Lebensdaten
1861 bis 1904
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Sprachforscher ; Volkskundler ; Ethnologe
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116658746 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hein, Wilhelm

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Zitierweise

Hein, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116658746.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Alois Raimund (1852–1937), Maler u. Schriftsteller (s. W; s. ThB; ÖBL);
    - 1889 Marie Kirchner, Mitarbeiterin u. Reisegefährtin H.s.

  • Leben

    H. studierte 1881-85 an der Universität Wien Semitistik, Germanistik und Geographie. Nach der Promotion (1885) setzte er seine Studien in Straßburg fort, kehrte aber 1887 wieder nach Wien zurück, um dort als Volontär in den Dienst des naturhistorischen Hofmuseums einzutreten. 1889 wurde er wissenschaftlicher Hilfsarbeiter und 1894 Assistent. 1901 erfolgte die Ernennung zum Kustosadjunkten|am Hofmuseum und die Habilitation an der Universität Wien für allgemeine Völkerkunde, der er sich, ebenso wie der österreichischen Volkskunde, seit mehreren Jahren in steigendem Maße zugewandt hatte. H. führte bei den Tschechen volkskundliche Untersuchungen durch, studierte europäische Museen und sammelte in den österreichischen Alpenländern volkskundliches Material. 1894 gründete er mit M. Haberlandt den Verein für Österreichische Volkskunde und 1895 das Museum für Volkskunde in Wien. Sein besonderes völkerkundliches Interesse war das Gebiet der Ornamentik, unter anderem die Ornamentik der Slawen, der Dajaks auf Borneo und die künstlerische Gestaltung indonesischer Schwertgriffe. Hier legte H. Gewicht auf weitausgedehnte ethnographische Vergleichung. Er betrachtete die Ethnographie als eine wesentliche Grundlage für die Philologie. 1901 erhielt er von der Wiener Akademie der Wissenschaften den Auftrag, in Südarabien ethnographische und sprachliche Studien durchzuführen. Obwohl er infolge politischer Unruhen seine Forschungen frühzeitig abbrechen mußte, gelang es ihm, 200 Texte der arabischen Volksliteratur, Gesänge und topographische Daten aufzunehmen sowie eine reiche ethnographische Sammlung zustande zu bringen. In die Heimat zurückgekehrt, widmete er sich der Bearbeitung seines arabischen Materials. Wegen schwerer Krankheit und seines frühen Todes blieb sein Werk unvollendet. 1903 erschien noch H.s „Beitrag zur Statistik Südarabiens“, eine Studie, die in Fachkreisen viel beachtet wurde. Große Verdienste hatte er sich auch um den Aufbau der Wiener Anthropologischen Gesellschaft erworben, deren Sekretär er war.

  • Werke

    Weitere W u. a. Ornamentale Parallelen, in: Mitt. d. anthropolog. Ges., 1890, S. 50-58;
    Die Verwendung d. Menschengestalt in Flechtwerken, ebd., 1891, S. 45-56;
    Die Totenbretter im Böhmerwald, ebd., S. 85-100;
    Die geograph. Verbreitung d. Totenbretter, ebd., 1894, S. 211-26;
    Zur Entwicklungsgesch. d. Ornaments bei d. Dajaks, in: Ann. d. k. k. naturhist. Hofmus. Wien, 1895, S. 94-114;
    Indones. Schwertgriffe, ebd., 1899, S. 317-58;
    Vorläufiger Ber. üb. d. Reise nach Südarabien, in: Anz. d. k. Ak. d. Wiss., phil.-hist. Kl., 39, 1902, S. 107-17;
    Ein Btr. z. Statistik Südarabiens, in: Mitt. d. geogr. Ges. Wien, 1903, S. 219-64;
    Südarab. Expedition IX, Mehri- u. Hadrami-Texte, bearb. u. hrsg. v. D. H. Müller, 1909. - Mithrsg.: Internat. Archiv f. Ethnogr. - Zu B Alois Raimund: Die bildenden Künste b. d. Dayak auf Borneo, 1890;
    Mäander, Kreuze, Hakenkreuze u. urmotiv. Wirbelornamente in Amerika, 1891;
    Künstler. Wirbeltypen, 1929.

  • Literatur

    R. Sieger, in: Dt. Rdsch. f. Geogr. u. Statistik 26, 1904, S. 182-84 (P);
    F. v. Andrian, in: Mitt. d. anthropolog. Ges. in Wien 34, 1904, S. 84 f.;
    F. Heger, in: Internat. Archiv f. Ethnogr. 17, 1905, S. 78-80 (P);
    Dav. Heinr. Müller, in: Südarab. Expedition IX, 1909, s. W, S. VII-XXVIII (mit Abdr. d. Biogr. v. R. Sieger, W-Verz.);
    ÖBL;
    BJ VIII (Tl. 1903, L).

  • Autor/in

    Josef Haekel
  • Empfohlene Zitierweise

    Haekel, Josef, "Hein, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 278 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116658746.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA