Lebensdaten
1904 bis 1981
Geburtsort
München
Sterbeort
Lindenberg (Allgäu)
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker ; Verleger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116839880 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schnell, Hugo Karl Maria
  • Schnell, Hugo
  • Schnell, Hugo Karl Maria
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Zitierweise

Schnell, Hugo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116839880.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann Josef (1862–1947), Oberlehrer, Lehrer f. Stenographie, Erzieher am kgl. Hof, Mitbegr. d Kath. Lehrerver. in M., S d. Friedrich (1832–68), Lehrer in Illdorf b. Burgheim;
    M Anna Maria Theresia (1880–1938), T d. Otto Edmund Niedermayr (1850–1909), Privatier in M., vormals Restaurateur, u. d. Anna Hopfensberger (1854–1929);
    1 B; 2 Schw.;
    München 1934 Martha Paula (1903–94), Dr. phil., Philologin, T d. Paul David Paulus (1869–1938), in Mülhausen (Elsaß), u. d. Josefine Fischesser;
    1 Adoptiv-S Johannes (1934–96), Dr. phil., Kunsthist. in M.

  • Leben

    Nach dem Abitur in Augsburg studierte S. an der Univ. München Philosophie, Theologie, Geschichte und Kunstgeschichte. 1931 wurde er mit einer Arbeit über „Die Einflüsse des Konzils von Trient auf die Kunst in Altbaiern mit besonderer Berücksichtigung des baier. Volkstums“ promoviert, wobei er erstmals die religiöse Komponente des süddt. Barocks herausarbeitete (u. d. T. „Der baier. Barock“, 1936). 1932 ging S. als Kulturredakteur nach Waldsassen/Oberpfalz („Grenzzeitung“ u. „Konnersreuther Sonntagsblatt“). Als Leiter des Gaues Stiftland der „Bayernwacht“, der Wehrorganisation der BVP, wurde S. nach der „Machtergreifung“ der NSDAP 1933 für einige Wochen inhaftiert und verlor seine Anstellung.

    Mit dem Kaufmann Johannes Steiner (1902–95), Verlagsleiter der verbotenen Wochenschrift „Der gerade Weg“, gründete S.|noch im selben Jahr den „Dreifaltigkeitsverlag“, der dann am 1.1.1934 offiziell in München eröffnet wurde und vier Jahre später aufgrund einer Verfügung der Reichsschrifttumskammer in „Verlag Dr. Schnell und Dr. Steiner“ umbenannt werden mußte. Die tragende Geschäftsidee war die Publikation von kleinen (später auch großen) bebilderten Kunstführern als wissenschaftlich fundierte und doch breit angelegte Handreichung für Kirchenbesucher vor Ort. Nach einem standardisierten Schema wurden historische, kunsthistorische, volkskundliche und theologische Zusammenhänge erklärt. S., der bereits durch mitreißende Kunstvorträge und Führungen Ansehen erlangt hatte, übernahm als Verlagsleiter die eigentliche Herausgeberschaft, das Lektorat und z. T. auch die Autorschaft dieser Reihe (so Kunstführer Nr. 1 „Die Wies“, 1934). 1938 zog S. nach Scheidegg im Allgäu. 1940 zum Luftwaffenregiment Nr. 7 in den Nachrichtendienst eingezogen, erlebte er das Kriegsende beim Flugcorps in Kempten.

    Im Verlag, der seit 1947 unter dem Namen „Verlag Schnell & Steiner“ firmiert, wurde die Reihe der Kunstführer in der bewährten Weise weitergeführt und das Buchprogramm erheblich erweitert. S. rief 1947 die Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft „das münster“ ins Leben, die bis heute in dem spannungsvollen Verhältnis von Kirche und Kunst zu vermitteln versucht, und übernahm auch deren Schriftleitung (bis 1973). Dies führte S. einerseits zu einer internationalen Ausstellungstätigkeit, die ihren Höhepunkt anläßlich des Eucharistischen Weltkongresses in München 1960 erreichte (u. a.Bayer. Frömmigkeit“), andererseits zu der Dokumentation „Der Kirchenbau des 20. Jahrhunderts in Deutschland“ (1973; engl. 1973; span. 1974). In seinen Arbeiten verstand es S., die Erkenntnisse des Kunsthistorikers mit dem Wissen des Theologen um die liturgische Funktion christlicher Werke zu verbinden. 1988 erschien postum das „Lexikon der Wessobrunner“, das auf S.s jahrzehntelangen Forschungen basiert.

  • Auszeichnungen

    BVK am Bande (1954); Komtur d. Sylvesterordens (1956); Rr. d. Ordens v. Hl. Grab (1959); Bayer. Verdienstorden (1964); Ehrenzeichen „Excellenti in litteris“ d. Univ. Innsbruck (1969); österr. Ehrenkreuz f. Wiss. u. Kunst 1. Kl. (1977).

  • Werke

    Weitere W Zettelkartei mit über 750 000 Stichwörtern zu d. Wessobrunner Stukkatoren („Stiftung Dr. Schnell“ im Inst. f. Kunstgesch. d. Univ. München);
    Schrr.:
    Ottobeuren, Basilika u. Benediktinerabteikirche, 1935, 161982;
    Ottobeuren, Kloster u. Kirche, 1936, 1955 mit d. Untertitel: Kirche, Kloster u. Mus., 71979;
    Die Fürstäbtl. Residenz zu Kempten u. ihre Prunkräume, 1947;
    Die Stiftskirche Waldsassen, 1934, 271982;
    Birnau am Bodensee, Marienwallfahrtskirche 1952, 1972 mit d. Untertitel: Basilika zu Unserer lieben Frau, 41981;
    W-Verz. in: Kürschner Gel.-Kal. 1983, S. 3768 f.;
    Bibliogr. Dr. Hugo Schnell“, in: das münster 36, 1983, S. 62 ff.

  • Literatur

    H. H. Hofstätter, in: das münster 27, 1974, S. 213 f., ebd. 35, 1982, S. I f. (P);
    L. Altmann, 50 J. Verlag Schnell & Steiner, ebd. 36, 1983, S. 243-45 (P);
    G. M. Lechner, Die Kunstwiss. u. „das münster“, ebd. 51, 1998, S. 73-77;
    B. Beringer, 50 J. Schnell & Steiner, Eine Verlagsdok., 1983 (P);
    Who's Who in Germany, 1980.

  • Autor/in

    Lothar Altmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Altmann, Lothar, "Schnell, Hugo" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 316-317 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116839880.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA