Lebensdaten
1862 bis 1929
Geburtsort
Königsbach (Rheinpfalz)
Sterbeort
Luzern (Schloß Steinhof)
Beruf/Funktion
Astronom ; Assyriologe ; Jesuit
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116599642 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kugler, Franz Xaver
  • Kugler, Franz X.

Quellen(nachweise)

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Kugler, Franz Xaver, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116599642.html [21.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1824–93), Gutsbes., S d. Müllers Christian aus Lindenberg u. d. Barbara Steinbach;
    M Barbara (1825–1907), T d. Winzers Josef Wolf u. d. Elisabeth Klamm.

  • Leben

    K. studierte nach dem Besuch der Realschule in Neustadt a. d. Hardt und der chem.-techn. Abteilung der Industrie-Schule in Kaiserslautern seit 1880-85 Naturwissenschaften an der TH München, insbesondere Chemie bei E. Erlenmeyer. 1885 legte er in München die Lehramtsprüfung für Chemie ab und wurde 1886 in Basel mit einer chemischen Experimentalarbeit zum Dr. phil. promoviert. Mit dem Eintritt in den Jesuitenorden (1886) verließ K. die Chemie und studierte in Exaeten (Holland) und in Ditton Hall (England) Philosophie und Theologie. Nach seiner Priesterweihe (1893) lehrte er seit 1897 am Ignatius-Kolleg in Valkenburg (Holland) als Professor der Höheren Mathematik und Astronomie. Hier erhielt er den Auftrag zur Fortsetzung des Werkes von J. Epping „Astronomisches aus Babylon oder das Wissen der Chaldäer über den gestirnten Himmel“ (1889), dem man, neben J. N. Straßmaier, erste zuverlässige, auf Keilschrifttexten des Brit. Museums beruhende Ergebnisse über die Astronomie der babylon. Spätzeit verdankt. K. wurde nach einem Zusatzstudium in Heidelberg von Straßmaier in das ihm fremde Gebiet eingeführt und erarbeitete anhand von etwa 300 Keilschrifttexten zwei grundlegende Werke über die Astronomie und den Sternenkult wie auch die Chronologie der Babylonier; er fand dabei zwei verschiedene astronomische Systeme auf und konnte zudem die Theorie vom hohen Alter der babylon. Astronomie widerlegen. Durch die enge Verknüpfung von astronomischen und assyriologischen Kenntnissen und „seinen ganz ungewöhnlichen Scharfsinn, dem kaum je eine Kombinationsmöglichkeit entging“ (Schaumberger), legte er mit seinen Untersuchungen über die babylon. Astronomie und Chronologie – insbesondere der Seleukiden- und der Arsakidenzeit – die Chronologie der letzten Jahrhunderte v. Chr. in allen wesentlichen Punkten fest. Seine Arbeit wurde u. a. von E. Weidner, O. Neugebauer und B. L. v. d. Vaerden weitergeführt.

  • Werke

    Weitere W Über d. Einwirkung d. Propionaldehyds auf Anilin bei Gegenwart v. konzentr. Salzsäure, Diss. Basel 1886;
    Die babylon. Mondrechnung, Zwei Systeme d. Chaldäer üb. d. Lauf d. Monds u. d. Sterne, 1900;
    Die Götter Babyloniens u. d. Neue Testament, 1905;
    Sternkde. u. Sterndienst in Babel, Assyriolog., astrolog. u. astralmytholog. Unterss., I: Entwicklung d. babylon. Planetenkde. v. ihren Anfängen bis auf Christus, 1907, II: Natur, Mythus u. Gesch. als Grundlagen babylon. Zeitordnung, nebst Unterss. d. älteren Sternkde. u. Meteorol., 2 T., 1909-24, 3 Erg.h. 1913-35;
    Im Bannkreis Babels, Panbabylon. Konstruktion u. religionsgeschichtl. Tatsachen, 1910;
    Von Moses bis Paulus, Forschungen z. Gesch. Israels…, 1922;
    Sybillin. Sternkampf u. Phaeton in naturgeschichtl. Beleuchtung, 1927.

  • Literatur

    E. Weidner, Hdb. d. babylon. Astronomie, 1915;
    R. Roger, in: Archiv f. Orientforschung 5, 1928/29;
    F. A. Herzog, in: Luzerner Vaterland 1, Nr. 27, 1929, S. 400 f.;
    M. Esch, in: Vj.schr. d. astronom. Ges. 64, 1929 (W-Verz., P);
    J. Schaumberger, F. X. K.s Lebenswerk, in: Orientalia II, nov.ser., 1933;
    O. Neugebauer, Mathematical|cuneiform texts (mit dt. Übers.), I/II, 1935, III, 1937;
    B. L. v. d. Vaerden, Die Anfänge d. Astronomie, in: Erwachende Wiss. II, 1966;
    R. Roger, in: Hdb. d. Keilschr.lit. I, 1967, S. 255 f.;
    O. Neugebauer, A Hist. of ancient mathematical Astronomy, 3. Bd., 1975;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1928/29;
    LThK;
    Pogg. VI.

  • Autor/in

    Otto Volk
  • Empfohlene Zitierweise

    Volk, Otto, "Kugler, Franz Xaver" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 247 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116599642.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA