Lebensdaten
1868 bis 1952
Geburtsort
Stuttgart
Sterbeort
Stuttgart-Degerloch
Beruf/Funktion
Oberbürgermeister von Stuttgart
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 116769491 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lautenschlager, Karl
  • Lautenschlager, Carl
  • Lautenschlager, Karl Albert

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Zitierweise

Lautenschlager, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116769491.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1828–95), Rechtsanwalt 11. Bankdir. In St., seit 1866 Landtagsabg., 1877 Oberbgm.-Kandidat in St., S d. Christian, Küfermeister u. Schultheiß in Lehrensteinsfeld, u. d. Friederike Rödinger;
    M Sofie (1831–1902), T d. Pfarrers Christian Faber in Neckartailfingen u. d. Karoline Wagner;
    B Ernst (1862–1909), Gewerberichter in St., gab 1893-95 d. Anstoß z. Gründung einiger d. ersten Arbeitsämter in Dtld., 1899 Oberbgm.-Kandidat in St.;
    Schw Helene ( Otto Hölder, 1937, Mathematiker, s. NDB IX); Vt 2. Grades Theophil Wurm ( 1955), Landesbischof v. Württemberg;
    - 1) Stuttgart 1899 Anna (1877–1910), T d. Egon Werlitz (1845–1915), KR, Verlagsbuchhändler in St., u. d. Martha Cleß, 2) ebd. 1912 Emma (1881–1966), T d. KR Otto|Rustige in St., S d. Gal.dir. Heinrich v. R., in St., u. d. Emilie Mayer;
    2 T aus 1), 2 T aus 2).

  • Leben

    L. studierte Staatswissenschaften in Tübingen und Rechtswissenschaft in Leipzig. 1892 bestand er das 1. Staatsexamen und war dann Referendar in der Stadtdirektion in Stuttgart, der Kreisregierung in Ludwigsburg und dem Schultheißenamt in Untertürkheim. Danach weilte er längere Zeit zu Studien in England und arbeitete dann erneut in der Stadtdirektion Stuttgart sowie den Oberämtern Brackenheim, Waldsee und Geislingen. 1897-1900 war er Amtmann in der Stuttgarter Stadtdirektion, 1900/01 im Innenministerium, 1901-10 wieder in der Stadtdirektion (1909 Regierungsrat). 1907-10 hielt er Vorlesungen im staatlichen Verwaltungskurs über Verwaltungsrecht und trat hervor als Mitgründer und Stellvertretender Vorsitzender des Vereins der Württ. höheren Verwaltungsbeamten. Im Juli 1910 wurde ihm die Leitung des Oberamtes Heidenheim übertragen, doch konnte er dieses Amt nicht übernehmen, weil er im Auftrage des Innenministeriums die Stuttgarter Polizeiverwaltung neu ordnen mußte.

    Am 12.5.1911 wurde L. als Nachfolger von Heinr. v. Gauß mit knapper Mehrheit vor einem sozialdemokratischen Kandidaten zum Oberbürgermeister von Stuttgart gewählt. Politisch stand er der Württ. Demokratischen Volkspartei nahe. Seine 22jährige Amtszeit (Wiederwahlen 1921 und 1931) umfaßte viele Ereignisse, die für den Aufstieg Stuttgarts zur modernen Großstadt bedeutsam waren, und an denen er selbst starken Anteil hatte. Während und nach dem 1. Weltkrieg erfolgte der Aufbau eines umfassenden städtischen Wohlfahrts- und Fürsorgewesens. Wohnungsbau und Arbeitsbeschaffung standen im Vordergrund. Die 1927 von namhaften Architekten wie Mies van der Rohe, Gropius, Le Corbusier und Scharoun gebaute Weißenhofsiedlung bedeutete einen Aufbruch zu einer neuzeitlichen Architektur des Wohnens. Ebenfalls 1927 veranstaltete der Werkbund in Stuttgart die Ausstellung „Die Wohnung“. Mit der Errichtung des Tiefbauamtes, des Stadterweiterungs- und des Liegenschaftsamtes wurde das städtische Bauwesen erweitert, durch den Beitritt zur Landeswasserversorgung von Niederstotzingen, dem sog. Donauprojekt, wurde die Versorgung Stuttgarts mit Wasser gewährleistet. Die Kläranlage Mühlhausen entstand, die Arbeiten zum Neckarkanal begannen, neue Straßen wurden gebaut. Als Mitgründer der Luftverkehrsgesellschaft (1924) förderte L. den Flugverkehr. Der 1914-28 von Paul Bonatz errichtete Hauptbahnhof galt als der modernste im Deutschen Reich. Eine entscheidende Voraussetzung für den wirtschaftlichen Aufstieg Stuttgarts sah L. in der Eingemeindung, um Bauland für Industrie und Wohnungsbau zu gewinnen. – Am 15.5.1933 verdrängte ihn die NSDAP aus dem Amt. Zu seinem Nachfolger wurde Karl Strölin bestimmt, der schon seit zwei Monaten als „Staatskommissar“ L.s Amtsführung überwacht hatte.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (TH Stuttgart 1922), Ehrensenator d. Univ. Tübingen (1927), Ehrenbürger von Stuttgart (1945), Ehrenmitgl. d. Präsidiums d. Dt. Städtetages (1948).

  • Literatur

    W. Kohlhaas, Chronik d. Stadt Stuttgart I (1913–18), 1964, II (1918–33), 1967;
    O. Borst, Gesch. d. Stadt Stuttgart, 1973;
    Amtsbl. d. Stadt Stuttgart v. 11.12.1952 (P) u. v. 24.5.1968 (P);
    Schwäb. Merkur v. 28.4.1831 u. v. 11.5.1933;
    Rhdb. (P);
    Dt.GB 110 (P).

  • Autor/in

    Ludwig Luckemeyer
  • Empfohlene Zitierweise

    Luckemeyer, Ludwig, "Lautenschlager, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 733 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116769491.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA