Lebensdaten
1880 bis 1960
Geburtsort
Rostock
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Entomologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116810785 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Martini, Erich

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Zitierweise

Martini, Erich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116810785.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (1845–1907), Dr. iur., Oberlandesgerichtspräs, in R. (s. BJ XIII, Tl.);
    M Agnes Kessler aus Wandsbek;
    1935 Erna Hansen aus H.;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    M. besuchte die Gymnasien in Rostock und Schwerin, wo er 1899 das Abitur ablegte. Anschließend studierte er Zoologie und Medizin in Rostock, München und Tübingen, promovierte 1902 in Rostock zum Dr. phil. und 1903 zum Dr. med. Seit Ostern 1906 war er Assistent, dann Prosektor an der Anatomie' in Rostock, habilitierte sich 1908 für Anatomie in Rostock und wurde 1909 Erster Assistent am Zoologischen Institut Tübingen. Hier erhielt er die Venia legendi für Zoologie und Vergleichende Anatomie sowie einen Lehrauftrag für Forstzoologie. 1912 berief ihn Bernhard Nocht zum Aufbau einer Abteilung für medizinische Entomologie an das Tropeninstitut nach Hamburg, das seine Wirkungsstätte bis zum Ruhestand 1945 blieb. Ab 1939 war er hier Abteilungsleiter. 1919 wurde er an der Univ. Hamburg Privatdozent für Medizinische Zoologie und 1930 zum ao. Professor ernannt.

    M. war ein Gelehrter von umfassendem Wissen und großem Ideenreichtum. Während seine ersten Publikationen rein zoologische Themen betrafen, z. B. die Zellkonstanz bei Rotatorien und Nematoden, wandte er sich in Hamburg überwiegend entomologischen Fragestellungen zu, speziell der Rolle von Insekten als Krankheitserreger und -überträger. Er wurde zum Begründer und namhaftesten Vertreter der medizinischen Entomologie in Deutschland, hat wesentliche und weltweit anerkannte Arbeiten auf diesem Gebiet geleistet und praktisch alle Disziplinen und Methoden der Zoologie in seine Forschungen einbezogen, die ihn auch auf viele Reisen in Europa und nach USA führten. Wichtigster Gegenstand seiner wissenschaftlichen Arbeiten waren die Stechmücken. Mit ihrer und anderer Insekten Funktion als Krankheitsüberträger wurde er zu epidemiologischen Fragestellungen geführt, aus denen grundlegende Arbeiten über die Entstehung, Übertragung und den Ablauf von Seuchen in ihre Abhängigkeit von Umwelteinflüssen hervorgingen.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Leopoldina; Escherich-, Fabricius-, Bernhard-Nocht-Medaille; Präsidentschaft d. VII. Internat. Entomologen-Kongresses 1938 (Berlin); Dr. rer. nat. h.c. (Hamburg 1960).

  • Werke

    Lehrb. d. med. Entomol., 1923. 41952;
    Wege d. Seuchen, 1936, 31953;
    Seuchen im Menschen, 1959;
    Bttr. zu Handbüchern u. enzyklopäd. Werken, z. B. Weltseuchenatlas, Culicidiae, in: E. Lindner, Die Fliegen d. paläarkt. Region, 1931.

  • Literatur

    G. Olpp, Hervorragende Tropenärzte in Wort u. Bild, in: Ärztl. Rdsch., 1932, S. 273 f. (P);
    F. Peus, in: Zs. f. angew. Entomol. 48, 1961, S. 339-44;
    E. Titschack, in: Verhh. d. Ver. f. naturwiss, Heimatforschung 35, 1961, S. VIII-XI.

  • Autor/in

    Fritz Weyer
  • Empfohlene Zitierweise

    Weyer, Fritz, "Martini, Erich" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 297 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116810785.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA