Lebensdaten
1855 bis 1921
Geburtsort
Göttingen
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
lutherische Familie
Normdaten
GND: 116703652 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lange, Konrad von

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Zitierweise

Lange, Konrad von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116703652.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig (1825–85), Prof. d. klass. Philol. in G., Gießen u. Leipzig, S d. Hofbäckers u. Brauhausbes. Konrad in Hannover u. d. Sophie Sohn: M Adelheid (1829–1905), T d. Hermann Blume ( 1869), D. theol., Dr. phil., Gymnasialdir. in Brandenburg u. Wesel, Domherr v. Brandenburg, u. d. Luise Wuttig;
    Om Hermann v. Blume (1824–89), preuß. Gen.-Major, Wilhelm v. Blume (1835–1919), preuß. Gen. d. Inf., Mitgl. d. Staatsrats u. d. Bundesrats, Mil.schriftsteller;
    B Ludwig (s. 2);
    Schw Sophie ( Wilhelm Braune, 1926, Germanist, s. NDB II), Gertrud ( Richard Wülke, 1910, Prof. d. Anglistik in Leipzig);
    - Salzhausen 1888 Luise (1868–1937), T d. Oberforstmeisters August Schenck (1830–95) in Darmstadt u. d. Mathilde Camesasca;
    4 S (2 ⚔), 1 T, u. a. August Walter (* 1888), Maler.

  • Leben

    L. studierte zunächst Architektur und wechselte dann zum Studium der Archäologie über. 1879 wurde er in Leipzig mit einem Thema aus der antiken Kunstgeschichte promoviert. Nach langen Reisen habilitierte er sich 1884 in Jena, wurde im darauffolgenden Jahr als Extraordinarius nach Göttingen, 1892 nach Königsberg berufen, wo er ein Jahr später Ordinarius für Kunstgeschichte wurde. 1894 erhielt er als Nachfolger des Ästhetikers Karl Köstlin den Tübinger Lehrstuhl, den er bis zu seinem Tode innehatte. Obwohl er damit die Kunstgeschichte als historische Disziplin in Tübingen begründete und so an eine Entwicklung, die außerhalb Württembergs schon längst abgeschlossen war, anknüpft, ist auch für ihn noch die Mittelstellung zwischen Ästhetik und Kunstgeschichte bezeichnend. Bis etwa zur Jahrhundertwende beschäftigte er sich auf quellenkritischer Grundlage hauptsächlich mit rein kunstgeschichtlichen Gegenständen, wobei seine besondere Vorliebe dem Zeitalter der deutschen Renaissance galt. L.s Ästhetik, deren Grundlage seine „Illusionstheorie“ bildet, ist in ihren Grundzügen bereits in der Tübinger Antrittsvorlesung „Die bewußte Selbsttäuschung als Kern des künstlerischen Genusses“ formuliert. In seinem Hauptwerk „Wesen der Kunst“ (1901, 21907) wird die Verbindung der Ästhetik mit der damals modernsten|Wissenschaft, der Psychologie, systematisiert. Seine Ästhetik ist nicht normativ, sondern versucht, die „Gesetze der Kunst“ aus den kunstgeschichtlichen Tatsachen abzuleiten; L. nimmt dabei an, daß diese psychologisch begründet seien im Illusionscharakter der Kunst. Bei der Kritik stieß das Buch auf fast einstimmige Ablehnung und ist bis heute wissenschaftlich ohne Folgen geblieben. Größere Bedeutung hat L. als Organisator im Bereich der Kunst, auch des Kunsthandwerks und der Heimatpflegebewegung. Er baute nicht nur das Tübinger Institut auf und legte durch Erwerb der Stuttgarter Dublettensammlung den Grundstock für dessen Graphische Sammlung, sondern griff auch fördernd in das württ. Kunstleben ein. Insbesondere an der Schaffung der Stuttgarter Lehr- und Versuchswerkstätten und an der künstlerischen Entwicklung Bernhard Pankoks, der auch der Architekt und Ausstatter seines Hauses in Tübingen war, nahm er lebhaften Anteil. 1901-07 verwaltete er nebenamtlich die Stuttgarter Galerie, deren Neuordnung er besorgte, und die er durch glückliche Erwerbungen bereichern konnte. Seit den 90er Jahren maßgeblich an der Kunsterziehungsbewegung beteiligt, setzte er sich in späteren Jahren kritisch mit dem neuen Medium Film auseinander, dessen Gefahren „auf ethischem und ästhetischem Gebiet“ er von einem konservativen Standpunkt aus bekämpfte.

  • Werke

    Weitere W u. a. Haus u. Halle, 1885;
    Der Papstesel, Ein Btr. z. Kultur- u. Kunstgesch. d. Ref.za., 1891;
    Die künstler. Erziehung d. dt. Jugend, 1893;
    Dürers schriftl. Nachlaß (Hrsg.), 1893 (mit F. Fuhse);
    Peter Flötner, Ein Bahnbrecher d. dt. Renaissance, 1897;
    Verz. d. Gem.slg. im Kgl. Mus. zu Stuttgart, 1903;
    Schön u. Praktisch, 1908;
    Kino in Gegenwart u. Zukunft, 1920.

  • Literatur

    J. Baum, in: Kunstchronik 56, 1921, S. 820 f.;
    L. Kjerbüll-Petersen, in: Württ. Nekr. f. d. J. 1920 u. 1921, 1928, S. 212-18;
    H. Ost, Kunst u. Kunstgesch. in Württemberg, in: Attempto 59/60, 1970, S. 87.

  • Portraits

    Ölgem. v. B. Pankok, 1906 (Univ. Tübingen), Abb. in: Kunst u. Altertum, Aus d. Slgg. d. Univ. Tübingen. 1977, S. 124.

  • Autor/in

    Peter Märker
  • Empfohlene Zitierweise

    Märker, Peter, "Lange, Konrad von" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 550 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116703652.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA