Lebensdaten
1856 bis 1926
Geburtsort
Krefeld
Sterbeort
Gauting bei München
Beruf/Funktion
Physiker
Konfession
mennonitisch
Normdaten
GND: 116790563 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heydweiller, Adolf
  • Heydweiller, Ad.
  • Heydweiller, Jacob Adolf
  • mehr

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Zitierweise

Heydweiller, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116790563.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Frdr. Adolf (1822–1907), Fabrikbes., S d. Reg.-rats Jac. Benjamin (aus Mennonitenfam., die Glashütten, Samtband- u. Seidenstrumpffabriken in K. betrieb) u. d. Amalia Hunzinger (aus pfälz. Mennonitenfam.);
    M Marie (1826–57), T d. Engelbert v. Oven (1795–1846), preuß. Oberkonsistorialrat, u. d. Charlotte Brügelmann;
    Stief-M (seit 1860) Marg. Charlotte von Beckerath (1842–1929);
    - Krefeld 1887 Emma (* 1861), T d. Heinr. vom Bruck u. d. Hedwig Amalie von Beckerath;
    2 S, 3 T, u. a. Doris Emma ( Erwin von Beckerath, 1889–1964, Prof. f. wirtsch. Staatswiss.).

  • Leben

    Nach Studienjahren in Hannover, Leipzig, Berlin und Gießen ging H. 1883 als Assistent an das Istituto di studi superiori in Florenz. 1886 wurde er Assistent am Physikalischen Institut der Universität Würzburg, wo er promovierte (Dissertation: Absolute Strommessung) und sich habilitierte. 1892-95 war er als Privatdozent in Straßburg. 1895 wurde er als Extraordinarius an die Universität Breslau,| 1901 als ordentlicher Professor der Physik nach Münster und 1908 nach Rostock berufen. Hier lehrte er bis 1921. Seit der Emeritierung lebte er in Gauting bei München.

    H. hat in zahlreichen experimentellen Arbeiten Beiträge zur Entwicklung verschiedener Gebiete geliefert: Gas- besonders Funkenentladung, Magnetismus, Selbstinduktion und andere Er konstruierte ein absolutes Elektrodynamometer (1891) und ein erdmagnetisches Variometer (1898). Hervorzuheben sind die Untersuchungen über die innere Reibung von Flüssigkeiten oberhalb des Siedepunktes (1896) sowie die 5 umfassenden Beiträge (Annalen der Physik, 1909–16) über die physikalischen Eigenschaften von Elektrolyten, insbesondere über Refraktion und Dispersion auch im ultravioletten Bereich, über Mischungsregel und Ionenvolumina. Die in H.s letzten Arbeiten nachgewiesene Additivität der Molrefraktion gelöster starker Elektrolyte bildete die Grundlage für die bald darauf einsetzenden Untersuchungen von K. Fajans über die gegenseitige Deformation der Ionen und die Abweichungen von der reinen Coulomb-Bindung.

  • Werke

    u. a. Durchgang d. Elektricität durch Gase, in: Ann. d. Physik 38, 1889, 40, 1890, 43, 1891, 48, 1893;
    Absolutes Elektrodynamometer f. stärkere Ströme, ebd. 44, 1891;
    Die innere Reibung einiger Flüssigkeiten oberhalb ihres Siedepunktes, ebd. 59, 1896;
    Neue erdmagnet. Intensitätsvariometer, ebd. 64, 1898;
    Über bewegte Körper im elektr. Felde u. üb. d. elektr. Leitfähigkeit d. atmosphär. Luft, ebd. 69, 1899;
    Physikal. Eigenschaften v. Lösungen in ihrem Zusammenhang I-V, ebd. NF 30, 1909, 33, 1910, 37, 1912, 41, 1913, 49, 1916 (mit O. Grube). -
    Hrsg.: Ges. Abhh. v. Frdr. Kohlrausch, 2 Bde., 1910/11 (mit W. Hallwachs, K. Strecker u. O. Wiener).

  • Literatur

    Pogg. IV-VI.

  • Autor/in

    Walther Gerlach
  • Empfohlene Zitierweise

    Gerlach, Walther, "Heydweiller, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 77 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116790563.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA