Lebensdaten
1896 bis 1964
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Paterson (New Jersey, USA)
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116619597 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maass, Edgar
  • Maas, Edgar
  • Maass, Edgar W. A.

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Zitierweise

Maass, Edgar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116619597.html [20.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus Hamburger Kaufm.fam.;
    V Wilhelm (1868–1945), Kaufm., Mitgründer (1897) d. Fa. Maaß u. Riege (Export u. Import v. Rohgummi) in H., S d. Kantors Johann u. d. Friederike Löper;
    M Martha Anna Auguste (1874–1956), T d. Fruchthändlers Peter Moje in H. u. d. Anna Köpke;
    B Waldemar (Ps. Kurt Johann, 1898–1969), freier Mitarbeiter d. Norddt. Rundfunks (s. W), Joachim (s. 2);
    - N. N.;
    2 S.

  • Leben

    Nach Absolvierung des Realgymnasiums kam M. 1915 als Kriegsfreiwilliger an die Westfront. Nach dem Krieg studierte er Chemie in Hannover und München (Dr. Ing. 1923), wo er auch Vorlesungen Oswald|Spenglers hörte. Danach lebte er als Chemiker in München und Leipzig. Wegen schlechter Berufsaussichten in Deutschland ging er 1926 in die USA, wo er in verschiedenen Städten chemische Fabriken leitete. M. heiratete in den USA und wurde 1933 amerikan. Staatsbürger. 1934 kehrte er nach Hamburg zurück, um als Schriftsteller zu arbeiten, und schrieb, nach den Erzählungen „Novemberschlacht“ (1935) und „Der Auftrag“ (1936), den Roman „Verdun“ (1936), der ihn bekannt machte. In ihm, wie in den vorangegangenen Erzählungen, wird das Weltkriegserlebnis, das M. entscheidend prägte, in klarer und auch in der Ausführung der Themen Brüderlichkeit und Opfertod unprätentiöser Sprache dargestellt. Nach der Beschwörung der eigenen Jugend in der hexametrischen Prosa des Romans „Werdezeit“ (1937), M.s Lieblingsbuch, erschien 1938 der Roman „Im Nebel der Zeit“, dessen teilweise grauenvolles Geschehen das Weltkriegsthema in die Revolutionszeit hinein fortsetzt. Mit der biographischen Studie „Lessing“ (1938), die erkennbar gegen das NS-Regime gerichtet ist, wandte sich M. historisch-biographischen Themen zu, mit denen er von nun an seine Absicht, „in einfachen Sätzen die Wirklichkeit des Lebens vor Augen zu führen“ verwirklichte. Als M., der seit 1936 nur noch zeitweise in Hamburg wohnte, 1938 endgültig in die USA zurückgekehrt war, erschienen noch 1939 in Deutschland der Aufsatz „Thoreau“ (in der Zeitschrift „Das Innere Reich“) und der Roman „Das große Feuer“, der den Brand Hamburgs von 1842 behandelt. Es folgten, nachdem M. zeitweise wieder als Chemiker gearbeitet hatte, seit 1942 weitere historische Romane, die er ins Englische übersetzen ließ und die (im „Dollar Book Club“) z. T. hohe Auflagen erzielten. Nach dem Krieg waren sie auch in Deutschland erfolgreich. Diesen flüssig geschriebenen Werken fehlt jedoch das Element persönlichen Beteiligtseins, das M.s frühere Bücher auszeichnet. Zwei Romane M.s erschienen lediglich in engl. Übersetzungen: „World and Paradise“ (1949), ein Werk über die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, dessen Titel aus dem Hauptwerk von Comenius stammt, sowie „The Magnificent Enemies“ (1955, „Die bunte Kuh von Flandern“) über die hanseatische Sage der Likedeeler. 1954 erlitt M. in Lima bei Recherchen für sein letztes unvollendetes Werk über „Die vorcolumbian. Kulturen Amerikas“ einen schweren Unfall. Er verlebte seine letzten Jahre in den USA, ohne seine Gesundheit wiederzuerlangen.

  • Werke

    Don Pedro u. d. Teufel, Roman aus d. Zeit d. untergehenden Rittertums, 1954 (engl. 1942);
    Der Traum Philipps II., 1951 (engl. 1944);
    Kaiserl. Venus, 1952 (engl. 1946;
    üb. Pauline Bonaparte);
    Der Arzt d. Königin, 1950 (engl. 1948;
    üb. Struensee);
    Der Fall Daubray, 1957 (engl. 1953, u. d. T. Eine Dame von Rang, 1965;
    Giftmordaffäre z. Z. Ludwigs XIV). - W-Verz.
    G. v. Wilpert u. A. Gühring, Erstausgg. dt. Dichtung, 1967. -
    Zu B Waldemar: „Kriegsgedichte“;
    Otto, Kleist, 2 Dramen, 1937 (mit Joachim Maaß);
    Die großen Liebenden, Hörspiele, 1952 (mit M. Sidow u. G. Sello);
    Schwierige Kinder, Gespräche, 1964;
    zahlr. weitere z. T. mit seinen Brüdern verfaßte Hörspiele.

  • Literatur

    F. Lennartz, Dichter unserer Zeit, 31940-91963;
    Spektrum d. Geistes, Lit.kal. auf d. J. 1953;
    Was sie schreiben, wie sie aussehen, 1954 (P);
    Kunisch;
    BHdE II.

  • Autor/in

    Uwe Laugwitz
  • Empfohlene Zitierweise

    Laugwitz, Uwe, "Maass, Edgar" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 597 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116619597.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA