Lebensdaten
1782 bis 1840
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Graz
Beruf/Funktion
österreichischer General ; Feldmarschalleutnant
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11670666X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Langenau, Friedrich Karl Gustav (bis 1827)
  • Langenau, Friedrich Karl Gustav Freiherr von
  • Langenau, Friedrich Karl Gustav (bis 1827)
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Zitierweise

Langenau, Friedrich Karl Gustav Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11670666X.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gottlob Bernhard v. L. (1737-94), kursächs. Gen.-Lt., Insp. d. Inf. u. d. Festungsbaus, S d. Heinrich Gottlob (1706–72), kursächs. Oberst u. Pagenhofmeister, u. d. Charlotte Friederike v. Heimburg;
    M Friederike Alexandrine (1759–1804), T d. Friedrich Wilhelm v. Pannwitz (1719–90), auf Stolpe, Schönfließ usw., preuß. Oberstlt., u. d. Sophie Wilh. Albertine v. Viereck;
    Stief-V (seit 1800) Wilhelm Magnus v. Brünneck (1727–1817), preuß. GFM (s. NDB II*);
    Tante-m Joh. Amalie v. Pannwitz ( Detlev Karl Gf. v. Einsiedel, 1810, sächs. Min., s. NDB IV);
    B Wilhelm Frhr. v. L. (1787-1860), k. k. Gen.-Major, Gesandter in Dänemark (s. ÖBL);
    - Sarah v. Sturtz ( 1851);
    1 S, 2 T, u. a. Ferdinand (1818–81), k. k. FML u. Gesandter in Rußland (s. ÖBL), Marie ( Carl Frhr. v. Mertens, 1803–74, k. k. WGR, FZM, Stellv. d. Kriegsmin., Präs. d. Obersten Mil.justizsenats (s. ÖBL).

  • Leben

    L. trat als Fähnrich 1795 in die kursächs. Armee ein und avancierte 1809 zum Oberstleutnant und Flügeladjutanten das Königs, 1812 zum Generalmajor und 1813 zum Generaladjutanten Friedrich Augusts I. Er nahm an allen Feldzügen der sächs. Armee seit 1796 teil und wirkte schließlich 1812 als Chef des Generalstabes des 7. franz. Armeekorps, welchem die sächs. Armee beim Feldzug gegen Rußland zugeordnet war. Nach seiner Rückkehr bemühte er sich im Auftrag des Königs um die Anbahnung von Verhandlungen mit Österreich, nahm aber den Abschied aus dem sächs. Militärdienst, als Friedrich August I. die Abwendung von Napoleon nicht wagte. L. wurde Ende Juli 1813 als Generalmajor in den österr. Militärdienst übernommen und fungierte als Generalquartiermeister – was der Stelle eines Chefs der Operationskanzlei entsprach – unter Feldmarschall Karl Fürst Schwarzenberg bzw. dessen Generalstabschef Feldmarschallleutnant Josef Gf. Radetzky. In dieser Eigenschaft arbeitete L. an den Entwürfen für die Feldzüge 1813/14 maßgeblich mit. Daneben nahm er an den Schlachten bei Dresden (26.8.1813) und Leipzig (vor allem am 16.10.1813) sowie am Gefecht bei Hochheim (9.11.1813) einen hervorragenden Anteil, indem er in Vertretung des Feld-Artillerie-Direktors den Einsatz der österr. Artillerie leitete. Für diese Leistungen wurde ihm 1815 das Ritterkreuz des Militär-Maria Theresien-Ordens zugesprochen. In diesem Jahr war L. Generalquartiersmeister der österr. Armee am Oberrhein, wurde jedoch bald in die Militärkommission des Wiener Kongresses berufen, wo er auch Staatskanzler Metternich und dessen Berater Friedrich Gentz bei diplomatischen Missionen, insbesondere was die sächs. Frage betraf, zur Verfügung stand.

    L. wurde 1816 zum Brigadier in Linz ernannt und von Feldmarschall Fürst Schwarzenberg mit der Abfassung der amtlichen Feldzugsgeschichte 1813-15 betraut. Doch auf Vorschlag Metternichs wurde er bereits im Nov. 1818 als Bevollmächtigter bei der Militär-Zentral-Kommission des Deutschen Bundes berufen. L. entwarf den Militär- Verfassungsplan des Deutschen Bundes und erarbeitete die Grundzüge zum Bau der Bundesfestungen. Nach einem Gerücht sollte er die kritische Darstellung der Zustände am Bundestag verfaßt haben, die im Mai 1822 in Zeitungen erschien („Langenausche Note“) und in Wirklichkeit vom württ. Bundestagsgesandten K. A. v. Wangenheim stammte. Nach weiteren Beförderungen und Ehrungen (1824 Inhaber des Infanterie-Rgts. Nr. 49, kaiserl. Kämmerer 1825, FML 1828) übernahm er 1829 eine Division in Ofen. 1832 wurde er zum Adlatus des kommandierenden Generals in Galizien ernannt, dem er drei Jahre später im Amte nachfolgte. 1839 wurde er als kommandierender General von Innerösterreich nach Graz versetzt. Er hinterließ einen umfangreichen Bestand an Akten, Feldzugsjournalen und Manuskripten.

  • Werke

    Der teutsche Krieg im J. 1813 nach Österreichs Beitritte, 1. T., 1814 (anonym; d. Vf.schaft L.s erscheint aufgrund d. Hinweise im Bibl.kat. d. Kriegsarchivs Wien gesichert).

  • Literatur

    ADB 17;
    J. Hirtenfeld, Der Mil.-Maria-Theresien-Orden u. s. Mitgl. II, 1857, S. 1180-84;
    G. Alten, Hdb. f. Heer u. Flotte V, 1913, S. 832 f.;
    O. Regele, FM Radetzky, 1957 (P);
    ders., Gen.-stabschefs aus 3 Jhh., 1966;
    K. Schwarzenberg, FM Fürst Schwarzenberg, 1964;
    W. Keul, Die Bundesmilitärkomm. (1819–66) als pol. Gremium, 1977;
    Wurzbach 14;
    ÖBL. |

  • Quellen

    Qu.: Österr. Staatsarchiv, Kriegsarchiv.

  • Autor/in

    Peter Broucek
  • Empfohlene Zitierweise

    Broucek, Peter, "Langenau, Friedrich Karl Gustav Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 580 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11670666X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Langenau: Friedrich Karl Gustav Freiherr von L., k. k. Feldmarschall-Lieutenant; geb. am 7. Novbr. 1782 zu Dresden, am 4. Juli 1840 zu Gratz, war der Sohn eines sächsischen General-Lieutenants und trat bereits im Alter von 13 Jahren in die sächsische Armee, in welcher er die Feldzüge von 1796|bis 1812 mitmachte. Namentlich der Kampf gegen Rußland 1812 bot ihm als Chef des Generalstabes der sächsischen Truppen vollen Anlaß, sich durch wirksame Thätigkeit hervorzuthun. Nach der Rückkehr des sächsischen Corps ans Rußland zum General-Adjutanten des Königs ernannt, war L. bei den Unterhand' lungen über die Verbindung Sachsens mit Oesterreich patriotisch und überzeugungstreu thätig und hatte bereits eine Uebereinkunft zwischen den genannten Staaten zu Stande gebracht, als eine Wendung in der sächsischen Politik Alles wieder vernichtete und General L. aus diesem Anlasse um seine Entlassung bat, die ihm der König auch ertheilte. Mehrfache Verdächtigungen, die damals gegen L. erhoben wurden, hat die Folgezeit als vollständig grundlos erwiesen; vorzugsweise geschah dies durch die Mittheilungen aus den Papieren eines sächsischen Staatsmannes (Josef Friedrich von Zezschwitz). L. suchte nun eine Verwendung im österreichischen Heere, in welchem er auch am 27. Juli 1813 als Generalmajor Aufnahme fand und gleich dem Generalstabe zugetheilt wurde. Schon bei Dresden, 26. August 1813 glückte es ihm, in Vertretung des verwundeten Feldartilleriedirectors Generalmajor v. Frierenberger die Batterien in einer für den Erfolg des Tages verdienstvollen Weise zu leiten. Bei Leipzig, den 16. Octbr. 1813, wo des ausgedehnten Raumes wegen Feld-Artillerie-Director Feldm.-Lieut. Reisner die Aufstellung der Artillerie allein nicht überwachen konnte, übernahm L. freiwillig die Colonnen des Centrums und des linken Flügels, vereinigte aus eigenem Entschlusse die Batterien auf zwei Punkten und brachte so das feindliche Geschütz fast gänzlich zum Schweigen. Am 18. Octbr. war L. der Erste, welcher den Abzug des Gegners von Wachau entdeckte und die Veranlassung zu rechtzeitiger Verfolgung desselben gab. Gleichfalls vom besten Erfolge begleitet erwies sich die wieder freiwillig von L. bewirkte Aufstellung und Leitung der Artillerie im Gefechte bei Hochheim (am 9. Novbr. 1813). Auch seine Thäkigkeit als Generalquartiermeister der Rheinarmee 1815 errang ihm allseitige Anerkennung. Im schönsten Einklange mit Langenau's Umsicht, Tapferkeit, Entschiedenheit stand sein bei Verfassung eines Theiles der Feldzugsentwürfe, sowie bei mehreren diplomatischen Missionen bekundete weitblickende Auffassung und sein klares, scharfes Urtheil. L., welcher schon bei Leipzig mit dem Kommandeurkreuz des Leopold-Ordens ausgezeichnet worden war, erhielt 1815 nach einstimmigem Ausspruch des Ordenscapitels das Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens, auf Grund dessen er später in den Freiherrnstand erhoben wurde. 1817 kam L. als Brigadier nach Linz, 1819 entwarf er als österreichischer Bevollmächtigter und demnach Vorsitzender bei der Militär-Commission der deutschen Bundes-Versammlung zu Frankfurt a. M. die Grundzüge zur Feststellung der Bundes-Kriegsverfassung und zum Baue der Bundesfestungen; 1824 erfolgte seine Ernennung zum Inhaber des 49. Linien-Infanterie-Regiments, 1827 avancirte er zum Feldmarschall-Lieutenant und übernahm von Frankfurt zurückgekehrt, eine Division zu Ofen; 1833 erhielt er die geheime Rathswürde und wurde als Adlatus dem General-Gouverneur in Galizien beigegeben; 1835 fand seine Ernennung zum commandirenden General in Illyrien, Tirol- und Inner-Oesterreich statt, in welcher Stellung er zu Gratz starb. Dort ist auch seine letzte Ruhestätte, geziert mit dem Grabdenkmale, welches die Offiziere der Garnison Gratz „ihrem unvergeßlichen kommandirenden Generale“ gewidmet haben. — Von L., der kurz nach Beendigung der französischen Kriege die Darstellung jener Feldzüge begann, an welchen er ruhmvollen Antheil genommen, soll das Werk: „Der deutsche Krieg im Jahre 1813 nach Oesterreichs Beitritt“ geschrieben worden sein.

    • Literatur

      Wurzbach. Biographisches Lexikon etc., 14. Bd., Wien 1865. Hirtenfeld, Der Militär-Maria-Theresien-Orden etc., Wien 1857. Schweigerd, Oesterreichs|Helden und Heerführer. 3. Bd., Wien 1854. Feldzüge der Sachsen 1812 und 1813 etc., Dresden 1821. Funk, Erinnerungen aus dem Feldzuge des sächs. Corps etc. im J. 1812, Dresden 1829. Sachsen und seine Krieger 1812 und 1813, Leipzig 1829. Geschichte der sächsischen Armee etc., Leipzig 1858. Mittheilungen aus den Papieren eines sächsischen Staatsmannes. Camenz 1858. Relation der Kriegsereignisse vom 22. bis 30. August 1813 bei Dresden und Kulm, Wien 1813. Hiller, Erinnerungen aus den Freiheitskriegen, Stuttgart 1864. Prokesch, Denkwürdigkeiten aus dem Leben des FM. Fst. Karl zu Schwarzenberg, Wien 1823. Heller, Der k. k. österr. FM. Gf. Radetzky, Stuttgart und Augsburg 1858.

  • Autor/in

    Chinzl.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schinzl, "Langenau, Friedrich Karl Gustav Freiherr von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 660-662 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11670666X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA