Lebensdaten
1876 bis 1964
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Wirtschaftshistoriker und -geograph
Konfession
lutherisch,konfessionslos
Normdaten
GND: 116626836 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kuske, Bruno

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Zitierweise

Kuske, Bruno, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116626836.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Louis (1849–1940) aus Silber Kr. Sagan, Schneidermeister u. Mitglied d. Kreuzloge in Dresden, S d. Zimmermeisters Karl Gottlieb u. d. Louise|Elsner;
    M Amalie (1853–1933), T d. Böttchermeisters Karl Gottlieb Mühle in Röhrsdorf b. Dresden u. d. Christiane Köllner;
    Bückeburg 1913 Klara (1889–1963), T d. Fabr. Heinrich Poos (1859–1924) u. d. Klara Welp;
    1 T.

  • Leben

    K. war zunächst Hilfslehrer (1897–1900). Er promovierte dann 1903 nach dem Studium der Nationalökonomie, Geschichte, Geographie und Völkerkunde in Leipzig zum Dr. phil. Die Doktorarbeit über „Das Schuldenwesen der deutschen Städte im Mittelalter“ wies ihn für ein Mevissen-Stipendium am Stadtarchiv und Historischen Museum in Köln aus, wo er sich 1908 an der Handelshochschule für das damals neue Fach Wirtschaftsgeschichte habilitierte. Aus der Dozentur wurde 1917 eine Professur, die 1919 mit der Handelshochschule an die wiedergegründete Univ. Köln überging und 1923 auch auf Wirtschaftsgeographie (Raumkunde) ausgedehnt wurde. 1931/32 war K. Rektor und zweimal Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Nebenher war er 1920-33 Direktor des Rhein.-Westfäl. Wirtschaftsarchivs, das 1907 bei der Kölner Handelskammer gegründet worden war, und 1947-50 Präsident des Rhein.-Westfäl. Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen. Im 1. Weltkrieg war er Intendanturrat des Stellv. VIII. Armeekorps (Koblenz). Nachdem er 1933 schon einmal für einige Semester suspendiert worden war, wurde er nach dem 20. Juli 1944 verhaftet und mußte im Straßenbau arbeiten. Nach dem 2. Weltkriege leitete K. das Generalreferat für Wirtschaft bei der Provinzialregierung der Nordrheinprovinz und wurde nach Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen zum Obmann der Landesarbeitsgemeinschaft für Raumforschung berufen. – Neue Wege der Erwachsenenbildung half er nach 1920 im Freigewerkschaftlichen Seminar in Köln und bei der WERAG (Westdeutsche Rundfunk AG) bahnen. An großen Ausstellungen wie der Jahrtausendausstellung der Rheinlande (1925) und „Köln 1900 Jahre Stadt“ (1950) arbeitete er maßgeblich mit.

    K.s Hauptwerke sind 4 Bände „Quellen zur Geschichte des Kölner Handels und Verkehrs im Mittelalter“ (Publ. d. Ges. f. rhein. Geschichtskde. 33, 1917-34), „Die Großstadt Köln als wirtschaftlicher und sozialer Körper“ (als Beitrag zur allg. Großstadtforschung im Rahmen der Enquete üb. d. Erzeugungs- u. Absatzbedingungen d. dt. Wirtsch. n. dem Reichsgesetz v. 15.4.1926, 1928) und die „Wirtschaftsentwicklung Westfalens in Leistung und Verflechtung mit den Nachbarländern bis z. 18. Jh.“ (1943, 21949). K.s Arbeiten haben Wichtiges zur Geschichte der wirtschaftenden und arbeitenden Menschen, ihrer ökonomischen und sozialen Einrichtungen und ihrer Sprache zu Tage gefördert. Entstehung und Verflechtung von Branchen und Räumen der Weltwirtschaft waren weitere Forschungsschwerpunkte. Politische Bedeutung gewannen die Werke „Rheingrenze und Pufferstaat“ (1919) und „Die Bedeutung Europas für die Entwicklung der Weltwirtschaft“ (1924), ferner seine Beiträge zum „Gutachten über die Lage der Rheinschiffahrt und ihrer Arbeitnehmer: Die deutsche Rheinschiffahrt“ (1930) und zum Sammelwerk „Der Raum Westfalen“ (1931 u. ö.) – Dr. iur. h. c. (Köln 1946); Dr. rer. pol. h. c. (Bonn 1951); Ernst-Moritz-Arndt-Medaille d. Univ. Bonn; Gr. Bundesverdienstkreuz (1954).

  • Werke

    Weitere W u. a. Btrr. in: Gesch. d. Rheinlandes v. d. ältesten Zeiten b. z. Gegenwart, 1922;
    Die Entstehung d. Kreditwirtsch. u. d. Kapitalverkehrs, in: Kölner Vorträge I, 1927;
    Die kulturhist. Bedeutung d. Genossenschaftsgedankens, 1928;
    Die Entstehung u. Gestaltung d. Wirtsch.raumes, 1930;
    100 J. Stollwerckgesch., 1939;
    150 J. Kölner Handelskammer, 1947;
    Köln, d. Rhein u. d. Reich, Btrr. aus 5 J.zehnten wirtsch.geschichtl. Forschung, ausgew. v. L. Beutin, 1956.

  • Literatur

    W. Däbritz, B. K.s Lebensgang u. Lebenswerk, in: Europa, Erbe u. Auftrag, Festschr., 1951, S. 17-31;
    W. Herrmann, in: ZUG, Zs. f. Firmengesch. u. Unternchmerbiogr. 9, 1964, S. 278-85;
    W. Helmrich, B. K., Leben u. Werk d. Kölner Wirtsch.historikers, in: Menschen, Landschaft u. Gesch., hrsg. v. W. Först, 1965, S. 95-100;
    H. Kellenbenz, in: VSWG 52, 1965, S. 125-44;
    J. van Klaveren, B. K.s Kölner Wirken, in: Schmalenbachs Zs. f. betriebswirtsch. Forschung 17, 1965, S. 313-15;
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Ölgem. v. F. Ahlers-Hestermann (Köln, Univ.).

  • Autor/in

    Walther Herrmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Herrmann, Walther, "Kuske, Bruno" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 339 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116626836.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA