• Genealogie

    V August (1826–92), Rechtsanwalt in Neustrelitz, S des Silvester, Inhaber einer Ölmühle in Neustrelitz, u. der Julie Liebmann;
    M Charlotte (1835–1924), T des Kaufm. Ruben Hahn in Hamburg;
    Hamburg 1885 Marie (1864–1950), T des Bankiers Martin Goldschmidt ( 1902) in Hamburg u. der Louise Arnold;
    2 T.

  • Leben

    C. wurde nach Studium in Leipzig, Heidelberg und Straßburg Assistent bei August Kundt in Straßburg, promovierte dort 1878, habilitierte sich 1884 für theoretische Physik und war in Straßburg als außerordentlicher Professor, 1918 als ordentlicher Professor. Er mußte 1918 Straßburg verlassen, war dann ordentlicher Honorarprofessor zunächst in Rostock und ab 1920 in Freiburg (Breisgau), 1935 setzte er sich in Heidelberg zur Ruhe und 1939 emigrierte er in die Schweiz. - C.s bekanntestes Werk ist sein Buch „Das elektromagnetische Feld. Vorlesungen über die Maxwellsche Theorie“ 1. Auflage 1900, ausführlicher und mehr zitiert als die zweite, 1927 erschienene). Das Buch behandelt die Maxwellsche Theorie der Elektrizität und des Magnetismus, die damals noch jung war (maßgebende Arbeit von Heinrich Hertz 1890), sehr gründlich und streng, ist aber nicht leicht zu lesen. In modernen Standardwerken wird C. noch wiederholt zitiert (so in A. Sommerfeld, Elektrodynamik, J. A. Stratton, Electromagnetic Theory, W. O. Schumann, Elektrische Wellen), oft deshalb, weil er irgendein Problem, das heute von großem Interesse ist, schon um die Jahrhundertwende theoretisch eingehend behandelt hat. Zu diesen Problemen gehört die Ausbreitung elektrischer Wellen entlang einer Metalloberfläche und die Ausbreitung der Wellen an gewissen Doppelleitern (das sind Anordnungen von zwei Leitern, wie man sie häufig hat). Beides ist im Buch behandelt (1900). C.s Elektrodynamik bewegter Medien (Annalen der Physik, 4. Folge, Band 7, 1902, S. 29-56), ist beachtlich|für die Zeit vor der Relativitätstheorie, die dieses Gebiet (1905) erst endgültig klärte. C. brachte eine Darstellung der (speziellen) Relativitätstheorie in einer Schrift „Physikalisches über Raum und Zeit“ (nach einem Vortrag 1910, 1911, 41920) und in der 2. Auflage des oben genannten Buchs. Er schuf ferner eine Theorie des magnetischen Felds mit Annahmen, die den wirklichen Eigenschaften der Stoffe (nicht-konstante Permeabilität) gerecht werden sollen (Buch und Zeitschrift für Physik, Band 13, 1923, S. 48-58). Seine Schrift „Faraday und Maxwell“ erschien in den Abhandlungen und Berichten des Deutschen Museums München (4. Jahrgang Heft 1, 1932).

  • Literatur

    F. Emde, in: Archiv d. elektr. Übertragung 1, 1947, S. 81-83 (P).

  • Autor/in

    Hermann Poeverlein
  • Empfohlene Zitierweise

    Poeverlein, Hermann, "Cohn, Emil" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 314 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116629150.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA