als Hg., in: Schlesien XXIII, 1978, S. 65-68;
    G. Grundmann, in: Erbe u. Auftrag, Oberschles. Kulturpreis 1965-1985, 1988, S. 55-60 (P);
    F. Heiduk, Zur Gesch. d. Eichendorff-Ges., in: Oberschles. Jb. 1, 1985, S. 231-17;
    B. Gröschel, Die Presse Oberschlesiens v. d. Anfängen bis z. J. 1945, 1993, Nr. 237, 420, 442;
    D. Machalica, K. S., Sein Btr. z. Entstehung u. Entwicklung schles. Zss. u. Vereinigungen, unveröff. Mag.arb., Germanist. Inst. d. Univ. Wrocław/Breslau 2000;
    H. Groß, Bed. Oberschlesier, 1995, S. 458-60;
    Kürschner Lit.-Kal., Nekr. 1971-1998, 1999;
    Oberschles. Lit-Lex.;
    Kosch, Lit.-Lex.3.

  • Portraits

    Gem., Öl/Holz v. W. v. Websky, 1955 (Stiftung Kulturwerk Schlesien, Würzburg).

  • Autor/in

    Peter Chmiel
  • Empfohlene Zitierweise

    Chmiel, Peter, "Schodrok, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 354-355 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116852739.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA