Lebensdaten
1862 bis 1962
Geburtsort
Köslin
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
Mathematiker ; Professor in Aachen, Kiel und Freiburg im Breisgau
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116570237 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heffter, Lothar Wilhelm Julius
  • Heffter, Lothar
  • Heffter, Lothar Wilhelm Julius
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Zitierweise

Heffter, Lothar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116570237.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Werner (1831–1910), Justizrat, Rechtsanwalt u. Notar, S d. August (s. 2);
    M Juliane (1841–62), T d. Phil. Jac. Bredt (1811–60), Pfarrer, Regierungs- u. Schulrat, Dir. d. Aachen-Stolberger Bergwerksges., u. d. Henriette Nauen;
    Vt Gerhard Eichhorn (1847–1906), Senatspräs. beim Kammergericht in Berlin; Cousine Catharina (⚭ Paul Lehnert, 1846–1901, Unterstaatssekr. im Finanzmin.,|s. BJ VI, Tl. 1901, L);
    - 1) Marburg 1888 Amalie (1861–1913), T d. Constantin Zwenger (1814–84), Prof. d. pharmazeut. Chemie in Marburg, u. d. Charlotte Zwirnemann, 2) Freiburg/Br. 1924 Dr. Gertraud verw. Osann (* 1895), T d. Oberstleutnants Karl Siehl u. d. Gertrud Hirt;
    3 S, 1 T aus 1), 1 T aus 2), u. a. Constantin (* 1893), Kaufmann, Dir. in Fa. Henschel, Kassel.

  • Leben

    Das 1881 in Heidelberg begonnene Studium der Mathematik und Physik (bei Lazarus Fuchs und K. Koehler) setzte H. seit 1883 in Berlin fort, wo er bei Kronecker, Weierstraß und wieder bei dem inzwischen nach Berlin berufenen Fuchs hörte. 1886 wurde er in Berlin promoviert, 1888 habilitierte er sich in Gießen, 1897 wurde er als außerordentlicher Professor nach Bonn berufen, 1904 als Ordinarius nach Aachen, 1905 nach Kiel, 1911 nach Freiburg, wo er bis zu seinem Tode blieb. 1931 emeritiert, hat er bis 1936 regelmäßig Vorlesungen gehalten, und später wieder im Kriege, als Mangel an Lehrkräften eintrat, bis zur Zerstörung der Stadt Freiburg durch einen Bombenangriff 1944.

    H.s wissenschaftliche Arbeit nahm ihren Ausgangspunkt von der „Fuchsschen Theorie“ der Differentialgleichungen (Dissertation: Zur Integration der linearen homogenen Differentialgleichungen II. Ordnung; Habilitationsschrift: Zur Theorie der linearen homogenen Differentialgleichungen). Sein Buch „Einleitung in die Theorie der linearen Differentialgleichungen mit einer unabhängigen Variablen“ (1894) ist die erste zusammenfassende Darstellung dieser Theorie. Seit etwa 1900 konzentrierte sich sein Interesse einerseits auf die Begründung der Funktionentheorie, die er später zusammenfassend in der „Begründung der Funktionentheorie auf alten und neuen Wegen“ (1955, 21960) darstellte, andrerseits auf die analytische Geometrie. Hier führte H. die Idee des gruppentheoretischen Ausbaus im Sinne des „Erlanger Programms“ von Felix Klein in dem groß angelegten „Lehrbuch der analytischen Geometrie“ aus (I mit C. Koehler, 1905, II, 1925, III, 1929), das für lange Zeit das Standardwerk dieses Gebietes war, zusammengefaßt als „Grundlagen und analytischer Aufbau der projektiven, euklidischen und nichteuklidischen Geometrie“ (1940, 31958). – Seine Hörer schätzten die Klarheit seiner sorgfältig vorbereiteten Vorlesungen. Er hat sich auch oft in Vorträgen und kleineren Schriften bemüht, Nichtmathematikern einen Einblick in das Wesen seiner Wissenschaft zu geben. Nach dem 1. Weltkrieg hat er lange Jahre hindurch die Freiburger Studentenhilfe und den von ihm gegründeten Verband der Freunde der Universität Freiburg geleitet.|

  • Auszeichnungen

    Prorektor 1917/18, Geh. Hofrat (1917), Goethe-Medaille (1942).

  • Werke

    Weitere W u. a. Mein Lebensweg u. meine wiss. Arbeit, 1937;
    Beglückte Rückschau auf neun J.zehnte, 1952 (P).

  • Literatur

    H. Gericke, in: FF 36, 1962, S. 254 f.;
    G. Tautz, in: Jber. d. Dt. Mathematiker-Vereinigung 66, 1963, S. 39-52 (W-Verz.);
    Pogg. IV-VII a.

  • Autor/in

    Helmuth Gericke
  • Empfohlene Zitierweise

    Gericke, Helmuth, "Heffter, Lothar" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 202-203 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116570237.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA