Lebensdaten
1834 bis 1922
Geburtsort
Bremen
Sterbeort
Bremen
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116634170 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Focke, Wilhelm Olbers
  • Focke, W. O.
  • Focke, Wilhelm
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Zitierweise

Focke, Wilhelm Olbers, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116634170.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilh. (s. Gen. 1);
    B Joh. (s. 1);
    1866 Elisabeth (1847–1924), T d. Albrecht Schütte (1799–1862), Kaufm. u. Konsul, u. d. Louise Walte;
    1 S, 8 T, u. a. Joh. Jul. (1872–1937), Großkaufm. (s. Wenzel).

  • Leben

    F.s Bildungsgang wurde maßgeblich durch das Vorbild seiner als Ärzte und Naturforscher bedeutenden Vorfahren bestimmt. Er studierte Medizin in Bonn (1853–55), Würzburg (Promotion 1857), Wien und Berlin (Staatsexamen 1858). Ab 1858 lebte er als Arzt in Bremen und bekleidete dort wichtige leitende Stellungen im öffentlichen Gesundheitswesen. 1904 trat er in den Ruhestand, um sich ganz der Naturwissenschaft widmen zu können. Seiner Neigung zu biologischer Forschung, die er gern als Hauptberuf ausgeübt hätte, folgte er bereits als Schüler und Student (Mitherausgeber der Flora Bremensis, 1855), und zwar schon vor Bekanntwerden Darwins im Sinne der Entwicklungslehre. Ernst Haeckel und Harald Krabbe gehörten zu seinen engsten Freunden. – F.s botanische Studien, die sich auf Pflanzenökologie, -systematik und -geographie erstreckten, trugen wesentlich zur floristischen Erschließung des nordwestdeutschen Areals bei und wurden auch in den Florenwerken von Franz Buchenau verwertet. Hauptbedeutung kommt seinen Studien über Brombeeren und verwandte Rosengewächse sowie über deren Hybriden zu. Wie viele seiner Zeitgenossen suchte er die Gesetze der Bastardbildung zu ergründen, um die Frage der Artbildung zu klären. Bekannt wurde F. besonders durch sein kompilatorisches Werk über „Die Pflanzenmischlinge“ (1881), in dem er erstmalig die umfangreiche und zerstreute Literatur über natürliche und künstliche Kreuzungen erfaßte und auch Mendels historische Versuche mehrfach zitierte, ohne jedoch ihre volle Bedeutung erkannt zu haben. Das weitverbreitete Buch spielte bei der Wiederentdeckung Mendels um 1900 die entscheidende Rolle; F. hatte darin auch die Bezeichnung „Xenien“ (durch Fremdbestäubung veränderte Früchte) geprägt. – F. gehörte zu den Begründern des Bremer naturwissenschaftlichen Vereins (1868) und des Botanischen Gartens (1904).

  • Werke

    Weitere W u. a. Btrr. z. Kenntnis d. dt. Brombeeren, insbes. d. b. Bremen wachsenden Formen, in: Abhh. d. naturwiss. Ver. Bremen I, 1868;
    Synopsis Ruborum Germaniae, 1877;
    Berr. üb. „Entstehung d. Arten“, in: Just's botan. Jber., 1873-79;
    Species Ruborum, Monographiae generis Rubi prodromus, T. 1-3, in: Bibl. Botanica 72-83, 1910-14.

  • Literatur

    G. Bitter, in: Weser-Ztg. v. 5.4.1923;
    Zur Erinnerung an W. O. F. u. Lily F. geb. Schütte, 1924;
    Genetics 11, 1926 (P);
    H. Klebahn, in: Berr. d. dt. botan. Ges. 51, 1934 (W, P).

  • Quellen

    Qu.: Briefe F.s an E. Haeckel (Jena, Archiv d. Ernst-Haeckel-Hauses).

  • Autor/in

    Ilse Jahn
  • Empfohlene Zitierweise

    Jahn, Ilse, "Focke, Wilhelm Olbers" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 267 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116634170.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA