Lebensdaten
1837 bis 1905
Geburtsort
Lüneburg
Sterbeort
Bremen
Beruf/Funktion
Schriftstellerin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116661917 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lammers, Mathilde

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Zitierweise

Lammers, Mathilde, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116661917.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann Walther, Kaufm. in L.;
    M Charlotte Catharina, T d. Lederhändlers Joh. Ludolph Haroth in Göttingen;
    B August (1831–92) Redakteur d. „Weser Ztg.“, 1666-83 d. „Bremer Handelsbl.“ (s. ADB 51; Brem. Biogr. d. 19. Jh., 1912).

  • Leben

    Bis zum 15. Lebensjahr besuchte L. die höhere Mädchenschule in Lüneburg. Mit|16 Jahren ging sie als Erzieherin nach Düsseldorf. 1854-56 war sie Lehrerin in einem ländlichen Pfarrhaus, kehrte dann für kurze Zeit zur Mithilfe im elterlichen Haushalt nach Lüneburg zurück. 1858 ging sie als Lehrerin an ein Institut in Choisy-le-Roi bei Paris. Ihre eigentliche Wirkungsstätte wurde Bremen, wohin sie 1860 gemeinsam mit der Familie zog. Sie machte dort ihr Lehrerinnen-Examen und wurde im Anschluß daran an der Höheren Töchterschule von Heinrich Gräfe angestellt. 1878 übertrug man ihr die Mitleitung des Bremer Lehrerinnenseminars. 1895 zog sie sich von der Schule zurück, um sich ausschließlich der Schriftstellerei und der Vereinstätigkeit zu widmen.

    Ihre erste schriftstellerische Arbeit, „Berufsbildung der Frauen“, die bereits auf das Hauptanliegen der Autorin verweist, datiert aus dem Jahre 1870, demselben Jahr, in dem L. durch ihre Reden im Frauenerwerbsverein bekannt wurde. L.s frauenemanzipatorisches Engagement zielte vor allem – ganz im Geiste Louise Otto-Peters' oder Fanny Lewalds – auf die Reformierung der weiblichen Erziehung. Sie wehrte sich gegen die zu ihrer Zeit vorherrschende Meinung, nach der jede Erwerbsarbeit für Frauen des bürgerlichen Mittelstandes verwerflich und erniedrigend sei, und plädierte für eine gründliche, ehe- oder berufsbezogene Mädchenausbildung sowie für das Recht der Frauen auf Erwerb. In ihrem Hauptwerk, „Die Frau, Ihre Stellung und Aufgabe in Haus und Welt“ (1877), findet sich eine systematische Darlegung dieser Gedanken. Einen wichtigen Verbündeten ihrer Ideen hatte die Autorin zeitlebens in ihrem Bruder August. Gemeinsam mit ihm gründete sie die Zeitschrift „Nordwest, Gemeinnützig-Unterhaltende Wochenschrift“ (Jg. 1-18, 1878-95), die stark von dem Reformwillen der Geschwister getragen war und neben sozialpolitischen Aufsätzen besonders zur Armenpflege auch solche zur Frauenfrage enthielt.

  • Werke

    Weitere W Volkskaffeehäuser, 1883;
    Dt. Lehrerinnen im Auslände, 1884;
    Hausbackenes, 1886;
    Btrr. in: Nordwest-Geschichten, hrsg. v. Aug. Lammers (B), 1888.

  • Literatur

    L. Morgenstern, Die Frauen d. 19. Jh. III, 1891, S. 381;
    W. Bode, in: Nordwest 16, 1893, H. 2;
    S. Pataky, Lex. dt. Frauen d. Feder, 1898, S. 472 f.;
    A. Lonke, in: Brem. Biogr. d. 19. Jh., 1912, S. 278 f.;
    BJ X (u. Tl., L).

  • Autor/in

    Renate Möhrmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Möhrmann, Renate, "Lammers, Mathilde" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 450 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116661917.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA