Lebensdaten
1849 bis 1917
Geburtsort
Weimar
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
Anatom
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116840307 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Froriep, August Friedrich von

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Zitierweise

Froriep, August Friedrich von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116840307.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Robert (1804–61), Prof. d. Med. in Berlin u. Jena, Leiter d. Bertuchschen Landesindustrie-Comptoirs in W. (s. ADB II; BLÄ), S d. Ludw. Frdr. v. F. (württ. Personaladel 1810, 1779-1847), württ. Hofrat u. Leibarzt, Prof. d. Geburtshilfe, Chirurgie u. Anatomie in Jena, Halle u. T., Dir. d. weimar. Medizinalwesens, Leiter d. Bertuchschen Landesindustrie-Comptoirs in W. (s. ADB II; BLA) (S d. Justus Frdr. F., 1745-1800, Prof. d. Theol., s. ADB VIII), u. d. Charlotte (1779–1839, T d. Frdr. Justin Bertuch, 1822, Verleger u. Schriftst., s. NDB II);
    M Wilhelmine (* 1808), T d. Univ.-Kameralverwalters Christoph Frdr. Ammermüller in T. u. d. Pfarrers-T Wilhelmine Hölder;
    1) Leipzig 1875 Carol. Elise Lenoir (1848–80), 2) Wain 1890 Marie (1861–1938), T d. Benno Frhr. v. Herman auf Wain u. d. Pauline Freiin v. Massenbach; kinderlos; 1 Adoptiv-S.

  • Leben

    Als Student war F. Schüler von Henle, Hoppe-Seyler und C. Ludwig. Nach der medizinischen Promotion in Leipzig 1874 wurde er dort Assistent bei Ch. W. Braune an der topographischen Abteilung der Anatomie. Er stand auch in Beziehungen zu W. His dem Älteren. Für kurze Zeit war er Lehrer der Anatomie an der Kunstschule in Leipzig. 1878 wurde er Prosektor in Tübingen. Da ihm auch der Unterricht in der mikroskopischen Anatomie übertragen wurde, ging er 1879 für 3 Monate zu Ranvier nach Paris, um sich in der Histologie zu vervollkommnen. 1884 wurde er außerordentlicher Professor und 1895 Ordinarius und Direktor der anatomischen Anstalt in Tübingen. 1917 trat F. in den Ruhestand. – Er war in erster Linie Morphologe und übte eine gewissenhafte Technik. Die Histologie interessierte ihn weniger. Viel beschäftigte er sich mit den Problemen im Grenzgebiet zwischen Anatomie und Kunst. Starkes Interesse zeigte F. an der Embryologie. Auf Grund umfangreicher Untersuchungen vertrat er die Theorie, daß bei Säugern der Schädel entwicklungsgeschichtlich aus zwei Anteilen entsteht. Die Grenze zwischen beiden bildet der Austrittspunkt des Vagus im Foramen jugulare. Die Hinterhauptsregion sah er als Umbildung des kranialen Teils der Wirbelsäule an. F. zeigte, daß die Hirnnerven den Charakter von Spinalnerven besitzen. Er lieferte auch eine Darstellung der Entwicklungsgeschichte von Atlas und Epistopheus. Intensiv beschäftigte er sich mit dem Problem der individuellen Schädeltypen, die er mit der Entwicklung des Hirns in Verbindung brachte. Seine Arbeit bildet die Grundlage für die Krönleinschen Linien, die dem Chirurgen eine ungefähre Orientierung über die Lage einzelner Hirnabschnitte am äußeren Schädel ermöglicht. F. untersuchte die Schädel berühmter Persönlichkeiten und bemühte sich um Ausarbeitung einer Methode zur Identifizierung von Schädeln.|

  • Auszeichnungen

    Korr. Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss..

  • Werke

    W u. a. Anatomie f. Künstler, 1880, 71937;
    Die Lagebeziehung zw. Großhirn u. Schädeldach, 1897;
    Der Schädel Frdr. Schillers u. d. Dichters Begräbnisstätte, 1913;
    Schädel, Totenmaske u. lebendes Antlitz d. Hoffräuleins Luise v. Göchhausen, 1917.

  • Literatur

    E. Gaupp, Die Metamerie d. Schädels, in: Ergebnisse d. Anatomie u. Entwicklungsgesch. 7, 1897, S. 793-885 (bes. S. 812-15);
    M. Heidenhain, in: Anatom. Anz. 50, 1917, S. 410-24 (W-Verz., v. F. selber zusammengestellt, P);
    ders., in: DBJ II, S. 81-83 (W, L);
    Rückert, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1919, S. 47-57;
    Fischer.

  • Autor/in

    Manfred Stürzbecher
  • Empfohlene Zitierweise

    Stürzbecher, Manfred, "Froriep, August Friedrich von" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 663 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116840307.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA