Lebensdaten
1838 bis 1902
Geburtsort
Naumburg/Saale
Sterbeort
Danzig
Beruf/Funktion
preußischer Minister ; Staatsmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116788070 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Goßler, Gustav Konrad Heinrich von
  • Goßler, Gustav von
  • Goßler, Gustav Konrad Heinrich von
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Zitierweise

Goßler, Gustav von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116788070.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav (1810–85), Kanzler d. Kgr. Preußen, Kronsyndikus u. Präs. d. Oberlandesger. Königsberg (s. Altpreuß. Biogr.), S d. Conrad (westfäl. Adel 1813, 1769-1842), westfäl. Gen.-Staatsanwalt in Kassel, preuß. Wirkl. Geh. Oberjustizrat im Justizmin. (S d. Christoph [ 1791], s. Einl.), u. d. Kaufm.-T Anna Charl. Cuny aus Magdeburg;
    M Sophie (1816–77), T d. Heinr. v. Mühler ( 1857), preuß. Justizmin., u. d. Ulrike Hoffmann;
    Ov Albert (1807–69), Premiermin. d. Hzgt. Anhalt-Köthen-Dessau;
    Tante-v Adelheid (⚭ Heinr. v. Mühler, 1874, preuß. Kultusmin.);
    B Heinrich (1841–1927), preuß. Gen. d. Inf. u. Kriegsmin. (s. Wi. 1922), Konrad (1848–1933), preuß. Gen. d. Inf. (s. Wi. 1922), Wilhelm (1850–1928), preuß. Gen.-Lt.;
    Vt Martin (1843–98), preuß. Gen.-Lt., Alfred (1867–1946), Mitgl. d. preuß. Abgeordnetenhauses u. d. Reichstags, Chef d. Verwaltung d. balt. Provinzen;
    Georgenburg 1867 Mathilde (1847–1901), T d. William v. Simpson (1820–86), auf Georgenburg, Mitgl. d. preuß. Herrenhauses, u. d. Mila Lemcke;
    2 S, 3 T;
    N Konrad (1881–1939), Gen. d. Kav., Adelheid (⚭ Ulrich Frhr. Marschall gen. Greiff,1863-1923, preuß. Gen.-Major, Gen.-Adj. u. Chef d. Mil.kab.).

  • Leben

    In einem religiös gestimmten, aber weltoffenen Elternhaus aufgewachsen, beendete G. seine Schulzeit im Kneiphöfschen Gymnasium in Königsberg in Preußen. Nach dem Studium der Rechte an den Universitäten Berlin, Heidelberg und Königsberg in Preußen trat er in den preußischen Justizdienst ein und wurde 1859 zum Auskultator, 1861 zum Referendar und 1864 zum Assessor am Oberlandesgericht in Insterburg ernannt. 1865-74 war G. Landrat des Kreises Darkehmen, 1875 trat er als Hilfsarbeiter in das Ministerium des Innern ein, wo er hauptsächlich mit Vorarbeiten für die neue Kreisordnung befaßt war. In Stallupönen 1877 zum Reichstagsabgeordneten gewählt, schloß er sich der deutsch-konservativen Partei an und bewährte sich bald als gewandter und sachkundiger Parlamentarier. Nach kurzer Tätigkeit als Mitglied des Oberverwaltungsgerichts wurde er 1879 von Kultusminister Robert von Puttkamer als Unterstaatssekretär in das Unterrichtsministerium berufen. Im Februar 1881 zum Präsidenten des Reichstages gewählt, trat er noch im gleichen Jahre die Nachfolge des zum Innenminister ernannten von Puttkamer als preußischer Unterrichtsminister an. Seine 10jährige Amtszeit steht im Zeichen einer allmählichen Entschärfung der durch den Kulturkampf aufgerissenen Gegensätze. Wenn G. auch am Schulaufsichtsgesetz von 1872 und an der staatlichen Autonomie in Schulsachen grundsätzlich festhielt – was ihm die erbitterte Feindschaft von Ludwig Windthorst eintrug –, so war er doch nach Kräften bemüht, den kirchlichen Interessen beider Konfessionen im Schulwesen Rechnung zu tragen. Doch hat er in den polnisch besiedelten Gebieten die staatliche Aufsicht bewußt verstärkt und die polnische Unterrichtssprache aus den Volksschulen verbannt. Die Universitäten hat er durch bessere Ausstattung der Institute und eine kluge Berufungspolitik gefördert. Die Ernennung von F. Th. Althoff zum Universitätsreferenten fällt in seine Amtszeit. Die staatlichen Museen erfreuten sich der besonderen Fürsorge des kunstverständigen Ministers. In der Denkmalspflege hat er der Restauration der Trierer Basilika und der Marienburg besonderes Augenmerk geschenkt. Es entsprach sowohl seiner konservativen Grundhaltung wie seinem humanistischen Bildungsbegriff, daß er an der Vorrangstellung des altsprachlichen Gymnasiums im höheren Schulwesen grundsätzlich festhielt. Den auf einen stärkeren Ausbau der Realschulen gerichteten Reformwünschen Wilhelms II. mußte er sich versagen und trat daher am 11.3.1891 zurück.

    Im Juli 1891 wurde der wegen seiner Tatkraft und Redegewandtheit auch vom Kaiser hochgeschätzte Mann zum Oberpräsidenten der Provinz Westpreußen mit dem Amtssitz in Danzig berufen. In seinem neuen Wirkungskreise war es G.s Bestreben, die junge, erst 1878 gebildete Provinz zu landschaftlicher Einheit fortzuentwickeln und das deutsche Bevölkerungselement durch Ansiedlung von Bauern zu stärken. Eines seiner Lieblingsprojekte – die Begründung einer Technischen Hochschule in Danzig – konnte erst nach seinem Tode verwirklicht werden.

  • Werke

    Ansprachen u. Reden, 1890.

  • Literatur

    K. A. Schmid, Gesch. d. Erziehung V, 3, 1902, S. 228 ff.;
    R. Lüdicke, Die preuß. Kultusmin. u. ihre Beamten im 1. Jh. d. Min. 1817-1917, 1918;
    W. Schrader, in: BJ VII, S. 334-47 (L).

  • Portraits

    in: Jb. f. Volks- u. Jugendspiele, 1899.

  • Autor/in

    Stephan Skalweit
  • Empfohlene Zitierweise

    Skalweit, Stephan, "Goßler, Gustav von" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 650 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116788070.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA