Lebensdaten
1866 bis 1946
Geburtsort
Meuselwitz bei Altenburg (Thüringen)
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
Zoologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11672966X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Herbst, Curt Alfred
  • Herbst, Curt
  • Herbst, Curt Alfred

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Zitierweise

Herbst, Curt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11672966X.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich, Fabr. in M.;
    M Henriette Martin; ledig.

  • Leben

    H. studierte in Genf und Jena Naturwissenschaften, insbesondere Zoologie. Zu seinen Lehrern gehörten C. Vogt und E. Haeckel. 1889 wurde er mit einem von A. Lang gestellten Thema in Jena zum Dr. phil. promoviert. Nach einer Reise, die er – wie auch alle späteren größeren Reisen – mit H. Driesoh zusammen unternahm, nach Ceylon, Java und Vorderindien, war er kurze Zeit Assistent am Zoologischen Institut in Jena und ging dann an das Polytechnikum in Zürich, um sich tiefere Kenntnisse der Chemie anzueignen. Es folgten Jahre gemeinsamer Arbeiten und Reisen mit Driesch (Zoologische Station Neapel, Meeresstation Triest; Indien, Ägypten, Rußland). 1901 habilitierte sich H. in Heidelberg bei O. Bütschli (1906 außerordentlich Professor). 1914-19 gehörte H. als auswärtiges Mitglied dem Kaiser-Wilhelm-Institut für Biologie an. 1919 wurde er Bütschlis Nachfolger auf dem Heidelberger Lehrstuhl für Zoologie, den er bis zu seiner Emeritierung 1935 innehatte. Danach arbeitete er noch mehrmals in Neapel und an der meeresbiologischen Station Rovigno. – H.s Bedeutung liegt vor allem darin, daß er in der Frühzeit der Entwicklungsphysiologie an einem besonders geeigneten Objekt, nämlich der Larve der Echinodermen, eine neue Fragestellung in dieses Gebiet einführte und eine Methode anwandte, die, später mannigfach variiert, zu wichtigen Ergebnissen über die in der Frühentwicklung der Echinodermen wirksamen Kräfte führte. In Neapel entdeckte er bei Untersuchungen über den Einfluß der Bestandteile des Meerwassers auf die Formbildung der Seeigellarve die Bedeutung der Ionen für die Morphogenese, insbesondere die Wirkung des Lithium-Ions für das animal-vegetative Gefälle. Später hat er sich mit dem Problem der Geschlechtsbestimmung beschäftigt, ein Phänomen, das er wieder im Zusammenhang mit dem Ionengehall des Mediums zu ergründen suchte. Er entdeckte die Wirksamkeit der Ionen für die Geschlechtsbestimmung bei Bonellia viridis. Die letzte größere Arbeit darüber verliert sich in Spekulationen, die keine Anerkennung fanden. Experimentelle Untersuchungen zur Entwicklungsphysiologie der Färbung und Zeichnung der Tiere dienten der Nachprüfung der „Betrugsaffäre Kammerer“.|

  • Auszeichnungen

    Dr. med. h. c. (Halle 1913), Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Heidelberg u. Krakau.

  • Werke

    u. a. Formative Reize in d. tier. Ontogenese, Ein Btr. z. Verständnis d. tier. Embryonalentwicklung, 1901;
    Vererbungsstud. I-VII, in: Archiv f. Entwicklungsmechanik d. Organismen 21 f., 24, 26 f., 34, 1906-12;
    Unterss. z. Bestimmung d. Geschl. I u. II, in: SB d. Heidelberger Ak. d. Wiss., Math -naturwiss. Kl., 2. Abh., 1928, 16. Abh., 1929;
    dass. III, in: Die Naturwiss. 20, 1932, S. 375-79;
    dass. IV-X, in: Roux' Archiv f. Entwicklungsmechanik d. Organismen 132, 1935, S. 557-83, 134, 1936, S. 313-30, 135, 1936, S. 178-210, 136, 1937, S. 147-68, 130, 1938, S. 451-64, 139, 1939, S. 282-302, 140, 1940, S. 252-84;
    Hans Driesch als experimenteller u. theoret. Biologe, ebd. 141, 1942, S. 111-53;
    Die Bedeutung d. Salzversuche f. d. Frage nach d. Wirkung d. Gene, Zusammenschau e. Hydratations- bzw. Mikrolaboratorienbautheorie d. Genwirkungen, ebd. 142, 1943, S. 319-78.

  • Literatur

    H. Driesch, Lebenserinnerungen, 1951 (hier ausführl. Schilderung d. gemeinsamen Arbb. u. Reisen);
    Berr. d. Heidelberger Ak. d. Wiss., SB J.h. 1943-1955, 1959, S. 41 f.;
    Rhdb.

  • Portraits

    Phot. (Kurpfälz. Mus. d. Stadt Heidelberg, Bildarchiv z. Univ.gesch.).

  • Autor/in

    Hans Querner
  • Empfohlene Zitierweise

    Querner, Hans, "Herbst, Curt" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 593 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11672966X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA