Lebensdaten
1769 bis 1851
Geburtsort
Weimar
Sterbeort
Weimar
Beruf/Funktion
weimarischer Staatsmann
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116825294 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fritsch, Carl Wilhelm von
  • Fritsch, Carl Wilhelm Gerhard von
  • Fritsch, Carl Wilhelm von
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Zitierweise

Fritsch, Carl Wilhelm Gerhard von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116825294.html [12.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Jak. Frdr. (s. 1);
    Weimar 1803 Henriette (1776–1859), T d. Joh. Karl Albrecht Frhr. Wolfskeel v. Reichenberg (1736–97), württ. Hofkriegsratspräs. u. Gen., u. d. Susanne Dor. Edle Schellhaß v. Schellersheim;
    5 S, u. a. Karl Frdr. (1804–92), weimar. WGR, Gesandter d. thür. Staaten am Bundestag, Gg. Aug. (s. Gen. 2), Albert (1808–82), sächs. Gen.Lt. u. Befehlshaber d. Kav., deckte 1866 d. Rückzug b. Königgrätz;
    N Konstanze Gfn. v. F. (1781–1858), weimar. Ob.hofmeisterin;
    E Karl Gg. (s. 2), Anna [⚭ Karl Frhr. v. Beaulieu-Marconnay, 1811–89, weimar. WGR, Gesandter d. thür. Staaten am Bundestag, Schriftst., s. ADB 46), Maximilian (⚭ Henriette v. Jordan, 1847–1928, Oberhofmeisterin d. Kronprn. Luise v. Sachsen).

  • Leben

    F. gehörte zu den führenden weimarischen Staatsmännern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach juristischem Studium war er 1789 Mitglied der weimarer Regierung und 1791 auch der Generalpolizeidirektion geworden, deren Leitung er 1805 übernahm. Dank vielfacher Bewährung, besonders in den schweren Jahren nach der Katastrophe von 1806, stieg er über das Präsidium des 1807 neuerrichteten Landespolizeikollegiums 1811 zum Mitglied des Geheimen Consiliums und 1815 zum Geheimen Rat und Staatsminister auf. An der damals durchgeführten Neuorganisation der Staatsverwaltung war er maßgebend beteiligt. Landesverwaltung, Polizei, Justiz und Wirtschaft bildeten sein Hauptarbeitsbereich, auch als ihm 1818 und 1819 noch die Aufsicht über das Kirchen- und Schulwesen und die Universität Jena, dazu die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten übertragen wurden. F. war ein eifriger Verfechter der Staatsautorität auf politischem Gebiet, und hier geriet er gelegentlich zu den freieren Ansichten des Großherzogs Carl August in Widerspruch; so bekämpfte er, wie Goethe, die Pressefreiheit. Seine Wirtschaftspolitik dagegen stand unter dem Einfluß der Theorien Adam Smiths. Schon 1792 hatte er sich durch ein Gutachten, in dem er für Gewerbefreiheit als beste Voraussetzung einer gesunden Entwicklung des Handwerks eintrat, den Ehrennamen eines „Handwerksreformers“ erworben. Seine Auffassung von dem Nutzen unbedingter Handlungsfreiheit des Einzelnen im Wirtschaftsleben bestimmte auch später die weimarer Wirtschaftspolitik. – Nach mehr als 50jährigem Staatsdienst trat F. 1843 wegen eines Augenleidens vom Amte zurück. – An dem in Weimar herrschenden geistig-gesellschaftlichen Leben, in dem er aufgewachsen war, nahm er Anteil, ohne besonders hervorzutreten.

  • Werke

    Erinnerungen d. Enkels an Betrachtungen d. Großvaters [Thomas v. F.], 1810;
    Lebensber. (Hs., im Bes. d. Fam.).

  • Literatur

    ADB VIII;
    F. Härtung, Das Ghzgt. Sachsen unter d. Regierung Carl Augusts 1775–1828, 1923;
    W. Huschke, Ministerkollegen Goethes, in: Geneal. u. Heraldik, 1949, H. 7-12.

  • Portraits

    Zeichnung v. J. Schmeller (Weimar, Goethe-Nat.mus.)

  • Autor/in

    Wolfgang Huschke
  • Empfohlene Zitierweise

    Huschke, Wolfgang, "Fritsch, Carl Wilhelm Gerhard von" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 623 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116825294.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA