Lebensdaten
1842 bis 1914
Geburtsort
Lützen bei Leipzig
Sterbeort
Dölau bei Halle/Saale
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe ; Philosoph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116631503 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Flügel, Otto

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Zitierweise

Flügel, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116631503.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Nikolaus (1806–62), Lehrer u. Bgm. in L.;
    M Sophie, T d. Joh. Ernst Hartung, Bgm. u. Zimmermeister in L.;
    1869 Marie, T d. Dr. Frdr. Heinr. Theod. Allihn (1811–85), Privatdozent, Pfarrer in Merzien b. Köthen, u. d. Henriette Kärner; Schwager Fritz Anders ( 1910, Schriftsteller (s. NDB I);
    1 S, 2 T.

  • Leben

    Nach dem Besuch von Schulpforta (1855–61) studierte F. bis 1864 in Halle Theologie, Philosophie und Naturwissenschaften. Den stärksten Einfluß übte C. S. Cornelius auf ihn aus, der als unmittelbarer Schüler J. F. Herbarts ihn zu dessen Philosophie und Psychologie führte. Nach kurzer Lehrtätigkeit am Progymnasium in Weißenfels war F. 1869-71 Diakon in Laucha. Mit großer Hingabe wirkte er dann als einfacher Landpfarrer, und zwar bis 1883 in Schochwitz und bis 1908 in Wansleben. Seitdem lebte er als freier Schriftsteller in Dölau. – Vom Standpunkte eines pluralistischen Realismus aus hat F. sich während eines halben Jahrhunderts in wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit den atheistischen, materialistischen und monistischen Strömungen seiner Zeit befunden. Seit 1872 gab er mit seinem Schwiegervater F. H. Th. Allihn die von diesem 1861 mit T. Ziller gegründete „Zeitschrift für exakte Philosophie“ heraus und setzte sie von 1894 an mit W. Rein und K. Just als „Zeitschrift für Philosophie und Pädagogik“ fort. Dank seiner Fähigkeit, auch schwierige philosophische Probleme und ihre Lösungen leicht faßlich darzustellen, war F. um die Jahrhundertwende einer der fruchtbarsten philosophischen Schriftsteller, der wegen seiner Breitenwirkung vor allem unter den Volksschullehrern der „schülerreichste Philosophielehrer“ seiner Zeit genannt worden ist. Im besonderen betätigte er sich als eigentümlicher Interpret der Philosophie und Psychologie Herbarts und als ihr scharfsinniger Apologet gegenüber ihren voluntaristischen Widersachern, die Herbarts Theorie vom Einfluß des Gedankenkreises auf den Willen zu einer Lehre von der Bestimmtheit des Willens durch bloß gedächtnishaftes Wissen veräußerlichten. Als „der beste Herbartkenner der Welt“ war F. auch in Verbindung mit Th. Fritzsch der berufene Fortsetzer der Kehrbachschen Herbartausgabe. Nachdem die Universitätsphilosophie ihn lange ignoriert hatte, fand sein Wirken 1912 Anerkennung durch die Universität Halle, die ihm den philosophischen Ehrendoktor verlieh.

  • Werke

    W u. a. Der Materialismus vom Standpunkte d. atomist.-mechan. NaturF, 1865;
    Die Probleme d. Philos. u. ihre Lösungen, 1876, 41906;
    Das Seelenleben d. Tiere, 1882, 31897;
    Das Ich u. d. sittlichen Ideen im Leben d. Völker, 1885, 51912;
    Die Sittenlehre Jesu, 1887, 41897;
    Abriß d. Logik, 1894, 51914;
    Herbarts Lehren u. Leben, 1907, 21912;
    Monismus u. Theol., 1908, 41914;
    Der Voluntarismus u. d. Päd., 1914.

  • Literatur

    K. Hemprich, O. F.s Leben u. Schrr., 1908 (P);
    Th. Fritzsch, in: Dt. Bll. f. erziehenden Unterricht, 1912, S. 381-84;
    ders., in: Zs. f. KinderF 17, 1912, S. 448-55 (P);
    H. Zimmermann, in: Allg. Dt. Lehrerztg., 1912, S. 281-83;
    ders., in: Päd. Warte, 1912, S. 664-67;
    ders., in: Päd. Stud., 1914, S. 428-30;
    G. v. Rhoden, in: Dt.-Ev. Mbll. f. d. gesamten dt. Protestantismus, 1914, S. 536-41;
    O. Ziller, in: Zs. f. Philos. u. Päd., 1914, S. 465 ff.;
    DBJ I (Tl. 1914, L). – Zu Schwieger-V F. H. Th. Allihn: Ziegenfuß I (W).

  • Autor/in

    Walter Asmus
  • Empfohlene Zitierweise

    Asmus, Walter, "Flügel, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 261 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116631503.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA