Lebensdaten
1853 bis 1928
Geburtsort
Schivelbein (Hinterpommern)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Vizepräsident der Reichsbank
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116653124 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Glasenapp, Otto Georg Bogislav von
  • Glasenapp, Otto von
  • Glasenapp, Otto Georg Bogislav von

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Zitierweise

Glasenapp, Otto von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116653124.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Sigismund (1819–1900), Apothekenbes. in Sch., seit 1865 in Potsdam, S d. Otto, auf Kussow usw., u. d. Johanna Schubert;
    M Elisabeth (1824–89), T d. Gutsbes. Phil. Spener (aus d. Fam. d. Pietisten Phil. Jac. Sp., 1705) u. d. Caroline Frieder. Meyer;
    B Gerhard (1859–1936), Gen.-Lt.;
    Berlin 1890 Elisabeth (1868–1934), T d. Max Jähns (1837–1900), Dr. phil. h. c., Mil.schriftsteller, Oberstlt. (s. BJ V, S. 238-40, u. Tl. 1900, L), u. d. Marie Tannhäuser;
    2 S, 1 T, u. a. Helmuth (s. 1).

  • Leben

    G. studierte seit 1871 in Tübingen, Leipzig und Berlin (1874 Referendar, 1875 Dr. iur. Jena, 1877 Assessor); 1880 wurde er als Hilfsarbeiter in das Preußische Justizministerium berufen. Ausgezeichnete Leistungen führten 1882 zu seiner Übernahme in das Reichsschatzamt, wo er zum Vortragenden Rat aufrückte. Ihm wurde das Referat für das Reichsschulden-, Geld- und Münzwesen zugewiesen. Diese Tätigkeit brachte enge Beziehungen zur Reichsbank mit sich, die 1896 zu seiner Berufung in das Reichsbankdirektorium führten; 1907 wurde er dessen Vizepräsident. Mit der Geschichte der Reichsbank wird sein Name immer verbunden bleiben, weil ihm dort an der Seite von Präsident Havenstein ein ausschlaggebender Einfluß zufiel. Mit unermüdlichem Eifer widmete er sich der Aufgabe, die Markwährung über alle Krisen hinweg stabil zu erhalten. Für seine erfolgreichen Vorbereitungen der finanziellen Kriegsbereitschaft erhielt er 1917 den Charakter als Wirklicher Geheimer Rat. An der Fassung aller Gesetze betreffend Reichsbank, Privatnotenbanken, Rentenbank und Golddiskontbank wirkte er maßgeblich mit. Seit 1899 gehörte er der Prüfungskommission des Auswärtigen Amtes für das diplomatische Examen an. Als Währungssachverständiger erhielt G. wiederholt verantwortungsvolle Aufträge bei internationalen Konferenzen. Nach seiner Teilnahme an der Algeciras-Konferenz 1906 wurde ihm auf Veranlassung des Reichskanzlers das Amt eines Zensors der Staatsbank von Marokko übertragen. Seinen internationalen Ruf bestätigte die französische Regierung, indem sie diese Zugehörigkeit bis zum Ende des 1. Weltkrieges gelten ließ. Der Verlust des Krieges und der Versailler Vertrag führten zu einer unvorstellbaren Entwertung der Mark. Vielfache Angriffe richteten sich daraufhin gegen die Reichsbank und deren Währungsexperten. Sie waren ungerechtfertigt, denn keine Währungsbank hätte derart unabänderliche Verhältnisse aufhalten können. Für die Verwirklichung des von Helfferich erdachten Rentenmarkprojekts, welches wieder einen Ausgleich des Reichshaushalts möglich machte, setzte G. seinen ganzen Einfluß ein. 1924 trat er in den Ruhestand. – Neben zahlreichen nicht veröffentlichten Arbeiten auf fachlichem Gebiet widmete sich G. literarischen Interessen. Als ausgezeichneter Goethekenner gehörte er dem Vorstand der Weimarer Goethegesellschaft an. Auf dem täglichen Weg zur Reichsbank formte er die von seinem Sohn übersetzten indischen Dichtungen in meisterhafte deutsche Verse um.

  • Werke

    Ind. Gedichte aus 4 Jahrtausenden in dt. Nachbildung, mit Einl. u. Erll. v. Helmuth v. Glasenapp [S], 1925 (die Gedichte wieder b. Helmuth v. Glasenapp, Ind. Geisteswelt, 2 Bde., 1958 f.).

  • Literatur

    Festreden gehalten zu Ehren… O. v. G. anläßlich s. Ausscheidens aus d. Reichsbankdienst am 28.10.1924, [1924];
    Die Reichsbank 1901–25, [1925];
    B. v. Wedel, in: DBJ X, S. 74-78 (L, u. Tl. 1928, L);
    ders., in: Pomm. Lb. II, 1936, S. 394-401 (W, L, P).

  • Autor/in

    Michael Götzky
  • Empfohlene Zitierweise

    Götzky, Michael, "Glasenapp, Otto von" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 428 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116653124.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA