Lebensdaten
1868 bis 1943
Geburtsort
Miskowitz (Böhmen)
Sterbeort
Brüssel
Beruf/Funktion
Röntgenologe
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116781475 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Freund, Leopold

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Zitierweise

Freund, Leopold, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116781475.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Jak., Fabrikdir. u. Postmeister;
    M Marie Sprinzels;
    Stefanie Abeles; kinderlos.

  • Leben

    1895 in Wien promoviert, beschäftigte F. sich zunächst mit Pädiatrie, innerer Medizin und Dermatologie als Assistent und später als Sekundararzt in verschiedenen Abteilungen und Kliniken des Allgemeinen Krankenhauses. 1899 trat er in die Klinik für Geschlechts- und Hautkrankheiten (E. Finger) ein. Bald wendete er sich nahezu ausschließlich der medizinischen Radiologie zu; 1904 habilitierte er sich für dieses Fach. Seit 1905 leitete er das physiotherapeutische Laboratorium der Klinik. 1913 wurde er als Honorardozent für Erste Hilfe bei Unglücksfällen an die Staatsgewerbeschule berufen; außerdem dozierte er an der graphischen Lehr- und Versuchsanstalt. 1914 wurde er außerordentlicher Professor, 1937 Hofrat. Er emigrierte 1938. – F. war der Begründer der Röntgentherapie. Über seinen ersten Versuch, die Röntgenstrahlen der Therapie dienstbar zu machen, berichtete er am 15.1.1897. In zahlreichen Arbeiten erweiterte er das Indikationsgebiet und verbesserte die Methoden dieser Behandlung. Es gibt keinen Teil dieses Verfahrens, an dessen Entwicklung F. nicht entscheidenden Anteil hatte. Nach einer Röntgenverbrennung bei einem Fall von Naevus pigmentosus piliferus ging er zur Verabfolgung der Strahlen in kleineren Einzeldosen über und konnte damit dieser gefürchteten Komplikation ausweichen. Aber auch die Radiodiagnostik wußte er durch originelle Arbeiten zu bereichern, zum Beispiel über Exostosen, Lymphogranulomatose der Knochen, Bursitiden, diaphragmale Hernien. Von großer Bedeutung waren seine Feststellungen über die Durchlässigkeit der Oberhaut für ultraviolettes Licht und überhaupt der auf die Haut wirksamen Spektralanteile des Lichtes, die ihn – zusammen mit Eder – zur Einführung eines vor Licht schützenden Präparates – naphtholsulfosaures Natron – führten. Von ihm stammt auch der Vorschlag, Baumaterialien durch Röntgenuntersuchung zu prüfen.

  • Werke

    W u. a. Ein mit Röntgenstrahlen behandelter Fall v. Naevus pigmentosus piliferus, in: Wiener Med. Wschr. 47, 1897, S. 428;
    Btrr. z. Radiotherapie, ebd. 48, 1898, Nr. 22-24;
    Die Berufskrankheiten u. ihre Verhütung mit bes. Berücksichtigung d. graph. Gewerbe, 1901;
    Die Behandlung d. Dermatosen mit Spannungselektrizität, in: Mschr. f. pract. Dermatol. 33, 1901;
    Grundriß d. ges. Radiotherapie f. prakt. Ärzte, 1903;
    Ein neues radiometr. Verfahren, in: Wiener klin. Wschr. 17, 1904, S. 417;
    Die diagnost. Verwendung d. monochromen u. Quecksilberlichtes in d. Med., ebd. 23, 1910, S. 1751;
    Lichtschädigungen d. Haut u. Lichtschutzmittel, ebd. 24, 1911, S. 670;
    Die elektr. Funkenbehandlung (Fulguration) d. Karzinome, 1908 (mit A. Praetorius);
    Die radiolog. Fremdkörperlokalisation b. Kriegsverwundeten, 1916;
    Die Syphilis im Röntgenbilde, in: Hdb. d. Geschlechtskrankheiten III, 3, 1916.

  • Literatur

    Die geistige Elite Österreichs, hrsg. v. M. Klang, 1936, S. 216;
    K. Weiß, in: Wiener klin. Wschr. 59, 1947, S. 189;
    R. Spillmann, in: American Journal of roentgenology and radium therapy 60, Springfield 1948, S. 683 (P);
    Fischer;
    ÖBL.

  • Portraits

    Phot. in: Notring-Alm. 1954.

  • Autor/in

    Marlene Jantsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Jantsch, Marlene, "Freund, Leopold" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 413 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116781475.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA