Lebensdaten
1839 bis 1930
Geburtsort
Kalkofen bei Lebbin (Insel Wollin)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Chirurg
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116610972 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Küster, Ernst
  • Küster, E.
  • Küster, Ernst Georg Ferdinand

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Zitierweise

Küster, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116610972.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig (1794–1874), Kalkbrenner u. Gutsbes., S d. Zieglers Christian Frdr. u. d. Katharina Regina Meyer;
    M Julie (* 1802), T d. Christian Gottlieb Haushalter, Kämmerer, Bgm., Magazinintendant u. Steueraufseher in Massow u. d. Friederike Hildebrandt; 13 Geschw., u. a. Konrad (1842–1931), Dr. med., Geh. Sanitätsrat, Gründer d. Reformburschenschaft;
    - 1872 Marie ( 1919), T d. Emil Soltmann (1820–72), Mineralwasserfabrikbes. u. Stadtrat in B., u. d. Claudia Fabrucci;
    1 S, 3 T, u. a. Frieda ( Friedrich v. Müller, 1941, Prof. d. Med.), Marianne ( Max Martens, 1869–1932, Prof., Chefarzt d. Chirurg. Abt. d. Krankenhauses Bethanien in B., s. Fischer);
    N Carl Ludw. Schleich (1859–1922), Prof. d. Chirurgie.

  • Leben

    K. studierte in Bonn, Würzburg und Berlin Medizin (Promotion 1863). 1864-65 diente er als Freiwilliger im Garde-Artillerie-Rgt. 1866 wurde er Assistent am St. Hedwigskrankenhaus in Berlin; seine Tätigkeit wurde durch Teilnahme am Feldzug in Böhmen unterbrochen. Auf Empfehlung von W. Körte kam er für zwei Jahre als Leibarzt zu Alfred Krupp. Im Feldzug 1870/71 war K. in Feldlazaretten und als Assistent von Generalarzt Wilms im Hauptquartier des III. Armeekorps in Versailles tätig. Lebenslang beeindruckt war K. von der Kaiserproklamation. 1871 wurde ihm die Leitung des Barackenlazaretts im Invalidenpark in Berlin übertragen, aus dem sich das von der Kaiserin gegründete Augusta-Hospital entwickelte, in dem K. die chirurgische Abteilung übernahm. Hier verwirklichte er seine Vorstellungen von der Anti- und Asepsis bei der Wundbehandlung und wurde damit zum Vorkämpfer der Listerschen Ideen in Deutschland. 1875 habilitierte sich K. an der Univ. Berlin und wurde 1878 ao. Professor. Kaiserin Augusta verhinderte wiederholt die Berufung K.s auf auswärtige Lehrstühle. Erst nach ihrem Tode wurde er 1890 o. Professor in Marburg. Dort sorgte er für den Neubau der Chirurgischen Klinik. Besonders anerkannt wurde K.s Werk „Die Chirurgie der Nieren, der Harnleiter und der Nebennieren“ (2 Bde., 1896/1902). Wichtig war auch die von K. entwickelte Methode des vollkommenen Wundverschlusses, die Behandlung von Eiterungen in starrwandigen Höhlen sowie seine Hals-Nasen-Ohrenchirurgie. _ Nach heftigen Auseinandersetzungen mit der Fakultät wurde K. gegen seinen Willen 1907 emeritiert. Er zog nach Berlin-Charlottenburg und wirkte als Fachschriftsteller. Im 1. Weltkrieg war er konsultierender Chirurg in Berliner Lazaretten.|

  • Auszeichnungen

    Mitbegr., Präs. (1904) u. Ehrenmitgl. (1922) d. Dt. Ges. f. Chirurgie; Ehrenmitgl. d. Dt. Ges. f. Urol.

  • Werke

    Weitere W u. a. Fünf J. im Augusta-Hospital, 1877;
    Die giftigen Eigenschaften d. Carbolsäure b. chirurg. Verwendung, in: Langenbecks Archiv f. klin. Chirurgie 23, 1878/79, S. 117-55;
    Ein Chirurg. Triennium (1876, 1877, 1878), 1882;
    Die Krankenpflege in Vergangenheit u. Gegenwart, Rektoratsrede, 1895;
    Gesch. d. Augusta-Hospitals u. d. Berliner Frauenlazarettver., 1911;
    Gesch. d. neueren dt. Chirurgie, 1913;
    Kriegserinnerungen aus d. Feldzügen 1860 u. 1870/71, 1929.

  • Literatur

    F. Trendelenburg, Die ersten 25 J. d. Dt. Ges. f. Chirurgie, 1923;
    L. Heidenhain, in: Münchener Med. Wschr. 76, 1929, S. 1847-49;
    ders., in: Chirurg 2, 1930, S. 480-82;
    W. Körte, in: Archiv f. klin. Chirurgie 159, 1930, S. 521-26;
    Frdr. v. Müller, in: Lb. aus Kurhessen u. Waldeck I, 1930, S. 176-80;
    Ch.-C. Heuss, E. K. u. d. Marburger Chirurgie, Diss. Marburg 1979 (W, L, P);
    BLÄ.

  • Autor/in

    Manfred Stürzbecher
  • Empfohlene Zitierweise

    Stürzbecher, Manfred, "Küster, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 236 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116610972.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA