Lebensdaten
1890 bis 1958
Geburtsort
Köln
Sterbeort
an Bord der „Ile de France“ auf der Überfahrt von New York nach Europa
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116766751 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Salmony, Alfred

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Zitierweise

Salmony, Alfred, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116766751.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf Aron (* 1855), aus Hadamar/Lahn, Kaufm. in K., S d. Salomon Aron (1823–93) u. d. Pauline Schilo Salmony (1828–1904), in K.;
    M Helene Frank (* 1869);
    Ov Julius Aron (1859–1916, Paula Rüdenberg, * 1864, E d. Moses Rüdenberg, 1786–1875, Kaufm. in K., s. NDB 22*); ledig.

  • Leben

    Nach dem Abitur am Schiller-Gymnasium in Köln studierte S. seit 1912 Kunstgeschichte und Archäologie in Bonn und Wien, u. a. bei Josef Strzygowski (1862–1941). 1914-17 leistete er Kriegsdienst und geriet als Kavallerieunteroffizier in franz. Gefangenschaft. 1920 erfolgte seine Promotion bei Paul Clemen (1866–1947) in Bonn aufgrund der Dissertation „Europa – Ostasien, Religiöse Skulpturen“ (gedr. 1922). Anschließend kam S. als Assistent an das von Adolf Fischer (1856–1914) gegründete Museum für Ostasiatische Kunst in Köln, das erste Museum seiner Art in Mitteleuropa; 1924 wurde S. zu dessen stellv. Direktor ernannt. An der Universität hatte er 1926/27 und 1932/33 Lehraufträge, doch Habilitationsabsichten scheiterten am Widerstand des Kunsthistorikers Albert Erich Brinckmann (* 1881). Unmittelbar nach der „Machtergreifung“ verließ S. Deutschland, arbeitete ein Jahr an den Museen Cernuschi und Citroën in Paris und ging 1934 in die USA, wo er 1934-37 am Mills College (Calif.), im Herbstsemester 1937 an der Univ. of Washington (Seattle) und 1938-41 am Vassar College, Poughkeepsie sowie gleichzeitig 1938-47 an der New York University als Lektor für Kunstgeschichte tätig war. Seit 1947 Associate, 1952 Full Professor an der New York Univ., blieb er deren Institute of Fine Arts bis zu seinem Tod verbunden.

    S. leistete wichtige Beiträge zur Etablierung des Fachs Ostasiat. Kunstgeschichte. Für das Kölner Museum für Ostasiat. Kunst erstellte er einen Bestandskatalog und veranstaltete 1926 eine Ausstellung asiat. Kunst, die ebenso wie der eindrucksvolle Katalog enorme Beachtung fand. 1925 gründete S. zusammen mit dem Genter Sinologen und Mythologieforscher Carl Hentze (1883–1975) die Zeitschrift „Artibus Asiae“ (seit 1946 alleiniger Hg.), neben der „Ostasiat. Zeitschrift“ von Otto Kümmel (1874–1952) und William Cohn (1880–1961) die bis heute renommierteste Fachzeitschrift. Auf zahlreichen Forschungsreisen knüpfte er wissenschaftliche Kontakte, so in den USA (1926/27 u. 1932), 1928-34 in der Sowjetunion (6 Reisen, u. a. nach Sibirien, in den Kaukasus, das Wolgatal u. d. Ukraine), nach China (1929), Japan (1930) und Korea (Exchange Prof. 1950). Er war einer der wenigen Kunsthistoriker, die auch während des „Kalten Kriegs“ engen|Kontakt zu Kollegen in der Sowjetunion aufrechterhielten. Seine Veröffentlichungen galten v. a. der Kunst der Völkerwanderungszeit sowie der chines. Jade.

    Dem Institute of Fine Arts in New York, das sich unter seiner Leitung zu einem Zentrum der ostasiat. Kunstforschung entwickelte, hinterließ er seine reichhaltige Bibliothek (A. S. Memorial Library of Asian Studies).

  • Werke

    Weitere W Die chines. Steinplastik, 1922 (Kat. d. Mus. f. Ostasiat. Kunst, 1);
    Sculpture in Siam, 1925, dt. 1926;
    Chines. Plastik, 1925;
    Asiat. Kunst, 1926;
    Asiat. Kunst, Ausst.kat. Köln 1926, München 1929;
    Sino-Siberian art in the collection of C. T. Loo, 1933;
    Carved jade of ancient China, 1938;
    Chinese sculpture, 1944;
    Chines. Grabfunde u. Bronzen, Slg. J. F. H. Menten, 1948;
    Archaic Chinese jades from the Edward and Louise B. Sonnenschein collection, 1952;
    Antler and tongue, 1954;
    Chinese jade through the Wei dynasty, 1963;
    W-Verz. (366 Titel): H. Walravens. Bibliogrr. z. ostasiat. Kunstgesch. in Dtld. 2, 1984 (P).

  • Literatur

    J. F. Haskins, in: Artibus Asiae 21, 1958, S. 285 f.;
    New York Times, 3.5.1958, S. 19;
    College Art Journal 18, 1958, S. 77;
    Revue archéologique de l'Est ?, 1960, S. 104-06;
    Ars Orientalis 4, 1961, S. 453;
    H. Trubner, in: Zur Kunstgesch. Asiens, 1977, S. 17-20;
    K. Michels, Transplantierte Kunstwiss., Dt.sprachige Kunstgesch. im amerik. Exil, 1999 (P);
    Kürschner, Gel.-Kal. 1954;
    BHdE II; U. Wendland. Biogr. Hdb. dt.sprachiger Kunsthistoriker im Exil, 1999, S. 577-80 (W, L);.|

  • Quellen

    Qu New York Public Library, Manuscripts and Archives Division, Emergency Committee in Aid of Displaced Foreign Scholars Records.

  • Autor/in

    Hartmut Walravens
  • Empfohlene Zitierweise

    Walravens, Hartmut, "Salmony, Alfred" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 386-387 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116766751.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA