Lebensdaten
1840 bis 1909
Geburtsort
Kiel
Sterbeort
Rom
Beruf/Funktion
Archäologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11684244X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mau, August

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Zitierweise

Mau, August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11684244X.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinr. August (1806–50), Prof. d. Theol. in K., S d. Joh. August (1777–1806), D.theol., Pastor in Schönberg, Schriftsteller, u. d. Marie Louise Carstens;
    M Louise (1812–1902), T d. August v. Rumohr, auf Rundhof u. Gr.-Steinrade, u. d. Sophie Adelaide v. Hennings;
    Schw Sophie (1844–1912, ⚭ Wilh. Wundt, 1832–1920, Prof. d. Philos. in Leipzig: Vt Ferd. Tönnies (1855–1936), Soziologe u. Philosoph, Prof. in Kiel;
    Rom 1891 Candida Randanini ( 1909);
    N Max Wundt (1879–1963), Prof. d. Philos. in Tübingen.

  • Leben

    M. studierte in Kiel und Bonn klassische Philologie und wurde 1863 in Kiel bei O. Ribbeck mit einer textkritischen Untersuchung zu Tibull promoviert. Er unterrichtete zunächst als Hilfslehrer in Meldorf und anschließend als Lehrer an der Gelehrtenschule in Glückstadt. Wegen eines Lungenleidens schied er 1869 aus dem Schuldienst aus und übersiedelte 1872 nach Rom. Dort wurde er 1873 am Deutschen Archäologischen Institut als Sekretär des Direktors, Wilhelm Henzen, angestellt. Seine Hauptaufgabe am Institut war die Bearbeitung und Edition des Realkatalogs der Institutsbibliothek, der 1900/02 von ihm publiziert wurde. Die von M. selbst betreute Neuauflage erschien postum 1913.

    M.s Lebensleistung war die Erforschung des antiken Pompeji. 1873 kam er durch das Studium pompejan. Inschriften zum erstenmal dorthin. In der Folge beschäftigte er sich vor allem mit der Wandmalerei, für die er, anknüpfend an Forschungen von W. Heibig|und G. Fiorelli, eine historische Abfolge aufstellte und mehrere Stile unterschied. Ergebnis seiner Forschungen war die „Geschichte der dekorativen Wandmalerei in Campanien“ (1882), für die er vier Stilphasen postulierte. Damit schuf M. das grundlegende Werk für die weitere Beschäftigung mit der röm. Malerei. Besonders folgenreich war, daß hier nicht mehr die griech. Vorbilder dieser Kunst betont, sondern die italisch-röm. Kunst als eigenständige Äußerung begriffen wurde. Diesen Ansatz haben dann vor allem A. Riegl und F. Wickhoff weiterentwickelt. Seit 1874 veröffentlichte M. in den Zeitschriften des Deutschen Archäolog. Instituts regelmäßig Berichte über den Fortgang der Grabungen in Pompeji, die er gelegentlich durch eigene Detailuntersuchungen ergänzte und seit 1889 durch eine pompejan. Bibliographie erweiterte. Jahrzehntelang arbeitete M. an einer Publikation aller seit 1871 gefundenen pompejan. Wand- und Gefäßinschriften, die postum 1909 erschien. Für das breitere Publikum verfaßte er einen „Führer durch Pompeji“ (1893 u. ö.) sowie die umfangreiche Monographie „Pompeji in Leben und Kunst“ (1899 engl., dt. 1900)|

  • Auszeichnungen

    Korr. Mitgl. d. Dt. Archäolog. Inst., 1894.

  • Werke

    Weitere W Pompejan. Btrr., 1879;
    Mitarb. bei: J. Overbeck, Pompeji, 1884;
    Bearb. d. Neuaufl. v. J. Marquardt, Das Privatleben d. Römer, 1886.

  • Literatur

    F. Studniczka, in: Mitt. d. Kaiserl. Dt. Archäolog. Inst., Röm. Abt. 23, 1908, S. 269-74;
    G. Körte, in: Neue Göttinger Gel. Anzeigen 1909, S. 1-6;
    A. Sogliano, in: Atti della Reale Accademia di Archeologia, Lettere e Belle Arti, Napoli, 23, 1909, Rendiconti, S. l-ll. – ßibliogr. in: H. B. Van der Poel. Corpus topographicum Pompeianum IV, 1977, S. 98 f., 127 f., 213-19, 305-10;
    R. Lullies u. W. Schiering (Hrsg.), Archäologenbildnisse, 1988, S. 78 f. (P).

  • Portraits

    Bronzeherme in Pompeji.

  • Autor/in

    Hartmut Döhl
  • Empfohlene Zitierweise

    Döhl, Hartmut, "Mau, August" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 421-422 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11684244X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA