Lebensdaten
1721 bis 1791
Geburtsort
Achleithen bei Kremsmünster (Oberösterreich)
Sterbeort
Kremsmünster
Beruf/Funktion
Benediktiner ; Astronom
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116586621 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fixlmillner, Josef (Taufname)
  • Fixlmillner, Placidus
  • Fixlmillner, Josef (Taufname)
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Fixlmillner, Placidus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116586621.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Frdr. ( 1732), Pfleger in A., später Hofschreiber u. Kammerer im Stift K.;
    M Maria Wibmer;
    Ov Alexander (Benedikt Franz, 1686–1759), Abt v. K. seit 1731, errichtete 1737 e. Lyzeum, 1744 e. Ak. f. adel. Zöglinge, e. Sternwarte, e. physikal. Mus. u. e. Bibl., ließ e. Tuchfabr. u. Straßen bauen (s. Wurzbach IV).

  • Leben

    Als Doktor der Philosophie trat F. 1737 in das Benediktinerstift Kremsmünster ein, wurde nach weiteren Studien in Salzburg Doktor der Theologie, 1745 Priester und Professor an der im Vorjahr gegründeten Ritterakademie seines Klosters, 1748 Dekan der dortigen höheren Schulen und 1756 Regens der Adeligen Akademie – Ämter, die er bis zu seinem Tode bekleidete. – F. ist der Verfasser theologischer (Exegese und Kirchenrecht) und philosophischer Schriften, deren einige nur im Manuskript oder in Abschriften seiner Schüler in der Stiftsbibliothek vorhanden sind. – Seit 1761 betrieb F. astronomische Studien und wurde 1762 zum Astronomen an der 1748-58 erbauten Stiftssternwarte ernannt, die er bald zur bestausgerüsteten seiner Zeit machte. In 30jähriger Tätigkeit bestimmte er die bisher falsch angegebene geographische Lage von Kremsmünster und Linz, die Positionen einzelner Fixsterne, die noch in keinem Katalog enthalten waren, verbesserte falsche Angaben vorhandener Mondtafeln, berechnete nach einer von ihm erdachten Methode die Sonnenparallaxe und ebenso auf eigenem Wege, über den er in den „Acta Astronomica Cremifanensia“ (Steyr 1791, 21793) und in Bode's Astronomischem Jahrbuch für 1788 (Berlin) berichtete, die Bahn des Uranus. Seine selbständigen Untersuchungen und Tafeln, in den Wiener Ephemeriden 1787 veröffentlicht, übertrafen alle bis dahin berechneten an Genauigkeit und fanden die Anerkennung der zeitgenössischen Fachwelt. Wichtig ist auch seine Untersuchung über die Aberration des Lichtes beim Vorübergang eines Planeten vor der Sonnenscheibe (in: Acta Astronomica Cremifanensia, 1791, 21793). F. war ein einfallsreicher Theoretiker. Als Praktiker verbesserte er den Bau astronomischer Instrumente. Er war ein Erfinder einfacherer Formeln für astronomische Berechnungen, ein Polyhistor, ein außerordentlich begabter Musiker (Orgel, Geige) und Komponist (Schüler Ernest Eberlins von Salzburg). Mit den bedeutendsten Astronomen seiner Zeit stand er in Korrespondenz.

  • Werke

    Weitere W u. a. 60 akadem. Reden als Dekan d. höheren Schulen (üb. Viele J. seit 1748, im Ms., in 1 Folio- u. 1 Quartbd. ges. v. L. Doberschitz, Kremsmünster, Stiftsbibl.);
    Beobachtungen (104 lose Foliobll., Ms. ebd., Sternwarte);
    Meridianus Speculae Astronomicae Cremifanensis, Steyr 1765;
    Decennium Astronomicum, ebd. 1776. Komp.: 4stg. Messe mit Orchesterbegleitung, 11stg. Kyrie, Te Deum, etc. (ebd., Archiv d. Regentorei). – Reipublicae sacrae origines divinae, Steyr 1756, 21760 (v. Kanonisten d damaligen Zeit viel benutzt, nach deren Aussage e. Buch, „d. mit goldenen Lettern gedr. zu werden verdiente“).

  • Literatur

    ADB VII;
    L. Doberschitz, in: Hist. Ac. Cremifanensis XIII, 66-112 (Hs. Kremsmünster, Stiftsbibl.);
    S. Fellöcker, Gesch. d. Sternwarte d. Benediktiner-Abtei Kremsmünster, 1864;
    A. Kellner, Musikgesch. d. Stiftes Kremsmünster, 1956, S. 410-19;
    K. Ferrari d'Occhieppò, Maxim. Hell u. P. F., in: Österr. Naturforscher, Ärzte u. Techniker, 1957, S. 27-31 (P: Ölbild in Abtei Kremsmünster);
    A. Rabenalt, Gesch. d. Sternwarte v. Kremsmünster, in: 101. Jber. d. öffentl. Gymnasiums d. Benediktiner zu Kremsmünster, 1958;
    Wurzbach IV;
    Pogg. I.

  • Quellen

    Qu.: Kremsmünster, Archiv d. Sternwarte: Synopsis s. astronom. Vorlesungen; Korr. mit: De La Lande, Paris, 1766–87, Maxim. Hell, Wien 1771–90, Joh. Bernoulli, Berlin, 1776–90, Joh. Elert Bode, Berlin, 1785–90, Chrstn. Mayer, Mannheim, 1777 f., Anton Strnadt, Prag, 1783–85, Gg. F. Brander, Augsburg, 1766–75, Chrstn. Rieger, Passau, 1767, 1770, Ignaz A. Amman, Sonthofen, 1788, 1791, R. Joly, Rotel.

  • Portraits

    Ölbilder wahrsch. v. Joh. Mart. Schmidt, gen. Kremser Schmidt, ca. 1780, u. unsign. zeitgenöss. sowie postumes unsign. (20. Jh.) in d. Sternwarte Kremsmünster u. v. F. Thomas, 1865, im Stifte Kremsmünster;
    Kupf. nach J. Schmidt in: Zachs Allg. geogr. Ephemeriden, 1799.

  • Autor/in

    Ansgar Rabenalt OSB
  • Empfohlene Zitierweise

    Rabenalt OSB, Ansgar, "Fixlmillner, Placidus" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 219 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116586621.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Fixlmillner: Placidus F., geboren den 28. Mai 1721 in Achleuthen bei Kremsmünster, gestorben den 27. August 1791 in Kremsmünster, war der Sohn|eines Beamten des Grafen Thun, kam 1735 nach Salzburg auf die hohe Schule und trat schon mit seinem 16. Jahre als Benedictiner in das Stift Kremsmünster ein. Obwol er Neigung zur Mathematik hatte, widmete er sich doch zunächst dem Studium der Theologie, der Rechte und der orientalischen Sprachen, erlangte den Doctorgrad, wurde, nachdem er seine Studien vollendet, im J. 1751 Lehrer des Kirchenrechts an der adlichen Ritterschule in Kremsmünster und war zu gleicher Zeit Notarius apostolicus in curia Romana inscriptus. In seinem 40. Jahre, veranlaßt durch den Durchgang der Venus vor der Sonnenscheibe im J. 1761, widmete er sich der Astronomie und wurde im J. 1762 auch Director der Sternwarte in Kremsmünster, welche sein Onkel, der Abt von Kremsmünster, 1748 mit großen Kosten hatte bauen lassen. Er ließ verschiedene Instrumente anfertigen, beschenkte damit die Sternwarte und beobachtete und rechnete mit großem Fleiße. Als Director der Sternwarte veröffentlichte er eine Schrift „Meridianus speculae astronomicae Cremifanensis“, in welcher er aus vielen Beobachtungen die Länge und Breite ableitete, 1775 veröffentlichte er die astronomischen Beobachtungen, welche in Kremsmünster angestellt waren, besonders Merkurbeobachtungen, auf die ihn Lalande aufmerksam gemacht hatte und die derselbe verarbeitete; 1791 „Acta astronomica Cremifanensia“. Ferner veröffentlichte er in Bode's „Astronomischem Jahrbuch“ zahlreiche Beobachtungen, u. A. die des Durchgangs des Merkur vor der Sonnenscheibe, am 12. Mai 1782. Er berechnete zuerst die Bahn des 1781 entdeckten Planeten Uranus, gab Tafeln über diesen Planeten heraus und veröffentlichte noch fernere Aufsätze in Hell's Wiener Ephemeriden, im Journal des Savants etc.

    • Literatur

      Lalande, Bibliographie astronomique avec l'histoire de l'astronomie depuis 1781 jusqu'à 1802.

  • Autor/in

    Bruhns.
  • Empfohlene Zitierweise

    Bruhns, Christian, "Fixlmillner, Placidus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 7 (1878), S. 86-87 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116586621.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA