Lebensdaten
1829 bis 1872
Geburtsort
Pleß (Oberschlesien)
Sterbeort
Nizza
Beruf/Funktion
Publizist
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116797630 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Friedländer, Max

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Friedländer, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116797630.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Kaufm.;
    M N.N. Heitzfeld;
    B Ferd. Rr. v. Friedland (österr. Rr.stand 1865, 1811-68), führte d. Gasbeleuchtung in Breslau, Prag u. Paris ein, österr. Vertreter auf d. Weltausstellungen in Paris, London u. Dublin, Dir. d. österr. Mus. f. Kunst u. Industrie (s. Wurzbach 28);
    Vt Ferd. Lassalle ( 1864), Politiker;
    Regina Delia (eigtl. Deligah, 1840-94), Schauspielerin u. Schriftstellerin (s. Kosch, Theater-Lex.); Schwägerin Hermine Delia (eigtl. Deligah, 1844–1908, Emil Claar [eigtl. Rappaport], 1842-1930, Intendant), Schauspielerin (beide s. Kosch, Theater-Lex.);
    K u. a. Helene (1868–91), Schriftstellerin (s. Brümmer).

  • Leben

    F. absolvierte das Gymnasium in Schulpforta, studierte in Breslau, Heidelberg und Berlin (Dr. iur.) und trat in Breslau als Gerichts-Assessor in den Staatsdienst. Nachdem er schon seit 1848 als Korrespondent tätig gewesen war, siedelte er 1856 nach Wien über und wurde Mitarbeiter des Massenblatts „Die Presse“, einer der französischen „La Presse“ nachgeführten Zeitungsgründung des Großbäckers Zang im 48er Jahr. F. und fast die gesamte Redaktion veranstaltete 1864, von den unwürdigen Methoden Zangs angeekelt, einen Exodus. Noch im gleichen Jahre gründete F. zusammen mit M. Etienne und E. Werthner die „Neue Freie Presse“; dabei gab sein Bruder kommerzielle Hilfe. Die „Neue Freie Presse“ wurde als ein in jeder Hinsicht freies Organ angekündigt, treu der Parteistellung der Redaktion als aufrechte österreichische Verfassungsfreunde. Als Ziel wurde angeführt: Österreich als Großmacht, als Schutzpfeiler Deutschlands: großdeutsch und frei. F. beschränkte seine Tätigkeit keineswegs auf den politischen Teil, er verschaffte seinem Organ vielmehr bewußt, und für die damalige Zeit ganz ungewöhnlich, eine Position als literarische Instanz.|Dem Kulturteil wurde eine bisher ungekannte Bedeutung zugemessen, wobei die Bemühung dahin ging, zumal im Romanteil, deutschschreibenden Autoren den Vorrang einzuräumen und mit den üblichen billigen Übertragungen aus dem Französischen und Englischen Schluß zu machen. B. Auerbach, O. Ludwig, F. Spielhagen, P. Heyse gehörten zur ersten Garnitur der epischen Beiträger. Zugleich begründete F. die finanzpolitische Geltung der „Neuen Freien Presse“, indem er den wirtschaftlichen Teil unter der noch heute von der Nachfolgegründung „Die Presse“ beibehaltenen Sparte „Der Economist“ stark ausbaute. Seit 1869 war er Präsident der Deutschen Journalistentage in Wien, Breslau und Mainz, 1865-67 Vizepräsident des politisch bedeutsamen Presseklubs Concordia. – F. war ein aufrechter, umsichtiger und aufgeschlossener Mann von umfassendem Wissen und großer Tatkraft und ein glänzender Organisator. Seine Erscheinung ist untrennbar mit der Entwicklung des modernen österreichischen Zeitungswesens verbunden.

  • Literatur

    Wurzbach 28;
    ÖBL.

  • Portraits

    Holzschn. in: Allg. Fam. ztg., Stuttgart 1872, Bd.2, S. 757.

  • Autor/in

    Erik Graf Wickenburg
  • Empfohlene Zitierweise

    Wickenburg, Erik Graf, "Friedländer, Max" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 454 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116797630.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA